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Frust kann erfinderisch machen

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Seine Erfindungen haben Sir James Dyson einen enormen Geschäftserfolg und internationale Anerkennung eingebracht. Mit der James Dyson Foundation will der britische Industriedesigner die nächste Generation von Ingenieuren inspirieren.

„Es fehlt weltweit an Ingenieuren“, sagt Sir James Dyson, der sich mit seinen beutellosen Staubsaugern und Hochgeschwindigkeits-Händetrocknern in weiten Teilen der Welt einen Namen gemacht hat. Als Ein-Mann-Betrieb 1978 in Großbritannien gegründet, vertreibt die Firma Dyson ihre Produkte heute in 72 Ländern und beschäftigt mehr als 1.000 Ingenieure weltweit.

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Anfang 2015 hat Sir James Dyson das Imperial College in London besucht, um mit den Studierenden der Dyson School of Design Engineering über deren aktuelle Projekte zu sprechen.

Dyson ist leidenschaftlich davon überzeugt, dass Konstruktionstechnik Gutes bewirken kann. Aus Sorge über den Mangel an Ingenieuren 
hat er 2002 die James-Dyson-Stiftung (James Dyson Foundation) ins Leben gerufen, die sich der Nachwuchsförderung widmet. „Um die gegenwärtige Nachfrage zu decken, brauchen wir allein in Großbritannien jedes Jahr 69.000 neue Ingenieure. Zurzeit bringen wir aber nur einen Bruchteil davon hervor“, stellt er fest. „Ich habe die Stiftung ins Leben gerufen, um diesem Rückgang entgegenzuwirken.“ Er hofft, dass die Stiftung dazu beiträgt, das Ingenieurwesen für junge Leute ähnlich attraktiv zu machen wie andere kreative Branchen.

Heute fördert die Stiftung weltweit die Ausbildung im Bereich Konstruktion, Design und Technologie. Bisher hat sie fast 70,2 Millionen€ (50 Millionen £) gespendet. Die kostenlosen Ausbildungsmaterialien für Schulunterricht und Workshops ermöglichen praktische Erfahrungen, die dazu beitragen, „in jungen Leuten die Leidenschaft für Konstruktionstechnik zu entfachen“, erklärt Dyson. Alljährlich rufen die James Dyson Awards Studierende dazu auf, „etwas zu entwickeln, das ein Problem löst.“ Der Gewinner erhält 42.000 € (30.000 £), um seine Erfindung umzusetzen. 

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Weltweit kommt mehr als eines von zehn Kindern zu früh zur Welt. Der letztjährige Gewinner des Dyson Awards hat einen aufblasbaren Brutkasten zur Nutzung in Entwicklungsländern erfunden. Er kostet nur einen Bruchteil dessen, was man für ein herkömmliches Gerät, wie es im Krankenhaus verwendet wird, aufwenden muss.

Entscheidend ist neben dem Faktor Zeit auch Hartnäckigkeit. Eines der wichtigsten Leitprinzipien der Stiftung lautet, keine Angst vor dem Scheitern zu haben, sondern aus Fehlern zu lernen und daraus etwas Unerwartetes zu schaffen. Den Studierenden gefällt dieser Prozess: Den Prototypen bauen, herausfinden, welche Elemente nicht funktionieren, und wieder ans Reißbrett zurückkehren. „Scheitern treibt Erfindungen an. Als Erfinder muss man hartnäckig sein und darf keine Angst haben, Risiken einzugehen“, sagt Dyson und fügt hinzu, dass er für den ersten seiner berühmten beutellosen Staubsauger über 5.000 Prototypen und fünf Jahre Entwicklungszeit benötigt hat. „Jeder Prototyp hat mich dem Erfolg einen Schritt näher gebracht oder regte mich dazu an, meine Vorgehensweise zu überdenken. Es war anstrengend, aber Frustration ist ein Katalysator für bessere Erfindungen – das impfe ich den heutigen Ingenieuren bei Dyson ein. Man muss Frust erleben und das Problem verstehen, um es zu lösen.“

Wenn er einem jungen angehenden Ingenieur einen Rat geben könnte, welcher wäre das? „Beharrlichkeit!“, sagt er. „Wenn einen der Frust antreibt und man merkt, dass man sich einer tragfähigen Lösung nähert, sollte man den Widerständen trotzen. Es wird Rückschläge und Hindernisse geben. Aber ohne diese lernt man nicht, erfolgreich zu sein.“

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Sir James Dyson ist Vor­standsvorsitzender und Chefingenieur der Dyson Group. Er hat Möbel­design und Innenarchitek­tur am Royal College of Art in England studiert, bevor er sein Interesse am Ingenieurwesen entdeckte. Sein erster beutelloser Staubsauger, das Modell G­-Force, wurde 1983 in Japan auf den Markt gebracht. 1993 eröffnete er eine Fabrik in England. Die James-­Dyson-­Stiftung wurde 2002 ins Leben gerufen und hat 2014 ins­ gesamt 11,2 Millionen € (8 Millionen £) für die Gründung eines Technik­zentrums an der Uni­versität von Cambridge gespendet. Dieses Jahr wurde die Dyson School of Design Engineering am Imperial College in London gegründet.

Sehen Sie sich die Eröffnung der Dyson School of Engineering an und den Preisträger des Jahres 2014 James Roberts, wie er seine Erfindung erklärt:

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