Geschichte

Zwangsarbeit im I.G.-Werk Auschwitz-Monowitz

Vernichtung durch Arbeit

1941 fällt die Wahl auf Monowitz in der Nähe von Auschwitz im deutsch besetzten Polen als Standort der vierten Buna-Fabrik und weiterer Anlagen der I.G. Farben. Sie sollen auf Wunsch der deutschen Wehrmacht im Osten und damit außerhalb der Reichweite alliierter Flugzeuge entstehen. Auf der I.G.-Baustelle in Monowitz kommen neben deutschen Fachkräften und Zwangsarbeitern aus ganz Europa auch Häftlinge des nahe gelegenen Konzentrationslagers Auschwitz zum Einsatz.

Im Juni 1942 beginnt die I.G. Farben auf ihrem Werksgelände in Monowitz mit der Errichtung eines eigenen Konzentrationslagers (Auschwitz III oder Buna/Monowitz). Die ersten 600 Insassen werden im Oktober 1942 in das firmeneigene Konzentrationslager eingewiesen, in dem mit über 11.000 Häftlingen im Juli 1944 die maximale Belegung erreicht ist.

Über die Zahl der Opfer des Konzentrationslagers Buna/Monowitz liegen abweichende Schätzungen vor. Berücksichtigt man neben dem Konzentrationslager Buna/Monowitz auch seine Außenlager, besonders im Steinkohlebergbau, ist insgesamt von rund 41.000 Häftlingen auszugehen, von denen etwa 30.000 getötet werden. Sie fallen dortigen Lebens- und Arbeitsbedingungen entweder unmittelbar auf der Baustelle oder im Krankenbau des Lagers Buna/Monowitz zum Opfer. Oder sie werden – wegen schlechter Verpflegung und harter Arbeit körperlich ausgezehrt, krank oder verletzt – durch arbeitsfähige Neuankömmlinge ersetzt und im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordet.