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Wissen teilen und Leben verbessern

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Die Hälfte der indischen Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft. Das Land hat die weltweit größte Anbaufläche für Weizen, Reis und Baumwolle. Trotzdem liegen die Erträge in vielen Gebieten unter dem globalen Durchschnitt. Ein innovatives Projekt der BASF bringt Expertenwissen zu Kleinbauern und ermöglicht ihnen damit, ihre Produktivität auf nachhaltige Weise zu steigern.

Die große Mehrheit der Landwirte in Indien hat kleine Farmen, die ein geringes Einkommen erwirtschaften. Anders als Landwirte, die hochwertige kommerzielle Pflanzen anbauen – die sogenannten Cash Crops für den Exportmarkt –, fehlt den Kleinbauern der Zugang zur neuesten Technik und zum aktuellen Fachwissen. Deshalb hatte das Crop-Protection-Team von BASF 2006 die Idee, Landwirten und ihrer Gemeinschaft dabei zu helfen, ihre Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten. Sie nannten das Programm „Samruddhi“, was in Sanskrit „Wohlstand“ bedeutet.  

Traditionell hat BASF Pflanzenschutzmittel über Zwischen- und Einzelhändler an Landwirte in Indien verkauft. Die Idee hinter Samruddhi ist aber, eine nachhaltige Geschäftspartnerschaft direkt mit den Landwirten aufzubauen. Durch die Arbeit mit ihnen über die Saison hinweg – vom Anpflanzen über die Ernte bis zu den Markttagen –, durch Besuche bei den Landwirten auf ihrem Hof, individuelle Beratung, praktische Vorführungen auf dem Feld und durch Schulungen für größere Gruppen in den Stadthallen geben Agrarwissenschaftler von BASF den Landwirten Instrumente an die Hand, um ihre Kosten zu kontrollieren, ihren Ertrag zu steigern und ihr Einkommen zu verbessern. 

Samruddhi ist ein klassisches Beispiel, wie BASF sich mit Kunden zusammenschließt, um ein nachhaltiges Wirtschaften zu gewährleisten. Dabei wird das komplette Ökosystem einbezogen und der Ertrag der Landwirte gesteigert.
Sandeep Gadre
Head of Business South Asia, BASF Crop Protection

Das Programm ist seit seiner Einführung ein großer Erfolg und schnell gewachsen. 2012 haben bereits über 180.000 Sojabohnen-Landwirte an Samruddhi teilgenommen. Zudem wurde die Idee auf weitere Nutzpflanzen ausgeweitet. Im Jahr 2008 hat BASF ein Callcenter eingerichtet, um Samruddhi-Landwirten auch telefonische Beratung anbieten zu können.

Ein Teil des Erfolgs von Samruddhi resultiert aus dem ganzheitlichen Ansatz. Die Ratschläge der 700 BASF-Agrarwissenschaftler decken jeden Aspekt des landwirtschaftlichen Betriebs ab: vom Umgang mit dem Saatgut, Methoden des Anpflanzens, dem sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln bis hin zur Ernte der Pflanzen. 

Radhashyam Patidar ist ein Sojabohnen-Landwirt aus Bhesoda im Staat Madhya Pradesh. Der 45-Jährige betreibt seit 18 Jahren Ackerbau und ist 2009 erstmals mit Samruddhi in Berührung gekommen. „Was mich inspiriert hat, ist, dass das Programm eine Komplettlösung vom Samen zum Samen bietet“, sagt er. Die Ergebnisse haben ihn beeindruckt – er hat inzwischen einen zusätzlichen Ertrag von 500 kg pro Hektar seines Landes und ist damit nicht allein. Durchschnittlich erzielten die Samruddhi-Sojabohnen-Landwirte 2012 eine Ertragssteigerung von 25 % und eine Steigerung des Reingewinns um 39 % verglichen mit Landwirten, die nicht am Samruddhi-Programm teilnehmen.

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Als Margdarshak bin ich eine Quelle des Wissens für andere Bauern. Für mich ein Grund, stolz zu sein.
Radhashyam Patidar
Sojabohnen-Landwirt aus Bhesoda

Kern des Programms ist es, sicherzustellen, dass die Verbesserungen so weit wie möglich verbreitet werden. Um das zu gewährleisten, ist ein grundlegendes Prinzip von Samruddhi, dass der Landwirt sein erlangtes Wissen als Botschafter an die benachbarten Bauern weitergibt. Diese als „Margdarshaks“ bezeichneten Landwirte teilen nicht nur ihre Erfahrung und ihr Wissen, sie helfen auch, die Besuche der BASF-Experten zu koordinieren, laden ihre Nachbarn zu Treffen ein und sammeln Fragen und Anliegen. Patidar übernahm diese Rolle für seine Gemeinde im Jahr 2012. „Als Margdarshak bin ich eine Quelle des Wissens für andere Bauern. Für mich ein Grund, stolz zu sein“, sagt er.

Das Programm zielt auch darauf ab, die Ökoeffizienz zu verbessern. Indem sie den Samruddhi-Ratschlägen folgen, können die teilnehmenden Landwirte Sojabohnen umweltfreundlicher anpflanzen. Sie benötigen weniger Ackerfläche und verbrauchen weniger Energie und Ressourcen.
„Samruddhi ist ein klassisches Beispiel, wie BASF sich mit Kunden zusammenschließt, um ein nachhaltiges Wirtschaften zu gewährleisten. Dabei wird das komplette Ökosystem einbezogen und der Ertrag der Landwirte gesteigert,“ sagt Sandeep Gadre, Head of Business South Asia, BASF Crop Protection. „Durch diesen Prozess verändert BASF das Leben der landwirtschaftlichen Gemeinschaft.“