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Meilensteine der BASF-Geschichte

Leuna - Werke bei Merseburg

Seit der Gründung der BASF im Jahr 1865 ist die Geschichte des Chemieunternehmens geprägt durch Innovationen. Von Indigo über Tonbänder bis zu Katalysatoren – Einblicke in die Vergangenheit und Gegenwart der BASF.

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Friedrich Engelhorn, Goldschmied und Unternehmer, gründet 1865 in Mannheim die Aktiengesellschaft „Badische Anilin- & Sodafabrik“ (BASF). Ihm schwebt von Anfang an Größeres vor: Die BASF soll nicht nur Farbstoffe produzieren, sondern auch die dafür benötigten Roh- und Hilfsstoffe sowie die Vor- und Zwischenprodukte. Soda, Anilin und Farbstoffe gehören auch heute noch zum Portfolio der BASF. Sie hat ihre Produktpalette aber ständig weiterentwickelt.

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Ein beschädigtes Thermometer – und der Durchbruch bei der Indigo-Forschung ist geschafft: Die BASF-Forscher erkennen durch diesen Zufall, dass sich Quecksilber hervorragend als Katalysator für die Herstellung von Phthalsäure eignet, einem wichtigen Vorprodukt für die synthetische Herstellung von Indigo. Damit lässt sich der begehrte blaue Farbstoff endlich wirtschaftlich herstellen. Nach 17 Jahren Forschung kommt er schließlich als „Indigo rein BASF“ auf den Markt. Er findet weltweiten Absatz, insbesondere in China, wo die BASF seit 1885 vertreten ist. Dort gehören blaue, mit Indigo gefärbte Jacken zur traditionellen Kleidung. In den 1960er Jahren werden mit Indigo gefärbte Blue Jeans zur Kultkleidung einer ganzen Generation – und finden sich bis heute in vielen Kleiderschränken weltweit.

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Um die Jahrhundertwende sind die Reserven an gebundenem Stickstoff, der in Form von Salpeter zur Düngung von Pflanzen verwendet wird, fast erschöpft. Neue Stickstoffquellen werden dringend benötigt. Auf Basis eines Verfahrens des Karlsruher Chemikers Fritz Haber gelingt es Carl Bosch in der BASF nach fünf Jahren Forschung und Entwicklung, Luftstickstoff in einem industriellen Verfahren zu binden und synthetisches Ammoniak herzustellen. Daraus werden Stickstoffdüngemittel hergestellt. Im Ersten Weltkrieg zeigt sich eine Kehrseite: Ammoniak wird in Salpetersäure umgewandelt und an die Sprengstoffindustrie geliefert. Entwickelt wurde die Ammoniaksynthese, um die Ernährung von Milliarden Menschen zu sichern – dabei hilft sie damals wie heute.

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In diesem Jahr hat das London Philharmonic Orchestra einen Gastauftritt im Feierabendhaus der BASF in Ludwigshafen. Geblieben ist von ihrem Besuch die weltweit erste Konzertaufnahme auf einem Tonband. Anfangs dachte man bei der Entwicklung von Folien als Tonträger eher an die Aufnahme von Diktaten. Doch das Konzert beweist, was das neue Magnetophonband von BASF möglich macht, und bald nutzen vor allem die Rundfunkstationen die Tonbänder. 1969 nehmen die Beatles ihre unveröffentlichten „Get Back Sessions“, eines der letzten gemeinsamen Projekte, auf ein Tonband der BASF auf. Im Jahr 1997 veräußert BASF die weltweiten Magnetbandaktivitäten an die koreanische Unternehmensgruppe KOHAP.

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Styropor ist ein Kunststoffklassiker und Leichtgewicht unter den Schaumstoffen. Denn es wird seit 1951 produziert und besteht zu 98 % aus Luft. Bis heute ist es weltweit ein Synonym für effizientes Dämmen im Hausbau und sicheres Verpacken. 1962 geht zum Beispiel die Mona Lisa in Styropor verpackt auf Reisen. Im Hafen von Kuwait gelingt 1964 eine Rettungsaktion besonderer Art: Ein gesunkenes Viehtransportschiff wird mithilfe von Styroporkügelchen, die man in das Schiffsinnere pumpt, gehoben. Einziger Nachteil: Eine Patentanmeldung für diese außergewöhnliche Bergungsmethode löst sich unerwartet in Luft auf, da Walt Disney bereits 1949 die Geschichte einer ähnlichen Schiffsbergung veröffentlicht hatte. Protagonist war der Enterich Donald Duck, der eine gesunkene Yacht mit Ping-Pong-Bällen hob. Patentrechtlich war somit eine Vorbeschreibung erfolgt, die verhinderte, dass die Styropor-Aktion als Ganzes patentfähig war.

Kläranlage / Wastewater treatment plant

BASF wird 1865 zwar als Abfallverwerter gegründet, da sie aus dem bislang lästigen Abfallprodukt Steinkohlenteer synthetische Farbstoffe gewinnt. Gleichzeitig fallen jedoch Schadstoffe an. Erste Maßnahmen zum Schutz von Wasser, Boden und Luft ergreift BASF, indem sie seit 1903 arsenhaltige Abgase reinigt und Abwässer seit 1905 entfärbt. Unter dem Vorzeichen eines verstärkten Umweltbewusstseins und verschärfter regulatorischer Rahmenbedingungen intensiviert BASF seit den 1960er Jahren ihre Umweltschutzmaßnahmen. Ein wichtiger Meilenstein ist 1974 die Inbetriebnahme der Kläranlage am Standort Ludwigshafen – zu dieser Zeit die größte mechanisch-biologische Anlage Europas. Immer wieder modernisiert, bildet sie den Hauptbestandteil eines über Jahrzehnte entwickelten, ausgeklügelten Abwasserkonzepts mit getrennten Kanalsystemen für Kühl- und Abwasser.

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Weltweit rollen etwa eine Milliarde PKW auf den Straßen. Das belastet die Umwelt. Denn durch unvollständige Verbrennung und minimale Verunreinigungen des Treibstoffs können schädliche Autoabgase entstehen. Nachdem der Engelhard Corporation, die BASF 2006 übernommen hat, 1976 mit dem ersten Drei-Wege-Katalysator der Durchbruch gelungen war, finden BASF-Forscher 2013 den Schlüssel zu einer noch saubereren Lösung: Sie entwickeln den ersten FWC™ Vier-Wege- Katalysator für Benzinmotoren. Durch diese neue Technologie können die wichtigsten Schadstoffgruppen (Kohlenwasserstoffe, Kohlenmonoxid und Stickoxide) und zusätzlich Feinstaub aus dem Abgas mithilfe eines einzigen Bauteils gefiltert und abgebaut werden.

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Ursprünglich in Mannheim gegründet, ist BASF heute mit rund 380 Produktionsstandorten und Forschungsteams an insgesamt 70 Forschungsstandorten eng vernetzt und rund um den Globus zu Hause. Innovationen sind dabei ein wichtiger Wachstumsmotor. Sie konzentrieren sich derzeit auf Wachstumsfelder wie Windenergie, Wasseraufbereitung und Batterien für Mobilität (mikroskopische Aufnahme).

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