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Nie mehr Teeflecken und Kalkränder

Innovative BASF-Komponenten für Geschirrspülmittel lassen Teller und Gläser strahlen

Spülhände kannte Josephine Cochrane nur vom Hörensagen. Denn für solche Aufgaben hatte die Amerikanerin aus gutem Hause ihre Bediensteten. Doch denen gingen immer wieder Stücke ihres geliebten Porzellans zu Bruch. Also machte sich Cochrane ans Werk und erfand eine Geschirrspülmaschine, in der das wertvolle Service in Drahtkörben gehalten und mit heißem Seifenwasser abgeduscht wurde. Ihr Gerät wurde 1886 patentiert und gilt als erste funktionsfähige Spülmaschine der Welt. Einzug in den Privathaushalt hielten die zunächst noch klobigen Geräte aber erst in den 1960ern mit der Entwicklung von Vollautomaten, die auch das Klarspülen erledigten. Heute steht in den Industrienationen in über 50 Prozent aller Haushalte eine Spülmaschine – in Deutschland sind es sogar 70 Prozent. Eine Verbraucherstudie in Österreich erklärte sie gar zum beliebtesten Haushaltsgerät überhaupt. Anstelle von Seifenwasser wie zu Cochranes Zeiten sorgt heute eine Vielzahl von Reinigungskomponenten für Sauberkeit und Glanz auf Tellern und Gläsern: Tenside, Enzyme, Polymere, Bleichmittel und Komplexbildner. BASF liefert weltweit fast alle dieser Komponenten für Geschirrspültabs an die Reinigungsmittelhersteller. So auch den Komplexbildner Trilon® M, der sich als bevorzugte Alternative zu Phosphaten in leistungsstarken und ökologischen Geschirrspülmitteln etabliert hat.

BASF liefert weltweit fast alle Wirkstoffe für Geschirrspültabs an Reinigungsmittelhersteller.

„Herkömmliche Mehrfachtabs bestehen etwa zur Hälfte aus Phosphaten“, sagt Heike Weber, Leiterin des Automatic-Dish-Wash-Labors (ADW) der BASF in Ludwigshafen. „Diese verhindern unschöne Kalkränder, indem sie Calcium- und Magnesiumionen binden.“ Das auch als Lebensmittelzusatz zugelassene Phosphat erledigt diese Aufgabe hervorragend, doch ökologisch hat es einen schlechten Ruf. Denn Phosphat ist auch ein wichtiger Pflanzennährstoff. In den 1960er- und 1970er-Jahren kam es vor allem durch die großen Phosphatmengen in Abwässern von Waschmaschinen in vielen Gewässern zu Algenblüten: Diese verbrauchten den Sauerstoff im Wasser und Seen und Flüsse „kippten um“.

Mit strengeren Phosphatgrenz­werten für Wasch- und Reinigungsmittel, mit Änderungen in den Kläranlagen, brachte man dieses, als Eutrophierung der Gewässer bekannte Phänomen, unter Kontrolle. Weitere Regulierungschritte zeichnen sich ab. Es ist davon auszugehen, dass Phosphat als Inhaltsstoff in Reinigern für Haushaltsgeschirrspülmaschinen in Europa ab 2017 verboten sein wird.

Die Hersteller suchen daher kontinuierlich nach alternativen Komplexbildnern. Diese müssen ebenso wirksam und sicher wie Phosphat, dabei aber auch leicht biologisch abbaubar sein. „Nach ersten Vorstudien wurden in unserem 2004 gegründeten ADW-Laborzahlreiche Kandidaten getestet, bis schließlich das alle Vorgaben ideal erfüllende System ermittelt war“, erzählt BASF-Expertin Heike Weber. Wichtiger Bestandteil ist Methylglycindiessigsäure (MGDA), Handelsname Trilon® M. Ökoeffizienzanalysen ergaben: Trilon® M schont die Gewässer und erledigt seine Aufgabe – das Abfangen von störenden Kalkbildnern – ähnlich gut wie sein Vorgänger.

Im Jahr 2010 hat der organische Komplexbildner aus der Gruppe der Aminocarboxylate den BASF Innovation Award gewonnen. Mit dieser internen Auszeichnung würdigt die BASF jedes Jahr herausragende Ideen, vorbildliches Unternehmertum und außergewöhnliche Leistungen ihrer Mitarbeiter. Genau wie bei der Erfolgsgeschichte von Trilon® M. Es hat sich seit seiner Markteinführung einen festen Platz unter den Komplexbildnern erkämpft. Anfang 2010 nahm die BASF in Ludwigshafen die Erweiterung ihrer World-Scale-Anlage zur Herstellung von Trilon® M in Betrieb. Um die weltweit schnell wachsende Nachfrage nach diesem Komplexbildner zu decken, baut die BASF derzeit eine weitere World-Scale-Anlage in Theodore/Alabama. Die Inbetriebnahme der neuen Anlage ist für 2015 geplant.

Tenside, wie Dehypon® und Plurafac® der BASF, sind wie die klassischen Seifen chemische Zwitter: Das eine Ende dieser langen Moleküle lagert sich bevorzugt an fettigen Schmutz an, während das andere Ende Wasser anzieht. So machen sie das Fett im Wasser löslich. Weil Tenside die Oberflächenspannung des Wassers herabsetzen, sorgen sie außerdem für einen besseren Wasserablauf vom Geschirr.

Enzyme wie Amylasen und Proteasen sind auch natürliche Verdauungsenzyme. Amylasen spalten das Kettenmolekül Stärke, zum Beispiel aus Mehlspeisen, in seine Bestandteile auf und lösen es so vom Untergrund ab. Proteasen machen das Gleiche mit Eiweißen (Proteinen), die beispielsweise eingetrocknetem Eigelb oder Fleischresten die Klebkraft verleihen.

Bleichmittel wie Wasserstoffperoxid beseitigen farbige Flecken, wie sie Tee oder Kaffee verursachen.

Im sogenannten „Gerüstsystem“ eines Reinigers sind außerdem Komplexbildner enthalten. Sie binden die Wasserhärteionen (Ca2+ und Mg2+), die sonst Kalkbeläge auf dem Spülgut hinterlassen. Dabei nehmen sie das Ion regelrecht in die Zange, was ihnen den griechischen Fachausdruck Chelatoren (von Chele = Krebsschere) einbrachte.

Zwar erfüllt Phosphat alle Anforderungen an einen Komplexbildner, doch aus ökologischen Gründen wird das Phosphat mehr und mehr durch andere Substanzen ersetzt. Trilon® M übernimmt in Spülmaschinentabs als Komplexbildner die Rolle desHärteionenfängers. Dabei wird es durch weitere Verbindungen wie beispielsweise Polymeren in seiner Wirkung unterstützt. In der optimalen Kombination sorgen diese unter anderem für den richtigen pH-Wert und dispergieren Salze und Schmutz. Das bedeutet: Sie verpacken unlösliche Verbindungen so, dass sie trotzdem durch Wasser abtransportiert werden können.

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Pressefoto

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