TOP
Österreich
BASF Wohnen + Bauen GmbH

Unsere Projekte

Wir investieren in unseren Bestand und haben in der Vergangenheit bereits ganze Quartiere oder Stadtteile wie zum Beispiel das Brunckviertel, die Pfingstweide (mit dem Mehrgenerationenhaus Noah) oder die Hohenzollern-Höfe gemeinsam mit den Bewohnerinnen und  Bewohnern nachhaltig entwickelt und attraktiv gestaltet. Auf diese Weise leistet die BASF Wohnen + Bauen auch einen Beitrag zur Stadtentwicklung am Standort Ludwigshafen.

Zukunft baut auf Geschichte – das ist bei dem Creation Center vor Tor 2 der BASF gut sichtbar. 2017 hat BASF Wohnen + Bauen begonnen, einen ehemaligen Luftschutzbunker, der zum BASF-Standort Ludwigshafen gehört, um einen Gebäudeteil zu erweitern. Auf das bestehende Gebäude an der Karl-Müller-Straße wurde ein Kubus mit einer Kantenlänge von 24 Metern gesetzt, in der auf zwei Etagen eine Fläche von rund 1.000 Quadratmetern entstanden ist. Erschlossen wird der Gebäudeteil über einen Treppenturm und einen Aufzug. Die vorgehängte Fassade besteht aus organischen Formen aus Metall, sie spielt mit Licht und Schattenwirkungen.

Das Gebäude verfügt über modernste Präsentations- und Simulationstechnik. Neben 15 Arbeitsplätzen für die BASF-Mitarbieter stehen flexibel nutzbare Arbeitsplätze für Projektpartner und Kunden zur Verfügung. Fertigstellt wurde  die Einrichtung Ende 2019.

Die Fassade ist so geplant, dass sie sich maximal von dem Betonbunker abhebt. Den ausgeschriebenen Wettbewerb für die Fassadengestaltung konnten die Architekten des Büros Humpert & Kösel-Humpert für sich entscheiden. 

Creation-Center_MS20_07.jpg
Creation Center 06874.jpg
Creation Center 01717.jpg

Historie - Die Geschichte steckt in den Mauern

Nach der Gründung der Badischen Anilin- und Soda-Fabrik im Jahr 1865 kamen zahlreiche Arbeitssuchende nach Ludwigshafen, die seinerzeit in improvisierten Siedlungen unter schlechten hygienischen Bedingungen lebten. Diese Umstände sowie die Absicht, die Arbeiter an das Unternehmen zu binden, waren Motive der BASF, sich auch bezüglich der Wohnsituation um ihre Mitarbeiter zu kümmern. So entstanden zwischen 1870 und 1930 zahlreiche Siedlungen. Jede Siedlung galt einer bestimmten Gruppe im hierarchischen Gefüge des Unternehmens. Im Jahr 1923 wurden die Hohenzollern-Höfe mit rund 180 Wohnungen für Angestellte der BASF erbaut. Das Gebäude imponierte bereits damals durch seine Symmetrie und Geschlossenheit sowie durch die Gestaltungselemente im neobarocken Stil. Schmucke Vorgärten im Südwesten und eine Allee im Südosten begrenzen heute das Areal mit seinen Gebäuden. Der begrünte Innenhof beeindruckt durch seine Großzügigkeit und den alten Baumbestand. Im Zweiten Weltkrieg wurden rund 20 % der Gebäude zerstört und danach wieder aufgebaut. Der ursprüngliche Charakter der Wohnanlage ist bis heute erhalten geblieben.

Konzept - Historische Wohnanlage entwickelt sich zu innovativem Wohnkonzept

Die BASF Wohnen + Bauen hat das denkmalgeschützte Gebäudeensemble in vier Bauabschnitten über sieben Jahre hinweg in eine moderne, zukunftsfähige Wohnanlage verwandelt. 

Im Jahr 2008 startete das Unternehmen mit den ersten Workshops und Planungen zur Quartiersentwicklung mit dem Ziel, „allengerechtes“ Wohnen zu ermöglichen. Voraussetzung dafür war unter anderem die komplette Umgestaltung der Grundrisse. Aus den insgesamt 180 baugleichen Wohnungen mit jeweils über 100 Quadratmetern hat die BASF Wohnen + Bauen einen neuen Wohnungsmix geschaffen, von der kleinen Ein- bis zur großzügigen Sieben-Zimmer-Wohnung. Heute ermöglichen insgesamt 255 Miet- und auch Eigentumswohnungen, ein generationenübergreifendes Wohnen – von der Nutzung als Studenten-Apartment über die großzügige Familienwohnung bis hin zum selbst organisierten betreuten Wohnen im hohen Alter.

Ziel war es, die Wohnanlage wohnlich zu gestalten und energetisch aufzuwerten, ohne den historischen Charakter zu verlieren. In Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde wurde die Fassade zur Straßenseite im ursprünglich neobarocken Stil belassen. Es konnte keine Außendämmung verwendet werden, lediglich ein Dämmputz wurde angebracht. Um dennoch die energetischen Ziele zu erreichen, griff die BASF Wohnen + Bauen auf eine Innendämmung zurück. Die Fassaden zum Innenhof erhielten ein Wärmedämmverbundsystem aus dem BASF-Material Neopor sowie vorgestellte Balkone. Die KFW-Effizienzhaus-Klasse „Denkmal“ konnte daher in den Hohenzollern-Höfen erreicht und für die meisten Gebäudeteile unterschritten werden.

Für die gelungene Umgestaltung der Hohenzollern-Höfe wurde die BASF Wohnen + Bauen mit der „Besonderen Anerkennung des Deutschen Bauherrenpreises Modernisierung 2015“ ausgezeichnet. 2013 erhielt das Unternehmen, das damals noch unter dem Namen LUWOGE firmierte, den Staatspreis für Architektur und Wohnungsbau des Landes Rheinland Pfalz. 2018 erhielt auch der Neubau an der Hüttenmüllerstraße eine Anerkennung beim Staatspreis für Architektur und Wohnungsbau des Landes Rheinland Pfalz.

Historie

1872 begann der Bau der großen Hemshof-Kolonie mit über 400 Wohnungen, in denen Werksangehörige zu günstigen Bedingungen wohnen konnten. Zwar hatte die BASF schon zuvor Unterkünfte für ihre Mitarbeiter erstellt, doch in viel bescheidenerem Ausmaß. Erst mit der Planung und Errichtung der Hemshof-Siedlung ging die BASF zum systematischen Werkswohnungsbau über. Damit wurde auch ein entscheidender Beitrag zur Überwindung der Wohnungsnot geleistet, die seit der Industrialisierung in Ludwigshafen herrschte: Viele Arbeiter hatten nur einfachste Schlafstellen oder enge Kleinwohnungen in Mietskasernen. Von solchen Kasernen unterschied sich die Hemshof-Kolonie deutlich und setzte einen eigenen städtebaulichen Akzent: Jedes der Backsteinhäuser ist freistehend, von Gärten umgeben und in vier separate Wohnungen geteilt. Die Häuser für Arbeiter sind anderthalbstöckig: Jede Wohnung hat zwei Stuben, eine Kammer, Küche, zwei Kellerräume und Garten. Die Häuser für Aufseher und Meister sind zweieinhalbstöckig: Jede Wohnung hat drei Stuben, zwei Kammern, Küche, Kellerraum und Garten. Außer der Hemshof-Kolonie entstanden in den folgenden Jahren auch Wohngebäude für Angestellte in unmittelbarer Nähe des Werkes.

Pilotprojekt macht den Auftakt

2005 startete BASF Wohnen + Bauen, die damals unter dem Namen LUWOGE firmierte, mit der Sanierung der denkmalgeschützten Siedlung. Auftakt für die Modernisierung war das Meisterhaus in der Sodastraße 40. Der Altbau aus dem Jahr 1892 wurde nach der Modernisierung zum Niedrigenergiehaus. Die Herausforderung war dabei, die bestehende Klinkerfassade auf Grund ihrer historischen Bedeutung zu erhalten und trotzdem Heizenergie und damit Heizkosten einzusparen. Deshalb hat das Wohnungsunternehmen der BASF erstmalig mit dem BASF-Schaumstoff Neopor® eine Innendämmung realisiert. Nach der Modernisierung hat sich der Energiebedarf um bis zu 80 Prozent reduziert. Mit dem Pilotprojekt hat die BASF Wohnen + Bauen wichtige Erfahrungswerte ermittelt. Für eine serienmäßige Umsetzung sind jedoch vorgefertigte Lösungen sowie handwerkliche Vereinfachungen notwendig, damit sich eine energetische Modernisierung möglichst schnell rechnet.

Das Gesamtkonzept

Die BASF Wohnen + Bauen hat  in den Folgejahren den östlichen Teil der Leuschnerstraße bis 2015 modernisiert. Der Bestand westlich der BASF wurde in Abstimmung mit BASF, Stadt und Landesdenkmalamt privatisiert, um auch dort zur Stabilisierung und zum Werterhalt des Stadtteils beizutragen.

Neben weiteren Meisterhäusern wurden nach und nach auch die 22 sogenannten Quadrohäuser mit den vier Wohneinheiten und dem jeweils kleinen Garten hergerichtet. Die Wohnungsgrößen von 60 bis 70 Quadratmetern Wohnfläche sowie die einzelnen Raumgrößen sind auch für kleinere Haushalte geeignet. Die Häuser wurden mit einer Erdgeschossdecken-, Boden- und Dachdämmung sowie zweifach verglasten Fenstern ausgestattet. Damit hat sich der Heizenergiebedarf um die Hälfte auf zirka 12 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr reduziert. Um den historischen Charakter der Häuser zu bewahren, wurden beispielsweise Giebelaufbauten und Klinkerfassade erhalten. 

Anfänge des Brunckviertels

In den 30er Jahren hatte die Badische Anilin- und Sodafabrik, die heutige BASF SE, beschlossen, unmittelbar vor ihren Werktoren eine Arbeitersiedlung zu errichten. Das Unternehmen wollte seinen Mitarbeitern preiswerten Wohnraum in direkter Nähe zum Werk anbieten. Das Viertel wurde so angelegt, dass es durch üppige Grünflächen Lebensqualität schafft und inmitten städtischen Lebens liegt. Benannt ist das „Brunckviertel“ nach dem sozial engagierten Chemiker Dr. Heinrich von Brunck, der 1884 Leitender Technischer Direktor des Unternehmens und 1901 Vorsitzender des Vorstandes der BASF war.

Fast völlig zerstört

Im zweiten Weltkrieg wurde die Werksiedlung fast völlig zerstört. Mit den dürftigen Mitteln der Nachkriegsjahre wurde sie nach den alten Plänen wieder im vollem Umfang aufgebaut. So entstanden 150 Häuser mit 850 Wohnungen. Der Wohnraum war schlicht, oft verteilten sich drei Zimmer auf 55 Quadratmeter, die Küche war der größte Raum. In den 90er Jahren zeigte sich, dass Grundrisse und Bausubstanz nicht mehr zeitgemäß waren. Mehr als 50 Jahre hatte der Zahn der Zeit an den Häusern genagt. Die geringe, teilweise schlechte Qualität der nach dem Krieg verfügbaren Materialien, Zuschnitt und Größe der Wohnungen entsprachen nicht mehr den Anforderungen an den Wohnkomfort.

Das neue Brunckviertel – Wohnen mit Zukunft

Gemeinsam erarbeiteten die BASF Wohnen + Bauen, die Stadt Ludwigshafen und das Land Rheinland-Pfalz 1996 ein umfassendes Konzept zur Modernisierung des Brunckviertels. Die Modernisierung begann 1998 und wurde 2006 abgeschlossen. Detaillierte Analysen liegen dem städteplanerischen Großprojekt zugrunde: Bewohnerstruktur, Verkehrsaufkommen und Wegeführung, Lärm- und CO2-Emissionen erfasste das Wohnungsunternehmen im Know-how-Verbund mit Wissenschaftlern, Stadt und Land. Die Bedürfnisse von jungen Familien, Schichtarbeitern und Senioren wurden bei der Konzeption des Viertels genauer unter die Lupe genommen. Ziel war es, die Grundrisse der Häuser bedarfsgerecht zu gestalten, die Parkplatzsituation zu optimieren sowie Grünflächen und Ruhezonen zu schaffen. Die Modernisierung erfolgte für einen Großteil des Viertels nach dem Prinzip des Niedrigenergiehaus-Standards im Bestand und dem Passivhaus-Standard für Neubauten. Das Wohnungsunternehmen und die Stadt Ludwigshafen entwarfen zusätzlich ein verbessertes Verkehrskonzept. Die einzelnen Planungsabschnitte diskutierte die BASF Wohnen + Bauen offen mit den Mietern, die so aktiv an der Entwicklung ihres Wohn- und Lebensraums mitwirkten. Das heutige Gesicht des Stadtviertels zeigt Erhalt und Modernisierung: Verschiedene Bauten wurden abgerissen, bestehende Gebäude saniert und Neubauten errichtet. Über 48 000 Quadratmeter Wohnfläche und 57 000 Quadratmeter Grün- und Freifläche umfasst das gesamte Wohnviertel.

Trends im Neubau – 1-Liter-Häuser

46 Stadtreihenhäuser mit einem Heizwärmebedarf von umgerechnet nur einem Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr sind im Brunckviertel entstanden. Um den niedrigen Verbrauch zu erreichen, setzt die BASF Wohnen + Bauen auf bewährte Energiesparkonzepte der Passivhaus-Technologie. Wohnen für den gehobenen Anspruch ist im Brunckviertel ebenfalls möglich. In direkter Nachbarschaft zu den Stadtreihenhäusern sind in der Rückertstraße auf 1.200 Quadratmetern zwölf Wohnungen mit gehobenem Komfort entstanden. Auch der Sitz der BASF Wohnen + Bauen liegt hier. Die außergewöhnliche Glasfassade des Gebäudes ist ein Blickfang entlang der Brunckstraße und durch die gute Lage sowohl für BASF-Mitarbeiter als auch für alle anderen Besucher leicht zu erreichen. Das sogenannte Dienstleistungs- und Servicecenter dient mit seiner kammartigen Struktur für das dahinterliegende Wohnviertel auch als Schallschutz.

Das 3-Liter-Haus – Eine Innovation in der Altbaumodernisierung

Highlight des Modernisierungskonzeptes Brunckviertel ist das erste 3-Liter-Haus Deutschlands im Bestand. Die BASF Wohnen + Bauen zeigt mit dem modernisierten Altbau ihre technische Kompetenz in Verbindung mit dem Einsatz von innovativen BASF-Produkten. Als ein Prototyp wurde das 3-Liter-Haus in der modernen Altbausanierung erprobt. Experten ermittelten experimentell, was mit moderner Technik und heutigen Baustoffen möglich ist.

Der Ludwigshafener Stadtteil Pfingstweide entstand in den 60er Jahren auf der grünen Wiese und hat heute einen Bestand von fast 3.000 Wohneinheiten, davon gehören rund 1.000 der BASF Wohnen + Bauen. Die Wohnungsunternehmen BASF Wohnen + Bauen und GAG entwickelten Ende der neuziger Jahre  zusammen mit der Stadt Ludwigshafen ein Konzept zur nachhaltigen Steigerung der Attraktivität der Pfingstweide. Es wurde  in die Häuser investiert und in diesem Zuge Hauseingänge, Fassaden und Kommunikationszonen neu gestaltet Die Öffentlichkeit wurde in das Projekt über einen Ideen- und Kreativitätswettbewerb eingebunden. Bewohner, Studenten, Hochschulen, Architekten, sozialen Einrichtungen, Vereine etc. lieferten über 80 Ideen rund ums Wohnen. Eine zentrale Hochhauskette der Wohnen + Bauen wurde zurückgebaut und so konnte durch Mitwirken aller Kooperationspartner eine „neue Mitte“ des Stadtteils mit Ärztehaus, Einkaufsmöglichkeit und Wohnhäuser entstehen. 

Leuchtturmprojekte der Wohnen + Bauen in diesem Stadtteil sind das  Mehrgenerationenhaus Noah sowie ein älteres Mehrfamilienhaus am Berner Weg, das in einem Pilotprojekt zum Null-Heizkosten-Haus umgebaut wurde.

 

Nullheizkostenhaus

Heizkosten sind passé - Angesichts steigender Energiepreise kann ein Null-Heizkosten-Haus die optimale Investitionsvariante darstellen. Die BASF Wohnen + Bauen hat ein Konzept entwickelt, das den Energiebedarf durch energetische Modernisierungsmaßnahmen auf ein technisch-wirtschaftliches Optimum senkt. Die Restenergie wird durch Nutzung regenerativer Energiequellen gewonnen. Die Kosten der eingesparten Energie werden zur Refinanzierung benutzt. So fallen die Kosten für Beheizung und Warmwasserbereitung vollständig aus den Betriebskosten heraus.

Null-Heizkosten-Haus

Mehr zum Mehrgenerationenhaus Noah lesen Sie hier.