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Warum Freihandel wichtig ist

Handel schafft Wohlstand und treibt Innovationen voran, was zu besseren Produkten und niedrigeren Preisen führt. Davon ist Teressa Szelest, President, Market and Business Development North America bei BASF Corporation, überzeugt. Als global tätiges Unternehmen unterstützt BASF eine umfassende Liberalisierung des Handels, die über die Abschaffung von Zöllen hinausgeht und sich zusätzlich mit wichtigen Fragen wie Normen und Richtlinien befasst.

Eine wichtige Basis der Chemieindustrie ist der globale Handel. 2015 hat der Handel mit chemischen Erzeugnissen einen Wert von 1,6 Billionen € erreicht. Ein Großteil dieses Handels erfolgt innerhalb von Wertschöpfungsketten, in denen aus Rohstoffen Konsumgüter hergestellt werden. Etwa 80 Prozent aller chemischen Produkte werden an andere Chemieunternehmen verkauft, und ein beträchtlicher Teil der Geschäfte wird zwischen verschiedenen Einheiten des gleichen Unternehmens abgewickelt.

Es hilft BASF, ihren Kunden und der chemischen Industrie insgesamt, den Handel zu stärken, indem Zölle und andere Barrieren abgebaut werden. Dadurch sinken die Materialkosten und der Preis der Endprodukte. Außerdem eröffnet sich der Zugang zu neuen Wachstumsmärkten. Gleichzeitig steigt durch den Handel der Wettbewerb, wodurch sich Innovationen schneller durchsetzen.

Dies sorgt dafür, dass wir aufmerksam bleiben, um neue Wege beim Kostenmanagement zu finden, betriebliche Verbesserungen vorzunehmen und unseren Kunden Mehrwert zu bieten. Der beste Weg zur Liberalisierung des multilateralen Handels stellten bisher Verhandlungen bei der Welthandelsorganisation (WTO) dar.

Doch die jüngste Verhandlungsrunde ist ins Stocken geraten. Zudem sind die Herausforderungen, mit denen wir heute konfrontiert sind, vielschichtig und zielen nicht nur darauf ab, die Zölle weiter zu verringern. Es sollen auch eine größere internationale Harmonisierung von Normen und Richtlinien erreicht sowie Lösungen für neue Formen nichttarifärer Handelshemmnisse gefunden werden. Diese komplexen Themen werden derzeit nicht von der WTO abgedeckt, so dass andere Wege gefunden werden müssen. Eine pragmatische globale Lösung kann nur erreicht werden, indem man den Prozess von hinten aufrollt und mit bilateralen sowie regionalen Vereinbarungen beginnt.

Michael M Thackeray
Teressa Szelest ist President, Market and Business Development North America bei BASF Corporation. In dieser Position, die sie seit 2015 inne hat, verantwortet sie die strategische Geschäftsentwicklung und das Marketing in der Region. Ihre Karriere bei BASF startete Szelest 1988. Sie war seitdem in einer Vielzahl unterschiedlicher Rollen im technischen Bereich, als Führungskraft und in der Leitung von Geschäftseinheiten tätig. Szelest erlangte einen Abschluss als Bachelor of Science in Verfahrenstechnik am Rensselaer Polytechnic Institute in Troy, New York / USA.

„Es hilft BASF, ihren Kunden und der chemischen Industrie insgesamt, den Handel zu stärken, indem Zölle und andere Barrieren abgebaut werden.“
Teressa Szelest, President, Market and Business Development North America bei BASF Corporation

Warum eine regulatorische Harmonisierung sinnvoll ist, zeigt zum Beispiel das Geschäft der BASF mit pharmazeutischen Inhaltsstoffen. Die Produktionsanlagen müssen strikte Qualitätsstandards einhalten. Das bedeutet, dass sie regelmäßig sowohl von der Europäischen Arzneimittelagentur als auch von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) kontrolliert werden, die jeweils die gleichen internationalen Normen anwenden.

Diese Verdopplung der Arbeit und der Kosten könnte durch eine Vereinbarung zwischen beiden Seiten verhindert werden, ohne sich auf die Standards auszuwirken. Das vorgeschlagene bilaterale Handelsabkommen zwischen den USA und der EU – die Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) – würde einen ebensolchen Rahmen schaffen, der es den Behörden erlauben würde, ihre Inspektionen gegenseitig anzuerkennen.

Ein solches Maß an Vertrauen und Harmonisierung zu erreichen, ist ein komplexes Unterfangen. Aus diesem Grund müssen wir klein anfangen, um am Ende etwas Großes zu erreichen. Bilaterale Freihandelsabkommen könnten sich als gangbarster und pragmatischster Weg erweisen, den freien Warenaustausch zum Wohle der Gesellschaft zu stärken – und ein Signal gegen die sich weltweit im Aufwind befindlichen protektionistischen Tendenzen sein. Damit solche Abkommen am Ende erfolgreich sind, müssen sie aber offen sein für den Beitritt weiterer Länder, die den weltweiten Handel mitgestalten.

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