23. August 2019
Österreich
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BASF tritt Unternehmenskoalition für inklusives Wachstum bei:
34 weltweit führende Unternehmen an der Seite von G7 und OECD im Kampf gegen Ungleichheit

23. August 2019

Unternehmenskoalition für inklusives Wachstum: 34 weltweit führende Unternehmen an der Seite von G7 und OECD im Kampf gegen Ungleichheit

  • Unternehmenskoalition für inklusives Wachstum – Business for Inclusive Growth, kurz B4IG – im Kontext des G7-Gipfels im französischen Biarritz vorgestellt
  • Die vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron geleitete Initiative wird von Danone angeführt und von der OECD koordiniert
  • Andere Unternehmen sollen sich dieser einzigartigen Koalition anschließen

Ungleichheit auf Rekordniveau – die Wirtschaft will handeln: Eine Koalition von 34 international führenden Unternehmen hat sich verpflichtet, die Menschenrechte in ihren Wertschöpfungsketten zu stärken, Inklusion am Arbeitsplatz zu sichern und die Teilhabe in ihren externen und internen Unternehmensökosystemen zu fördern. Damit unterstützt sie die von der G7 geleiteten staatlichen Anstrengungen für mehr Chancengleichheit, gegen regionale Ungleichgewichte und gegen Geschlechterdiskriminierung.

Die Mitglieder der B4IG sind global tätig, kommen aus verschiedensten Branchen, beschäftigen weltweit über 3,5 Millionen Menschen und erzielen zusammen jährlich einen Umsatz von über 1 Bill. USD. Mit ihrem 360-Grad-Ansatz zur Bekämpfung von Ungleichheit, ihrer internationalen Tragweite und ihrem Fokus auf Synergien zwischen Wirtschaft, Staat und Wohltätigkeitssektor ist die B4IG-Koalition die erste Unternehmensinitiative dieser Art. Ihre Strategie ruht auf drei Säulen:

  • Engagement der Wirtschaft gegen Ungleichheit und für Menschenrechte, Inklusion und Diversität am Arbeitsplatz und inklusive Wertschöpfungsketten
  • Inkubator für die Gestaltung bzw. Weiterentwicklung neuer inklusiver Geschäftsmodelle, für soziale Innovation und öffentlich-private Zusammenarbeit auf mikroökonomischer Ebene
  • Finanzierungsforum für inklusives Wachstum mit innovativen Finanzierungsmechanismen zwischen Wirtschaft, Staat und Wohltätigkeitssektor

Die B4IG-Koalition der G7 wird von der OECD koordiniert, die mit ihren Arbeiten aufgezeigt hat, dass Ungleichheit das Wachstum und die soziale Mobilität behindert. Die Koalition wird sich bei der Umsetzung ihres Programms für die kommenden drei Jahre auf das Fachwissen und die Evaluierungen der OECD zu wirtschaftlichen und sozialen Fragen stützen. Auf einer jährlichen Tagung werden sich Unternehmensspitzen und wichtige Akteure aus öffentlichem Sektor und Zivilgesellschaft – darunter auch Vertreter der Internationalen Arbeitsorganisation und der Bill & Melinda Gates Foundation – über Fortschritte und Erfahrungen austauschen. Die Ergebnisse der B4IG-Initiative sollen zudem im Rahmen von Business 7 und Labor 7 genutzt werden, um die Vorbereitung der Beiträge dieser Plattformen zur G7 zu unterstützen und eine inklusivere makroökonomische Wachstumspolitik zu fördern.

Die B4IG-Initiative wurde von Präsident Emmanuel Macron am Freitag, den 23. August, im Elysée-Palast im Vorfeld des Treffens der G7-Staats- und Regierungschefs in Biarritz vorgestellt.

Erfolgreiches Wirtschaften ist nur in inklusiven Gesellschaften auf einem gesunden Planeten möglich. In der B4IG-Initiative möchten wir uns mit öffentlichen und privaten Partnern für ein Wirtschaftswachstum engagieren, das alle Ebenen der Gesellschaft erreicht.

Dr. Martin Brudermüller
Martin Brudermüller

Emmanuel Faber, CEO and Vorsitzender von Danone, sagte: „In den meisten G7-Ländern schrumpft die Mittelschicht. Sie ist jedoch das Fundament der Marktwirtschaft weltweit. Wir wissen, dass Ungleichheit ab einem bestimmten Grad wirtschaftlich schädlich ist. Die Smartphones der Generation Z machen Ungleichheit sichtbarer denn je und verändern den sozialen Konsens. Dies hat zur Folge, dass die Marktwirtschaft ohne mehr soziale Gerechtigkeit nicht mehr tragfähig ist. Das ist keine Frage der Ideologie, sondern knallharter Realismus. Wir müssen uns für mehr Inklusion einsetzen, gemeinsam, Regierungen und Unternehmen gleichermaßen. Ziel von B4IG ist es, einen konstruktiven Dialog aufzubauen, um soziale Teilhabe zu fördern, innovative, inklusive mikroökonomische Geschäftsmodelle zu testen und zu skalieren und so Erkenntnisse zu gewinnen, die die makroökonomische Politikgestaltung verbessern können.“

Gabriela Ramos, OECD-Stabschefin, G7-Sherpa und Leiterin der OECD-Initiative für Inklusives Wachstum, sagte: „Die zunehmende Ungleichheit ist eine der größten sozialen Herausforderungen der heutigen Welt. Sie verfestigt Armut und untergräbt sozialen Zusammenhalt und Vertrauen. Nachhaltiges Wirtschaftswachstum bedeutet inklusives Wirtschaftswachstum. Es bedeutet, dass jeder die Chance haben muss, sein Potenzial zu entfalten und nicht nur zum Wachstum der Volkswirtschaft beizutragen, sondern selbst von diesem Wachstum zu profitieren, unabhängig von seinem Hintergrund und seiner Herkunft. Die OECD begrüßt diese von Frankreich angestoßene Initiative, in der einige der weltgrößten Unternehmen Seite an Seite mit Regierungen und OECD auf eine Verringerung der Ungleichheit hinwirken. Mit unseren Politikanalysen, Forschungsarbeiten und fachlichen Kenntnissen werden wir dabei weiter die Richtung weisen.“

Das BASF-Projekt: "Von Müll zu Chemie"

BASF beteiligt sich an B4IG, weil sozialer Zusammenhalt das Rückgrat offener und innovativer Gesellschaften ist. Innovationen sind nötig, um die Ziele für nachhaltige Entwicklung, einschließlich des Klimaschutzes, zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit der G7 zu fördern.

Ein Projekt in diesem Zusammenhang ist das Waste-2-Chemicals-Projekt in Nigeria. Mit diesem Projekt will BASF die Umweltbelastung durch Kunststoffabfälle, die in die Kanalisation und in den Atlantik gelangen, verringern und dafür mit öffentlichen, privaten und zivilgesellschaftlichen Partnern zusammenarbeiten. 

Das Projekt wird bis zum 1. Quartal 2021 drei Mikro-Recyclinganlagen für Plastikmüll einrichten. Diese Recyclinganlagen werden pro Tag etwa 5-10 Tonnen Plastikmüll recyceln [pro Anlage]. Dies ebnet den Weg für den Aufbau weiterer 50-60 Mikro-Recyclinganlagen, die dann von lokalen Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und Sozialunternehmern eingerichtet werden. Diese sollen bis zu 100.000 Tonnen der jährlich in Lagos erzeugten 750.000 Tonnen Kunststoffabfälle recyceln können. Dieses Initiative kann dazu beitragen, 12.500 bis 15.000 Arbeitsplätze bis 2025 zu schaffen, von denen 60% von Frauen besetzt werden sollen.

Aufgrund der globalen Relevanz des Plastikmüllproblems besteht ein großes Potenzial dafür, dass sich dieses Projekt weltweit übertragen lässt und wirtschaftlich tragfähig ist.

Birgit Hellmann
Global Sustainability Communications

Letzte Aktualisierung 13. Jänner 2020