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Offensive Bildung

Sprache macht stark! Kita-Team

Sprache ist der Schlüssel zum Bildungserfolg und zur Integration. Wer versteht, um was es geht, der kann auch mitreden. Sprachkompetenz ist sowohl für den Bildungserfolg als auch für die gesellschaftliche Integration zentral. „Sprache macht stark! Kita-Team“ optimiert die sprachliche Förderung und Bildung Zwei- bis Vierjähriger in Kindertagesstätten durch die bedarfsgerechte Beratung und Weiterqualifizierung des gesamten Kita-Teams.

Das Konzept ist eine Weiterentwicklung von Sprache macht stark!, das 2006 entwickelt wurde, um Kinder mit Migrationshintergrund und/oder aus sozial- und bildungsbenachteiligten Familien beim Erwerb der deutschen Sprache zu unterstützen.

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„Sprache macht stark! Kita-Team“ bietet ein umfassendes Sprachförderkonzept, das sich durch einen frühen Beginn der Förderung, durch intensive Schulung von Sprachförderkräften und ganzen Kita-Teams auszeichnet. „Sprache macht stark! Kita-Team“ richtet sich an alle Kindertagesstätten in der Metropolregion Rhein-Neckar, die Sprachförderung als eine zentrale Bildungsaufgabe sehen - auch dann, wenn sie bereits am Vorläuferprojekt "Sprache macht stark! teilgenommen haben. 

Basis für eine gelungene Implementierung der Sprachförderung in den pädagogischen Alltag ist eine intensive Qualifizierung und Begleitung der pädagogischen Fachkräfte. Daher liegt ein Schwerpunkt von „Sprache macht stark! Kita-Team“ auf der Weiterqualifizierung der pädagogischen Fachkräfte und einer beratenden Begleitung bei der Planung und Umsetzung von Fördermaßnahmen im Kita-Alltag. 

"Sprache macht stark! Kita-Team"...

  • qualifiziert das gesamte Kita-Team,
    weil Sprachförderung überall eine Querschnittsaufgabe in allen Alltagssituationen einer Kita ist und ein qualifiziertes Team spezialisierte Multiplikatorinnen optimal unterstützt und ergänzt.
  • qualifiziert die Multiplikatorinnen nach ihren Kompetenzen,
    weil sie unterschiedliche Ausgangsqualifikationen und Erfahrungen mit Sprachfördermaßnahmen und -projekten haben und vor besonderen Aufgaben (z. B. Sprachförderung in Kleingruppen, Zusammenarbeit mit Eltern, alltagsintegrierte Sprachförderung) stehen.
  • berät das gesamte Kita-Team individuell,
    weil die Bedingungen in einzelnen Einrichtungen unterschiedlich sind und vorhandene Ressourcen für die Sprachförderung in jeder Einrichtung spezifisch organisiert und vernetzt werden.
  • coacht die MultiplikatorInnen und das Team, 
    weil die Umsetzung von Wissen über Sprache, Spracherwerb, Mehrsprachigkeit, Sprachförderung und deren Organisation im pädagogischen Alltag auf die individuelle Sprachfördersituation abgestimmt wird. 
  • fördert den einrichtungsübergreifenden Austausch der MultiplikatorInnen,
    weil der kollegiale Austausch unter ExpertInnen neue Blickwinkel eröffnet und praktische Lösungen aufzeigt. 
  • evaluiert den Erfolg der Umsetzung,
    weil es wichtig ist, erfolgreiches Arbeiten in der pädagogischen Praxis zu belegen und sichtbar zu machen.

Einrichtungsleitung

„Bei "Sprache macht stark! Kita-Team" können die Kinder ihre sprachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten mit Lust und Freude anwenden und erweitern. Es trägt zu einer verstärkten Selbstreflexion des eigenen Sprachverhaltens der Teammitglieder bei und erreicht durch die Teamschulungen sowie die Sensibilisierung jeder einzelnen pädagogischen Fachkraft für ihre eigene Sprache ein wachsendes Bewusstsein und eine Verbesserung der Professionalität unseres Teams.“

 

Pädagogische Fachkräfte

"Sprache macht stark! Kita-Team" ...

  • ... ist eine gezielte zusätzliche Förderung, die dazu beiträgt, die Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern und Kindern zu stärken,
  • ... macht allen Beteiligten viel Spaß,
  • ... sensibilisiert das Bewusstsein der Eltern für die Wichtigkeit von Sprache und Kommunikation,
  • ... bewirkt, dass die ganze Kindertagesstätte ihre Kräfte und Kompetenzen bündelt und so Freude am Sprechen, an Sprache und Kommunikation erzeugt.“

 

Eltern

„Ich bin stolz darauf, welche Fortschritte meine Tochter im ersten Halbjahr bei "Sprache macht stark! Kita-Team" gemacht hat. Sie hat sich schon einen richtig großen Wortschatz angeeignet und versteht schneller und besser, als ich das erwartet habe.“

 

Trägervertretung

Prof. Dr. Cornelia Reifenberg, Beigeordnete für Kultur, Schulen, Jugend und Familie, Stadt Ludwigshafen am Rhein

„Mit Sprache erschließt sich die Welt, eröffnen sich Entwicklungschancen und Teilhabe wird gestärkt. Ich halte eine altersangemessene, differenzierte möglichst frühe Förderung der Sprachkompetenz für eine elementare Aufgabe der frühen Bildung und Erziehung. Dies gilt für alle Kinder, aber ganz besonders für diejenigen, die aus unterschiedlichen Gründen in ihrer bisherigen Bildungsbiografie benachteiligt sind. In einer sprachfreudigen Umgebung gelingt eine gute und auch ausgleichende Sprachentwicklung, wenn Eltern, Kita und Schule in gemeinsamer Verantwortung handeln. Das Miteinander-Leben braucht auch das Miteinander-Kommunizieren, in einer wie auch in der Vielfalt der Sprachen. Dann macht Sprache wirklich stark!.“

Die Evaluation illustriert, dass es grundsätzlich allen Einrichtungen gelungen ist, die Sprachförderung in Kleingruppen und Eltern-Kind-Gruppen während des Implementierungsjahres in den Kindergartenalltag zu integrieren. Als besondere Herausforderung erwies sich die Integration der Sprachförderung in den pädagogischen Alltag.

Die Ergebnisse im Bereich der Fachkräftebefragung zeigen, dass die Sprachförderkräfte alle Qualifizierungsmaßnahmen geschätzt und als hilfreich für die Arbeit mit dem Konzept von Sprache macht stark! empfunden haben. Die Befragung der Leitungskräfte macht deutlich, dass es sehr gut möglich ist, auch nach der Implementierungsphase nach den Vorgaben des ursprünglichen Konzepts zu arbeiten.

Evaluationsbericht

Entstehen dem Kita-Träger weitere Folgekosten - abgesehen von Kosten für die Implementierung?

Mit der Implementierung sind die pädagogischen Fachkräfte in den Einrichtungen auf die Aufgabe vorbereitet, Sprachförderung nach dem Konzept von „Sprache macht stark! Kita-Team“ durchzuführen. Sprachförderung wird zu einem wesentlichen Teil der Konzeption der Einrichtung und damit dauerhaft in der täglichen pädagogischen Arbeit verankert. Um das Förderangebot in der Kindertagesstätte zu stärken, besteht im Rahmen von „Erreichtes verstärken“ [Link] die Möglichkeit, weitere Fachkräfte nach zu schulen und an Nachhaltigkeitsmaßnahmen teilzunehmen.

 

Die Umsetzung des Projektes erfordert umfangreiche Personalressourcen. Wie kann die Kontinuität gesichert werden, wenn wir im Alltag schon häufig in Personalnot geraten?

Die Entscheidung für „Sprache macht stark! Kita-Team“ ist eine Prioritätensetzung. Sprachförderung für die neuen Kinder in ihrer Einrichtung wird damit zu einem Schwerpunkt, der auch eine entsprechende Personaleinsatzplanung erfordert. Der Nutzen aus der Sprachförderung wiegt jedoch die Herausforderungen auf, die Ihnen anfangs begegnen, da sich die Kinder insgesamt wesentlich schneller und einfacher in die Kindertagesstätte integrieren und sich dort auch schnell wohlfühlen.

 

Ich würde sehr gerne an der Implementierung teilnehmen, meine Kita hat aber keine geeigneten Räumlichkeiten für die Sprachförderung. Was kann ich tun?

Für die Kleingruppen reichen kleinere Nebenräume. Wichtig ist, dass Sie im Team klare Absprachen treffen, wann der Raum für welchen Zweck genutzt wird, und Doppelbelegungen vermeiden. Wenn Ihnen für die Eltern-Kind-Gruppen keine großen Räume in der Einrichtung zur Verfügung stehen, überlegen Sie, ob Sie Räumlichkeiten in der näheren Umgebung der Kindertagesstätte (Spielhaus, Gemeindesaal, Nachbareinrichtung) nutzen können.

 

Sprachförderung findet bei uns schon im Rahmen des Landesprogramms statt. Wird damit die Landesförderung überflüssig?

Sprachförderung im Rahmen des Landesprogramms wird nicht überflüssig. Die frühe Förderung ergänzt das Angebot und wird wahrnehmbare positive Effekte auf das Sprachvermögen der Kinder haben. Zur altersgemäßen Entwicklung können kontinuierliche Sprachförderangebote notwendig sein. Diese sollten aufeinander aufbauen und inhaltlich und methodisch an das Konzept der vorangegangenen Förderung im Rahmen von „Sprache macht stark! Kita-Team“ anknüpfen.

 

Wie passen andere Sprachförderkonzepte, die wir schon durchführen, mit der Konzeption von "Sprache macht stark" Kita-Team" zusammen?

Jede sprachlich begleitete intensive Interaktion mit Kindern hat einen positiven Effekt auf ihre sprachliche Entwicklung. Bei "Sprache macht stark! Kita-Team" geht es darum, den Kindern eine sprachliche Basis zu ermöglichen, damit sie am Bildungsangebot der Einrichtung aktiv teilnehmen können. Nach dem ersten Förderjahr sind vor allem die Kinder mit Deutsch als Zweitsprache unter Umständen noch nicht so weit, dass auf eine Weiterförderung verzichtet werden kann. Viele Kinder werden von einer zielgerichteten Förderung bestimmter sprachlicher Bereiche auch im zweiten und dritten Kita-Jahr profitieren. Das Angebot muss bedarfsgerecht aufeinander abgestimmt sein.

 

Wie lässt sich "Sprache macht stark! Kita-Team" mit dem Situationsansatz vereinbaren?

Die Sprachförderung nach dem Konzept von Sprache macht stark! ermöglicht den Kindern eine aktive Teilhabe an den Bildungsangeboten der Einrichtung, sie lernen, ihre Bedürfnisse und Wünsche sprachlich zu artikulieren. Die Förderung erfolgt in Form von altersgerechten Spielen und in natürlichen Kommunikationssituationen zu Themen, die die Kinder dieser Altersgruppe bewegen. Durch die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten der Förderangebote unter aktiver Beteiligung der Kinder werden wesentliche Prinzipien des Situationsansatzes erfüllt. Ansprechende Aktivitäten ermöglichen das Lernen in realen Lebenssituationen mit echten Gegenständen. Dadurch erwerben die Zwei- bis Vierjährigen bei "Sprache macht stark! Kita-Team" langfristig die (sprachlichen) Grundlagen zur Partizipation und aktiven Aneignung ihrer Lebenswelt. Wesentlich ist, dass die Sprachförderkräfte immer wieder die Chancen der Verknüpfung der Sprachförderung mit realen Lebenssituationen der Kinder reflektieren und nutzen. 

 

In unserer Einrichtung sind die meisten Eltern berufstätig und werden wahrscheinlich nicht an den Eltern-Kind-Gruppen teilnehmen können. Gibt es dazu Erfahrungen?

Unsere Erfahrungen zeigen, dass man auch berufstätige Eltern gewinnen kann, an den Eltern-Kind-Gruppen teilzunehmen, wenn Sie den individuellen Nutzen für sich und ihre Kinder konkret erfahren und spüren. Hinsichtlich der Organisation, vor allem der zeitlichen Verankerung des Angebots, kann eine Regelung getroffen werden, bei der möglichst viele Eltern daran teilnehmen können. Im Rahmen der Fortbildungen und des Coachings werden Sie über die bisherigen Ansätze und o.g. Erfahrungen informiert.

 

Ist der Zeitpunkt mit zwei, drei Jahren nicht zu früh für gezielte Sprachfördermaßnahmen? Kinder sollten sich doch erst an ihr neues Umfeld gewöhnen.

Im Gegenteil. Erfahrungen zeigen, dass sprachliche Barrieren gerade zu Unsicherheit führen und das Gefühl des Fremdseins noch verstärken. Nimmt man die neuen Kinder an die Hand und unterstützt sie bei den ersten sprachlichen Erkundungen in der Einrichtung, so erleichtert man ihnen den Einstieg in den neuen Lebensabschnitt. Im Konzept von "Sprache macht stark! Kita-Team" geht es darum, gemeinsam mit den Eltern eine sprachliche Brücke von der Familie in die Kita aufzubauen. Zudem sind Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren fasziniert von Sprache und Sprachen sowie hoch motivierte Lerner.

 

An welchen sprachlichen Ebenen setzt die Sprachförderung nach "Sprache macht stark" - Kita-Team" an?

Die Förderung erfolgt in alltäglichen kommunikativen Situationen, zielt auf eine Erweiterung des Wortschatzes und gleichzeitig auf die Unterstützung beim natürlichen (ungesteuerten) Erwerb der Grundstrukturen der deutschen Sprache. Aktuelle Ergebnisse der Spracherwerbsforschung zeigen, dass Kinder im Alter von drei Jahren, die Deutsch als Zweitsprache erwerben, im Wesentlichen den gleichen Erwerbsverlauf aufweisen wie beim Erwerb von Deutsch als Erstsprache. Daher muss ihnen ein verstärktes Sprachangebot unterbreitet werden, damit der Erwerbsprozess in Gang kommen kann.

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