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Straße unter Strom

Mit dem Ziel, bis 2030 im Verkehr ohne fossile Brennstoffe auszukommen, forscht Schweden an neuartigen Infrastrukturmöglichkeiten. Das jüngste Projekt: „eRoadArlanda“, eine elektrifizierte Straße, die Elektroautos mit Strom versorgt – und dabei ohne Oberleitung auskommt. Auf knapp 2 km ist die kürzlich eingeweihte Strecke Teil der öffentlichen Straße 893 zwischen dem Arlanda Cargo Terminal und dem Rosersberg Logistikgebiet außerhalb von Stockholm. Der Strom wird dabei per Kontakt über eine Schiene übermittelt: Die Fahrzeuge müssen dafür die Ladeelektronik samt Batterie und einen beweglichen Ladearm an Bord haben. Dieser Arm erkennt nicht nur automatisch den Ladebereich und klinkt sich ein, sondern löst sich bei Bedarf auch von selbst, z. B. beim Überholen. Die Technik kann zügig in bestehende Straßen integriert werden, so dass eine Umrüstung keine langen Behinderungen mit sich brächte. Die vollautomatische Stromschiene lässt sich in Sektionen unterteilen, die nur während der Benutzung Strom führen. Da das System gleichzeitig die Energieaufnahme des Fahrzeugs überwachen kann, können auch die Kosten zugeordnet und berechnet werden. Hinter „eRoadArlanda“ stehen 23 Partner, darunter Lkw-Hersteller DAF und Energiekonzern Vattenfall, die das Ziel verfolgen, Transport ohne fossile Brennstoffe auch in anderen Teilen Schwedens und der Welt möglich zu machen – das schwedische Straßenverkehrsamt hat bereits einen landesweiten Plan für den Einsatz des Systems entworfen.Doch auch an anderen Orten wird rund um smarte Infrastruktur geforscht: In China wurde eine Straße mit integrierten Sensoren und Solarmodulen entwickelt, die rund 800 Haushalte sowie einen Teil der Straßenbeleuchtung mit Strom versorgt. In der zwischen Peking und Shanghai gelegenen Stadt Jinan wurde ein knapp 1 km langer Straßenabschnitt mit der Technik bestückt. Die Solarmodule werden durch eine dünne Schicht von transluzentem Beton und Kunststoff geschützt, die das Sonnenlicht problemlos durchdringen kann. Rund 45.000 Fahrzeuge befahren die Strecke täglich – im nächsten Schritt möchten die Entwickler ein Induktionssystem entwickeln, das ähnlich wie in Schweden die Akkus von Fahrzeugen aufladen kann. Während die Solarstraße derzeit noch zu teuer ist, um sie landesweit einzusetzen, wird weiter an den Möglichkeiten der Straßen von morgen geforscht.

Letzte Aktualisierung 7. Mai 2018