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Ludwigshafen

Innovative, mobile Tankkonzepte

Vom Kesselwagenzeitalter in die digitale Zukunft

Kesselwagen waren gestern, die Zukunft sind automatisch fahrende Fahrzeuge, die große neuartige Tankcontainer am Standort Ludwigshafen transportieren.

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Was BASF bewegt

Über 1.000 Bahn-Kesselwagen sind auf dem Werksgelände der BASF im Einsatz. Sie transportieren flüssige oder gasförmige Chemiegüter – vom Bahnhof zu den Betrieben. Die Streckenlänge der Schienen und Anzahl der Weichen auf dem Werksgelände in Ludwigshafen ist vergleichbar mit dem Hamburger Hafen.

Heute muss ein Betrieb etwa einen Tag warten, bis ein bestellter Rohstoff angeliefert wird. Denn die Zustellung ist aufwendig. Mehr als 40 Kesselwagenzüge müssen jeden Tag mit der richtigen Wagenreihenfolge zusammengestellt werden. Nun haben die Eisenbahnlogistiker der BASF ein Konzept entwickelt. Die Idee: Transportiert wird in Zukunft auf dem Werksgelände automatisiert. Wenn das Konzept umgesetzt ist, können Betriebe ihre Container nur noch eine Stunde im Voraus bestellen. Das Konzept besteht aus drei Bausteinen:

  • großen Tankcontainern
  • einem vollautomatischen Lager für die Container
  • automatisch fahrenden Fahrzeugen

Die BASF-Eisenbahnlogistiker haben mit dem belgischen Nutzfahrzeughersteller Van Hool einen neuartigen Tankcontainer entwickelt, der quasi ein Kesselwagen mit abnehmbarem Tank ist. Den Tankcontainer gibt es in verschiedenen Größen – von 20 bis 52 Fuß. Der größte ist damit zweieinhalbmal so groß wie herkömmliche Tankcontainer. Er wird die Kesselwagen bei BASF in den kommenden Jahren ersetzen.

Fachkreise bezeichnen diese neue Klasse von Tankcontainern als B-TC (BASF Class Tankcontainer).

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Im Oktober 2018 wurde im Werksteil Nord ein Tankcontainerlager in Betrieb genommen. Dort werden Tankcontainer voll automatisch verladen.

Das Tankcontainerlager verfügt über zwei vollautomatische Kräne, drei Gleise und acht Ladebuchten. Dort können flüssige Chemiegüter so lange zwischengelagert werden bis ein Betrieb sie benötigt oder der Transport zum Kunden beginnt. Bis zu sechs Container passen übereinander, und sie sind jederzeit auf Abruf verfügbar.

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Den Transport vom Tankcontainerlager zu den Betrieben übernimmt ein fahrerloses Förderfahrzeug. Der Fachbegriff ist Automated Guided Vehicle oder kurz AGV. Es kann auf normalen Straßen fahren – entweder autonom oder automatisch. Das Fahrzeug ist elektronisch mit einer Transponderspur verbunden und findet so zentimetergenau seinen Weg.

BASF und die niederländische VDL-Gruppe haben das AGV eigens für den Einsatz auf dem Werksgelände entwickelt. Das Fahrzeug ist so lang wie ein Lkw, kann aber mehr als doppelt so viel laden und ist dennoch so wendig wie ein großer Pkw.

Das Neue: Erstmals teilt sich ein fahrerloses Fahrzeug die Straße mit anderen Verkehrsteilnehmern – mit Fußgängern, Radfahrern, mit Auto- und Lkw-Fahrern. Damit die Sicherheit im Verkehr dennoch gewährleistet ist, verfügt das AGV über viele zusätzliche Eigenschaften: Sensoren an allen Seiten des Fahrzeugs, die Hindernisse erkennen und Kameras, die Bilder in Echtzeit an eine Leitstelle übermitteln. Dort überwacht ein Mitarbeiter die Fahrt des Fahrzeugs und kann jederzeit eingreifen.

Das AGV ist seit April 2017 auf dem Werksgelände in Ludwigshafen im Testbetrieb.

Zum Film:  BASF Innovative Mobile Tank Concepts