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Kleine Forscher, großer Förderer

Dietmar Hopp
1940 in Heidelberg geboren, begann die Karriere von Dietmar Hopp 26 Jahre später bei dem IT-Unternehmen IBM in Mannheim. Gemeinsam mit vier ehemaligen Kollegen gründete er 1972 die Firma „Systemanalyse und Programmentwicklung“, die heutige SAP. 1988 erfolgte der Börsengang. 1995 rief Hopp die Dietmar Hopp Stiftung ins Leben. Sie hat bis heute überwiegend in der Metropolregion Rhein-Neckar rund 500 Millionen € für gemeinnützige Zwecke ausgeschüttet. Zudem ist Hopp als Investor tätig. Auch Fußballfans ist der 76-Jährige ein Begriff. Er unterstützt die TSG 1899 Hoffenheim, für die er in seiner Jugend selbst spielte, und verhalf dem Verein so zum Aufstieg in die erste Fußball-Bundesliga.

Chancen ergreifen – das kann Dietmar Hopp, und das möchte er auch anderen ermöglichen. Seit über 20 Jahren ist der SAP-Gründer Stifter und fördert unter anderem Bildungsprojekte. Dazu gehört auch das „Haus der kleinen Forscher“, das dem kindlichen Entdeckungsdrang Raum gibt.

„Ein ‚kleiner Forscher‘ war ich bereits als Kind“, sagt Dietmar Hopp. „Da es vor 70 Jahren kaum Spielzeug gab, war die Natur unser Spielort, und wir haben mit natürlichen Materialien gebastelt, gebaut und experimentiert.“ Diese Neugier und Flexibilität haben den studierten Nachrichtentechniker geprägt, auch in seiner beruflich entscheidenden Phase. „Später habe ich mich beim Aufbau der SAP in gewisser Weise ebenfalls als Forscher empfunden. Ich war offen für Neues und wollte Dinge ausprobieren, verstehen und vorantreiben“, ergänzt Hopp, der 1972 den bis heute jüngsten deutschen Weltkonzern mitbegründete. Dass er mit dieser Haltung so erfolgreich wurde, macht den SAP-Gründer stolz – doch keineswegs übermütig. Ganz im Gegenteil zeichnet den Unternehmer und Biotech-Start-up-Investor bis heute eine Demut aus, die ihn, gepaart mit seinem Tatendrang, auch zum erfolgreichen Stifter und Mäzen gemacht hat. Über 500 Millionen € hat die 1995 ins Leben gerufene Dietmar Hopp Stiftung bislang ausgeschüttet. Ursprünglich gegründet, um an Krebs erkrankten Kindern und ihren Familien zu helfen, fördert sie heute Projekte in den Bereichen Medizin, Sport, Soziales und Bildung. Das entspreche seinem „persönlichen Verständnis von Ganzheitlichkeit“, sagt Hopp und erläutert weiter: „Als Kind der Nachkriegszeit habe ich Erfahrungen gemacht, die mein Leben prägten. Doch jede Zeit hat ihre besonderen Herausforderungen. Wie man ihnen begegnet, liegt letztlich in einem selbst und in den Chancen, die man ergreift.“ Deshalb sei es ihm wichtig, die Chancen benachteiligter Menschen zu verbessern ebenso wie den Nachwuchs zu fördern.

Das Angebot des „Hauses der kleinen Forscher“ richtet sich auch an Kindertagesstätten. Beim „Flaschentornado“ lernen die Kinder spielerisch, wie man eine Flasche am besten leert.

Neugier wecken

Vor zehn Jahren hat Hopp daher auch das Berliner „Haus der kleinen Forscher“ mit aus der Taufe gehoben. Das Ziel dieser Stiftung ist die bundesweite Förderung der kindlichen Neugier auf naturwissenschaftlichem, mathematischem und technischem Gebiet. McKinsey und die Helmholtz-Gemeinschaft hatten sich mit dieser Idee an die Dietmar Hopp Stiftung gewandt und waren dort auf offene Ohren gestoßen. Zusammen mit der Siemens Stiftung gab Hopp das Startkapital für die Bildungsinitiative und fördert das „Haus der kleinen Forscher“ seitdem als Stiftungspartner. Bislang hat die Dietmar Hopp Stiftung rund 4,1 Millionen € in das Projekt fließen lassen, das inzwischen auch vom Bundesministerium für Bildung und Forschung maßgeblich unterstützt wird. In der Stiftung sind heute 136 Mitarbeiter beschäftigt. Das „Haus der kleinen Forscher“ hat ein deutschlandweites Netzwerk mit über 225 Partnern aufgebaut. Dazu gehören unter anderem Museen, Vereine, Kita-Träger, Jugendämter und Unternehmen. Ein Kooperationspartner ist die Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland e.V., in der sich die BASF und rund 120 weitere Unternehmen und Stiftungen engagieren.

Entdecken, Forschen, Lernen

Das „Haus der kleinen Forscher“ unterstützt pädagogische Fach- und Lehrkräfte dabei, Kinder beim Entdecken, Forschen und Lernen zu begleiten. Dabei helfen kindgerechte Experimentiervorschläge zu 15 Themenfeldern – von Astronomie, über Magnetismus bis zu Zeit. Die Kinder bauen zum Beispiel Trinkhalmraketen, Löffelmagneten und Kuchenuhren. Auch Hopp hat sich mit seinen 76 Jahren nochmal anstecken lassen. „Beim 20-jährigen Jubiläum meiner Stiftung zeigte das ‚Haus der kleinen Forscher‘ den ‚Flaschentornado‘. Das habe ich zu Hause gleich mit meinen Enkeln ausprobiert“, erzählt Hopp. Das Experiment erklärt mit Hilfe zweier Plastikflaschen, einem Adapter und Leitungswasser, wie man eine Flasche am besten leert – nämlich indem man sie kopfüber in Rotation versetzt. Pädagogen aus über 26.500 Kitas, Horten und Grundschulen haben bereits die Fortbildungsangebote des „Hauses der kleinen Forscher“ genutzt. Damit ist das „Haus der kleinen Forscher“ bundesweit die größte Qualifizierungsinitiative im Bereich der frühen Bildung.

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