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Offensive Bildung

Motorik ABC – Ein Projekt zur Förderung der motorischen Entwicklung und Sprachfreudigkeit bei Kleinkindern

Die Entwicklung der motorischen und koordinativen Fähigkeiten von Kleinkindern gewinnt auf Grund sich stark verändernder Lebensräume und Lebensumstände zunehmend an Bedeutung. Ziel des Projektes ist die Förderung der Motorik und der Sprache als wesentliche Dimensionen der kindlichen Entwicklung. 

Das Kindergartenalter bietet optimale Lernvoraussetzungen sowohl für den Entwicklungsbereich der Motorik als auch für die (Weiter-) Entwicklung der Sprache. Die neurologischen Vernetzungsprozesse im Gehirn sind beim Eintritt in die Kindertagesstätte bei weitem nicht abgeschlossen und können durch gezielte Programme positiv beeinflusst werden. Bei diesen Prozessen im Gehirn spielt auch die körperliche Bewegung eine wesentliche Rolle.

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Aus diesem Grund haben die „Offensive Bildung“ und die Manfred Lautenschläger-Stiftung ein auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basierendes Programm für Klein- und Vorschulkinder auf den Weg gebracht, das die Förderung motorischer mit sprachlichen Elementen kombiniert.

Bewegung schafft soziale Interaktion – Sprachanlässe und soziale Interaktion schaffen Bewegungsanlässe. Durch eine gute Förderung lassen sich bedeutsame Verbesserungen in der motorischen Entwicklung erzielen und so kann ein „Vorsprung fürs Leben“ gewonnen werden. Vor allem für Kinder aus bildungsferneren Schichten und für Kinder mit Migrationshintergrund sind diese Interventionen lohnend, da neben der motorischen Entwicklung auch Zugänge zum hemmungsfreien Sprechen sowie Möglichkeiten zum sozialen Kompetenzerwerb eröffnet werden. Beide Teilmodule (Motorik ABC und Bewegte Sprache) basieren auf der Grundphilosophie der ganzheitlichen Bildung von Kindern in ihrer geistigen, emotionalen und motorischen Entwicklung. 

Für das „Motorik ABC“ wurden zwei Teilmodule entwickelt: das namensgebende Modul „Motorik ABC“ und das evaluierte Aufbaumodul „Bewegte Sprache“.

Die beiden Elemente gründen auf langjährigen Forschungen des Initiators der international weit verbreiteten Ballschule Heidelberg, Prof. Dr. Klaus Roth (Universität Heidelberg) sowie auf Studien der Bewegungspädagogin für das Kleinkind- und Vorschulalter, Prof. Dr. Renate Zimmer (Universität Osnabrück).

Im ersten Modul, dem „Motorik ABC“, geht es um ein fundiertes Programm zur motorischen Frühförderung in Kindertagesstätten. Dabei wird – der Philosophie der Orientierungspläne in allen Bundesländern entsprechend – das Bildungsfeld „Körper, Bewegung, Gesundheit“ gezielt mit sprachlichen, kognitiven und sozial-emotionalen Lerngelegenheiten verknüpft.

Im zweiten Modul, „Bewegte Sprache“, steht die Förderung sprachlicher Kompetenzen und der Sprachfreudigkeit im Vordergrund. Auch hier werden – dem Prinzip der Ganzheitlichkeit folgend – weitere Bildungsfelder vor allem aus dem Bereich der Motorik systematisch berücksichtigt. Sprach- und Bewegungsanlässe werden zwanglos aufeinander bezogen. Denn durch das Lernen mit dem ganzen Körper, mit allen Sinnen und in Bewegung, wird eine vielfältige und komplexe Vernetzung der Inhalte im Gehirn möglich. Das Modul „Motorik ABC“ und das Aufbaumodul „Bewegte Sprache“ qualifizieren pädagogische Fachkräfte, die Förderung der motorischen und sprachlichen Fähigkeiten von Kindern noch besser in den pädagogischen Alltag der Kindertagesstätten implementieren zu können.

Im Anschluss an die Fortbildungen begleiten die Mitarbeiter des Projekts die Durchführung in den Kindertagesstätten, z. B. in Form begleitender Hospitationen.

Die wissenschaftliche Begleitung des Motorik ABC dauert gegenwärtig noch an. Mittels eines Kontrollgruppen-Designs werden die Effekte auf die Kinder der beiden Module "Motorik ABC" und "Bewegte Sprache" in den Jahren 2012, 2013 und 2014 getestet. Mit ersten Analyse-Ergebnissen ist 2015 zu rechnen.

Aus den ersten Erfahrungen der Modellphase lässt sich vorsichtig – aufgrund der kleinen Stichprobe und der kurzen Projektlaufzeit – schließen, dass das Programm sehr gut in den Kindergartenalltag integriert werden kann. Sowohl zeitlich als auch räumlich kann das Programm so flexibel angewendet werden, dass sich in jeder Einrichtung Möglichkeiten schaffen lassen, das Motorik ABC umzusetzen.

Die Erzieherinnen fühlen sich mehrheitlich gut geschult und in der Lage, die Fortbildungsinhalte mit Hilfe der Lehrmaterialien an die Kinder weiterzutragen. Probleme bei der Umsetzung betreffen folglich nicht die eigenen Kompetenzen sondern die motorischen und sprachlichen Defizite der Kinder, die die Durchführung des Programms teilweise erschweren. Etwas unsicher fühlen sich die Erzieher(innen) bei der Weitergabe an Kollegen/Kolleginnen, die nicht an der Fortbildung teilgenommen haben.       

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Sprechen Sie uns an:

Institut für Sport und Sportwissenschaft

Projektbüro „Motorik ABC“
Im Neuenheimer Feld 700
69120 Heidelberg
06221-54-4339

Partner des Projektes

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