Ludwigshafen
weACT - Ein partizipatives Klassenzimmer-Event zur Kriminalitätsprävention
Organisation 2: freiRaum 5 e.V.
Ziele und Wirkung:
weACT ist ein Klassenzimmer-Event, das aus zwei Teilen besteht. Es richtet sich an Schüler*innen in benachteiligten Stadtteilen Mannheims. Im ersten Teil wird mit zwei ehemals Inhaftierten unter Berücksichtigung biografischer und theaterpädagogischer Methoden ein mobiles und interaktives Theaterstück entwickelt, das die beiden ehemals Inhaftierten im zweiten Teil an Schulen spielen. Da die Bewerbung für die BASF-Ausschreibung sich auf den zweiten Teil des Projekts bezieht, liegt hierauf der Fokus. Im Anschluss an das Stück findet ein moderiertes Nachgespräch statt, bei dem die Schüler*innen mit den Schauspielern über die im Stück dargestellten Rollen in einen Austausch kommen und über das Gesehene reflektieren können. Zusätzlich findet ein theaterpädagogischer Tagesworkshop für die Schüler*innen statt. Im Zentrum dieser kreativen Arbeit steht die Frage nach individueller Entscheidungsfreiheit, Handlungskompetenz und sozialer Teilhabe. Der besondere gesellschaftliche Impact des Projekts liegt in der authentischen Begegnung zwischen Jugendlichen und ehemals Inhaftierten, als sogenannte “Credible Messenger” sowie der Förderung von Prävention, Empathie und demokratischer Mitgestaltung. weACT schließt damit die Lücke zwischen institutioneller Prävention (z.B. durch die Polizei) und der Lebensrealität der Jugendlichen. Außerdem unterstützt das Projekt aktiv und direkt die Resozialisierung der ehemals Inhaftierten, indem diese eine Vorbildfunktion einnehmen. Dies ist u.a. ein Faktor, der nachweislich relevant für den erfolgreichen Ausstieg aus der Kriminalität ist. Grundsätzlich dient das Projekt dazu, das Thema Straffälligkeit, mit dem einige Schüler*innen direkt oder im Umfeld konfrontiert sind, in geschützten Rahmen zu reflektieren und zu enttabuisieren.
Welche Maßnahmen werden konkret ergriffen?
Der Projektablauf der Aufführungsphase an verschiedenen Mannheimer Schulen gliedert sich wie folgt: 1) Aufführung: Zeigen des Stücks in Schulen 2) Nachgespräch: Von Theaterpädagog*innen moderiertes Nachgespräch, bei dem die Schüler*innen Fragen stellen, reflektieren, mit dem Theaterstück interagieren, sowie in den Austausch mit den ehemals Inhaftierten treten können. 3) Workshop: Eigene Erfahrungen künstlerisch bearbeiten und in einen größeren Kontext einordnen. Das Stück selbst ist interaktiv angelegt, die Schüler*innen können in die Handlung eingreifen. Hierbei dienen Methoden von Augusto Boal als Grundlage. Im anschließenden Nachgespräch werden verschiedene Kommunikations- und Reflexionsmethoden aus der Theaterpädagogik genutzt. Im Workshop arbeiten wir mit Methoden der biografischen Theaterarbeit nach u.a. Maike Plath und Lorenz Hippe - wie z.B. Schreibwerkstätten und Improvisationen.
Projektdauer: 2026/2027
Über den BASF-Projektwettbewerb „Gemeinsam Neues Schaffen“
Der Projektwettbewerb wird seit 2016 jährlich durchgeführt und richtet sich an gemeinnützige Organisationen aus der Metropolregion Rhein‑Neckar, die gemeinsam neue Ideen entwickeln und umsetzen.
Die Auswahl der Gewinner erfolgt durch eine BASF-interne Jury. Im zweiten Schritt wird auf Basis der finalen Anträge die individuelle Fördersumme für jedes einzelne Projekt festgelegt – mindestens jedoch 5.000 Euro. Förderfähig sind Kooperationsprojekte von mindestens zwei Partnerorganisationen, die sich mit den Schwerpunkten „Zivilgesellschaft stärken“, „Bildung fördern“ oder „Begegnungsräume schaffen“ beschäftigen. Die Auswahl der Gewinner erfolgt über einen zweistufigen Juryprozess.
Im Rahmen eines Co‑Creation‑Workshops erhalten die ausgewählten Projekt-Verantwortlichen zudem die Möglichkeit, ihre Konzepte zu schärfen und voneinander zu lernen.
Mehr zum Projektwettbewerb hier.