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Ludwigshafen

Bürgerdialog nach Explosion

Nach dem Explosionsunglück im Landeshafen Nord am 17. Oktober 2016 haben BASF und die Stadt Ludwigshafen am Rhein am 1. Dezember 2016 zu einem Bürgerdialog eingeladen. Das gemeinsame Anliegen: Die Geschehnisse aufzuarbeiten und umfassende Informationen an die Bürgerinnen und Bürger weiterzugeben.

Rund 350 interessierte Nachbarn kamen am 1. Dezember 2016 zum Bürgerdialog ins Bürgerhaus Oppau. Eingeladen hatten BASF-Vorstandsmitglied Margret Suckale und Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse, um Fragen zum Explosionsunglück am Landeshafen Nord am 17. Oktober zu beantworten. Die Anwohner hatten bereits vor Beginn der Veranstaltung die Möglichkeit, ihre Interessensschwerpunkte zu gewichten. Die Mehrheit wollte wissen, wie es zu dem Unfall kam, wie die Sicherheit am Standort gewährleistet wird und hatte Fragen zum aktuellen Stand der TDI-Anlage.

Bürgerdialog im April

BASF und die Stadt Ludwigshafen am Rhein laden Anwohnerinnen und Anwohner sowie Interessierte für Dienstag, 4. April 2017, um 18.30 Uhr zu einem weiteren Bürgerdialog ein.

Dokumentation

Auf der folgenden Seite finden Sie weitere Informationen zur Veranstaltung - etwa die Antworten auf die während des Bürgerdialogs von den Teilnehmern eingereichten Fragen.

"Vertrauen zurückgewinnen"

Der Bürgerdialog begann mit drei kurzen Vorträgen. „Das Unglück am Landeshafen bewegt die BASF und ihre Nachbarn. Sie haben sich Sorgen gemacht. Wir wollen ihr Vertrauen zurückgewinnen. Der Bürgerdialog ist ein wichtiger Schritt. Ich freue mich, dass so viele heute Abend gekommen sind, um sich zu informieren und mit uns zu diskutieren. Wir wollen den Dialog weiterführen“, sagte Margret Suckale.

Sie erläuterte zum Einstieg die Chronologie der Ereignisse, die Bedeutung des Themas Sicherheit am Standort sowie die Rolle von externen Firmen für BASF. Eva Lohse betonte die Leistung der vielen Helfer. „Die Sicherheit in der BASF ist für uns essentiell. Dazu gehört auch eine offene, ehrliche und vollständige Information an die Bürgerinnen und Bürger. Mit der gestrigen Veranstaltung ist ein weiterer Schritt für eine transparente Aufarbeitung des Geschehenen erfolgt." Rolf Haselhorst, Leiter der Werkfeuerwehr und Peter Friedrich, Leiter der Feuerwehr Ludwigshafen, erläuterten den Ablauf am 17. Oktober und die gemeinsame Arbeit der Rettungskräfte.

Fast zwei Stunden lang stellten die Bürger ihre Fragen. Wie prüft BASF die Sicherheit, wenn an einer Rohrleitung gearbeitet wird? Werksleiter Uwe Liebelt beschrieb detailliert alle Arbeitsschritte von der Planung über das Spülen und Freimessen der Leitungen bis hin zu mehrfachen Begehungen, dem Kennzeichnen der Rohrleitungen und dem gültigen 6-Augen-Prinzip. Auch für die Instandhaltungsarbeiten im Oktober seien alle Schritte in Arbeitserlaubnisscheinen, Gefährdungsbeurteilungen sowie Feuererlaubnisscheinen dokumentiert.

Weitere Fragen betrafen den Einsatz von externen Firmen auf dem Werksgelände und deren Qualifikation. Uwe Liebelt betonte, dass für die Instandhaltungsarbeiten im Landeshafen Nord eine Spezialfirma für Rohrleitungsbau beauftragt worden sei, die bereits seit 75 Jahren mit BASF zusammenarbeitet. Befürchtungen der Anwohner, dass Mitarbeiter externer Firmen weniger sicher arbeiten als BASF-Mitarbeiter widersprach er. Für sie gelten die gleichen Sicherheitsanforderungen. Es gäbe keine nennenswerten Unterschiede in den Unfall-Statistiken.

"Eine große Welle der Solidarität"

Die Frage nach dem Stand der TDI-Anlage griff Thomas Wehlage auf, Leiter der Geschäftseinheit Isocyanate und Vorstufen Europa. Er erläuterte das mehrstufige Sicherheitskonzept der TDI-Anlage angefangen vom Herstellverfahren, von den Anforderungen an die verbauten Materialien über die Sicherheitskammer bis hin zum Konzept der Vorbeugung und Überwachung sowie dem Schutz der Mitarbeiter.

Die Bürger interessierten sich auch dafür, wie sehr das Unglück die Tätigkeit der Feuerwehr verändert habe. Peter Friedrich stellte fest, dass die Feuerwehren seither enger zusammengerückt seien. Rolf Haselhorst bedankte sich bei den Vorstandsmitgliedern Margret Suckale und Kurt Bock: „Sie haben uns ihre Präsenz und Zeit gegeben, indem sie uns eng zur Seite standen.“ Die Explosion habe zudem eine große Welle der Solidarität ausgelöst: In Deutschland fuhren die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehren bis Mitte November mit Trauerflor.

Unglück im Landeshafen Nord

Am Montag, 17. Oktober 2016, kam es im Landeshafen Nord bei BASF in Ludwigshafen infolge eines Brandes zu einer Explosion. Hier finden Sie weitere Informationen.