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Ludwigshafen

Tor 4 – Die Jury

"Wie geht das neue WIR?" lautet die Frage der vierten Runde von BASF Tor 4. Im Februar 2022 trat dann die Jury zu einer nicht-öffentlichen Sitzung zusammen und entscheidet, welche der Projekte im Rahmen von Tor 4 gefördert werden. Die Jury besteht aus vier externen Experten aus verschiedenen Kunstsparten sowie einem Vertreter der BASF. 

 

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Alexander Koch (geb. 1973) ist Kurator, Autor, Galerist und Kulturmediator. Er ist Mitbegründer der Galerie KOW in Berlin, deren Programm für eine gesellschaftlich orientierte Kunst steht, mit internationalen Positionen wie Renzo Martens, Candice Breitz, Hiwa K, Tobias Zielony, u.a. Zugleich ist er seit 2007 Co-Initiator und seit 2009 Leiter der Neuen Auftraggeber/ New Patrons in Deutschland. Seit 2013 entwickelt Koch New Patrons-Initiativen in Kamerun, dem Libanon, und weiteren Ländern. Nach dem Studium der bildenden Kunst war Koch 2000–2005 Dozent an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Zahlreiche Ausstellungen, Veröffentlichungen und Vorträge reflektieren seit 1998 die institutionellen und ökonomischen Transformationen der jüngeren Gegenwart und deren Konsequenzen für die zeitgenössische Kunst.

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Çağla Ilk arbeitet in Theorie und Praxis an der Schnittstelle von Architektur, bildender Kunst und Performance. Sie wurde in Istanbul/Türkei geboren, studierte an der Technischen Universität Berlin und an der Mimar Sinan Universität Istanbul Architektur und war bis vor kurzem als Dramaturgin und Kuratorin am Maxim Gorki Theater in Berlin tätig. In dieser Zeit war sie für spartenübergreifende Projekte und Festivals verantwortlich, die darstellende, performative und bildende Kunst verbanden – häufig in einem transkulturellen Kontext. Çağla Ilk hat zahlreiche Ausstellungen kuratiert, zuletzt „This might be a place for humming birds“ in der Berliner Galerie im Körnerpark. Als Wissenschaftlerin arbeitete sie am Forschungsprojekt „Baukultur in der multiethnischen Stadt“ an der Universität Siegen. Kulturpolitisch war sie als Präsidiumsmitglied der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst (nGbK), als Mitglied im Rat für die Künste Berlin und in zahlreichen Jurys der Kulturförderung tätig. Seit Mai 2020 ist Çağla İlk gemeinsam mit Misal Adnan Yıldız Direktorin der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden.

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Dr. Carla Seidel wurde in Osnabrück geboren und erwarb ihre Promotion in Analytischer Chemie an der Universität Hannover. 1996 trat sie in die BASF ein, wo sie nach mehreren Stationen heute als Senior Vice President in der Forschung Analytik, Materialphysik und Formulierung verantwortet. Seit 2020 ist Dr. Carla Seidel zudem Vorstandsmitglied der Gesellschaft Deutscher Chemiker, seit 2019 gehörte sie dem Strategic Advisory Board Energie der Helmholtz Gesellschaft an.

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Elke aus dem Moore ist seit 2018 Direktorin der Akademie Schloss Solitude. Zuvor leitete sie die Abteilung Kunst des ifa (Institut für Auslandsbeziehungen) und war Leiterin des Künstlerhauses sowie Kuratorin für zeitgenössische Kunst an der Shedhalle Zürich. Elke aus dem Moore ist Initiatorin und Mitgründerin des Online-Magazins Contemporary and (C&) sowie der International Biennial Association – IBA. Ihr kuratorischer und programmatischer Ansatz folgt dem Prinzip der Begegnung, des Austauschs und des Dialogs. Die Verschränkung von globalen gesellschaftlichen Fragestellungen mit lokalen Erfahrungen und Praktiken zeitgenössischer Kunst bestimmen die programmatische Ausrichtung ihrer Arbeit. Sie initiierte zahlreiche Ausstellungen, Zusammenkünfte, Konferenzen und Workshops zu diesen Themen.

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Jeremias Thiel (geb. 2001), wuchs unter schwierigen Bedingungen im Kaiserslauterner Arbeiterviertel "Kotten" auf. Mit elf Jahren meldet er sich selbst beim Jugendamt und verlässt die Familie, um in einem SOS-Kinderdorf zu leben. 2019 erwirbt er sein Abitur am United World College in Freiburg. Im März 2020 veröffentlicht er sein Buch "Kein Pausenbrot, keine Kindheit, keine Chance". Derzeit studiert er Politikwissenschaften und Management am St. Olaf College in Minnesota. Nach dem Studium will Jeremias nach Deutschland zurückkommen, um hier weiter für seine Forderung nach mehr Chancengleichheit und sozialer Gerechtigkeit im politischen, und gesellschaftlichen Rahmen zu kämpfen: "Es ist meine Verantwortung und meine verdammte Pflicht, den Jugendlichen und Kindern eine Stimme zu geben, die von Politik und Gesellschaft vernachlässigt werden."