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Offensive Bildung

Vom Klein-Sein zum Einstein

Die naturwissenschaftliche Bildung ist für die Entwicklung von Kindern zentral. Daher gilt es, die kindliche Neugier und den Forschergeist aufzunehmen und sie gemeinsam mit Kindern, Eltern und pädagogischen Fachkräften in Bildungsprozessen umzusetzen.

Bei „Vom Klein-Sein zum Einstein“ werden Kinder durch lebensnahe Experimente an das naturwissen­schaftliche Denken herangeführt. Das Projekt ermöglicht es den teilnehmenden Kindertagesstätten, dem kindlichen Interesse an Naturphänomenen Rechnung zu tragen und Gelegenheiten zum Beobachten und Schlussfolgern, zum Experimentieren und Erklären, zum Zählen, Messen und Vergleichen, zum Erfahren und Erfassen von geometrischen Objekten zu schaffen.

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Darüber hinaus wird dazu angeregt, die lernmethodische Kompetenz der Kinder zu fördern und damit das Bewusstsein der Kinder für ihre eigenen Lernprozesse geschärft. Durch den Einbezug der Eltern wird es möglich, die Lernprozesse in der Kita mit dem Alltag zu Hause in Verbindung zu bringen und dort zu vertiefen. Eltern und pädagogische Fachkräfte werden so zu Erziehungspartnern der Kinder.

Kinder stellen Fragen, möchten ihre Welt verstehen, sind Forschende und Erfinder*innen. Mit „Vom Klein-Sein zum Einstein“ wird die Neugier und der Forschergeist bei Kindern, Eltern und pädagogischen Fachkräften geweckt.

Befunde aus der Hirnforschung bestätigen: Kinder sind zwischen 3 und 6 Jahren äußerst neugierig und experimentierfreudig. Sie interessieren sich für Naturphänomene und suchen nach Zusammenhängen von Ursache und Wirkung. Sie beobachten Veränderungen genau und konfrontieren Erwachsene mit Warum-Fragen.

Das Projekt „Vom Klein-Sein zum Einstein“ ermöglicht eine wesentliche Erweiterung des naturwissenschaftlichen Angebotes für Kindertagesstätten und verankert eine interdisziplinäre Konzeption ganzheitlichen Lernens situativ im pädagogischen Alltag.

„Vom Klein-Sein zum Einstein“ ermöglicht es, Kindern früh ihrer Begeisterung für naturwissenschaftliche Themen nachzugehen. Hierzu werden die pädagogischen Fachkräfte in den Kindertagesstätten weitergebildet, Eltern-Kind-Workshops durchgeführt und Lernwerkstätten eingerichtet.

Die pädagogischen Fachkräfte werden in entwicklungspsychologische und pädagogische Erkenntnisse zum naturwissenschaftlichen Denken bei Kindern eingeführt und darin unterstützt, selbst für ausgewählte Phänomenbereiche Lerneinheiten zu entwickeln. Diese Fortbildungen helfen dabei, Berührungsängste zu überwinden, und ermutigen dazu, eigene Bildungskonzepte im Team umzusetzen.

Auch die Eltern werden in die Projektarbeit einbezogen. Sie werden über die laufenden Bildungskonzepte und den Projektverlauf regelmäßig informiert und erhalten darüber hinaus in Eltern-Kind-Workshops Anregungen dazu, wie sie die Lernerfahrungen ihrer Kinder im Alltag zu Hause unterstützen können und auch zu Hause mit ihren Kindern zu experimentieren. So gelingt es, die Lernprozesse in der Kindertagesstätte mit dem Alltag zu Hause in Verbindung zu bringen und zu vertiefen.

Um die Lernprozesse in den Kita zu unterstützen, werden im Projekt, abgestimmt auf den spezifischen Bedarf, Lernwerkstätten eingerichtet. Lernwerkstätten sind Orte, an denen Kinder mit unterschiedlichen Interessen und Voraussetzungen mit bereitgestellten Materialien mit allen Sinnen forschen, entdecken, spielen und reflektieren können.

 

Die beiden Projekte („Erzählwerkstatt“ und „Vom Klein-Sein zum Einstein“) können mittlerweile deutschlandweit von Mitgliedsunternehmen der Wissensfabrik in Kindertagesstätten umgesetzt werden.

Die „Wissensfabrik – Unternehmen für Deutschland e.V.“ ist eine Initiative von Unternehmen und Stiftungen, die sich für Bildung von Kindern und Jugendlichen sowie Unternehmertum in Deutschland engagiert. Das bundesweite Netzwerk der deutschen Wirtschaft zählt mehr als 140 Mitglieder aller Branchen und Größen. Ziel ist es, den Austausch zwischen Wirtschaft, Bildungseinrichtungen und Wissenschaft zu fördern, um so die Innovationsfähigkeit Deutschlands zu stärken. In rund 2.900 Bildungspartnerschaften engagiert sich der gemeinnützige Verein mit Sitz in Ludwigshafen für Wissenstransfer und Kompetenzentwicklung in Naturwissenschaften, Technik sowie wirtschaftlichem Denken und Handeln. Ein Schwerpunkt sind Bildungsprojekte für Kindergärten und Grundschulen, die gemeinsam mit wissenschaftlichen Partnern entwickelt wurden. Außerdem begleitet die Wissensfabrik junge Unternehmer bei der Umsetzung ihrer Geschäftsideen mit einem Mentoringprogramm und mit der Gründerinitiative WECONOMY. Die Wissensfabrik ist eine besonders wirkungsvoll arbeitende Organisation: Für ihr Technik-Projekt KiTec hat sie das Phineo Wirkt-Siegel erhalten. 

Pädagogische Fachkräfte

„Es war für uns pädagogische Fachkräfte einfach schön, den Kindern beim Experimentieren zuzusehen.“

„Ich bin selber viel geduldiger geworden. Wir haben jetzt eine Woche nur mit Luftballons experimentiert.“

„Ich kann das Zitat von Donata Elschenbroich – man könnte es Sauerei nennen, aber wir nennen es Experimentieren – jetzt sehr gut verstehen“.

„Die Umsetzung des Mathe-Konzeptes zog sich wie ein roter Faden durch die Kindertagesstätte. Es wurde in alle Bereiche integriert: Bewegung, Waldtage, Musik, Kreativangebote ...“

 

Eltern

„Toll, wie man mit haushaltsüblichen Materialien experimentieren und forschen kann.“

„Der Umgang meines Kindes mit Naturphänomenen hat sich während des Projektes verändert. Mein Kind beobachtet und beschreibt alles viel genauer und will jetzt auch zu Hause mit allem möglichen experimentieren.“

 

Trägervertreter Johann Spermann SJ, Direktor des Heinrich Pesch Hauses, Ludwigshafen

„Die Nachhaltigkeit ist uns ein besonderes Anliegen. Aus dem Projekt ‚Vom Klein-Sein zum Einstein‘ ist u. a. der Eltern-Kind-Forschertag im HPH entstanden. Hier kommen alltägliche Dinge unter die Lupe, wenn Eltern und Kinder gemeinsam mit Experimenten ‚die Welt verstehen‘ lernen.“

Dieses Projekt wurde in enger Zusammenarbeit zwischen dem Heinrich Pesch Haus und Frau Prof. Dr. Pauen, Psychologisches Institut der Universität Heidelberg, konzipiert,  in Piloteinrichtungen unter Einbeziehung von Trägervertretern und Kita-Leitungen erprobt und von der Uni Heidelberg wissenschaftlich.

Die Evaluation konnte herausstellen, dass das Projekt „Vom Klein-Sein zum Einstein“ bei allen beteiligten Zielgruppen (Kita-Fachkräfte, Kinder, Eltern) bedeutsame Effekte erzielt hat: Bei den Kita-Fachkräften besteht der wichtigste Erfolg in einer Verbesserung ihres Kompetenzerlebens als Vermittler von mathematisch- naturwissenschaftlichen Inhalten. Bei den Eltern wurde erreicht, dass sie das Bildungsangebot der Kita an ihre Kinder wahrnehmen und erkennen, dass die Kinder dabei Spaß haben. Am wichtigsten aber sind die Effekte der Projektarbeit auf die Kinder selbst: Hier dokumentieren die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung, dass die Kinder auf allen Ebenen von der Frühförderung profitiert haben. Nicht nur ihr Wissen über Mathematik und Naturphänomene ist gewachsen sondern auch ihr naturwissenschaftliches Denken hat durch die Mitwirkung im Projekt Vom Klein-Sein zum Einstein wichtige Fortschritte gemacht. Eine ausführliche Darstellung des Projektes und sämtlicher Fortbildungskonzepte findet sich in Pauen und Herber (2009).

Evaluationsbericht

Wie lässt sich „Vom Klein-Sein zum Einstein“ mit dem Situationsansatz vereinbaren?

Die Kinder experimentieren selbständig und machen dabei viele Lernerfahrungen. Es ergeben sich Ideen und Fragen, die dann von den pädagogischen Fachkräften aufgegriffen werden. Beispiele sind hier das statische Aufladen der Haare, wenn Kinder ihre Mütze abziehen, Wasserspiele im Waschraum, Schneeschmelze in der Gruppe, Butterbrottüten knallen, Papierflieger oder auch die warme Luft, die über der Heizung aufsteigt. Die pädagogischen Fachkräfte orientieren sich an der Lebenswelt der Kinder.

Die pädagogischen Fachkräfte schauen mit der Zeit durch eine „naturwissenschaftliche Brille“, die es ihnen ermöglicht, die Lernumgebung für die Kinder anregungsreich zu gestalten. Das selbständige Experimentieren und Ausprobieren und die Beteiligung der Kinder bei der Raumgestaltung sind wesentliche Kennzeichen des Situationsansatzes. Regeln für die Lernwerkstatt und das Experimentieren werden gemeinsam mit den Kindern aufgestellt und reflektiert.

Insbesondere der Bedeutung der eigenen Aktivität wird im Projekt Rechnung getragen, da dies für die Entwicklung und Entfaltung der Kinder entscheidend ist. So werden die Kinder nicht mit „Wissen“ und „Fakten“ überschüttet, sondern vielmehr dazu motiviert, Antworten selbst herauszufinden und Sinnzusammenhänge zu erfassen. Dadurch wird der Forschergeist der Kinder geweckt. 

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Sprechen Sie uns an:

Heinrich Pesch Haus
Katholische Akademie Rhein-Neckar
Ulrike Gentner
Frankenthaler Str. 229
67059 Ludwigshafen
0621 5999-172

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Partner des Projektes

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