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Nachhaltigkeit

Zirkularität beim Recycling von Matratzen

Nach durchschnittlich zehn Jahren werden die meisten Matratzen heute weggeworfen. Dadurch werden Ressourcen verschwendet und es fallen große Abfallmengen an. Gleichzeitig werden wertvolle Rohstoffe für die Herstellung neuer Weichschaummatratzen benötigt - vor allem Rohöl. Eine Kreislaufwirtschaftslösung für Matratzen kann daher sowohl Abfall reduzieren als auch fossile Ressourcen einsparen.

Bei BASF suchen wir kontinuierlich nach Möglichkeiten, Abfälle wiederzuverwenden und erneut in Produktlebenszyklen einzutragen und somit Circular-Economy Lösungen zu fördern. Mit dem Konzept der Kreislaufwirtschaft wollen wir wirtschaftliches Wachstum von der Nutzung endlicher Ressourcen abkoppeln und diese Prinzipien schnellstmöglich ins Tagesgeschäft überführen. BASF bietet mit dem chemischen Recycling von Matratzen nun eine Lösung, um den Kreislauf für Polyurethan-Weichschaum zu schließen.

Dazu haben am Standort Schwarzheide in Brandenburg die Labortests erfolgreich begonnen. Mit diesem Schritt geht BASF neue Wege und reagiert auf die gestiegenen Erwartungen der Schaumstoff- und Matratzenindustrie sowie der Verbraucher. Gleichzeitig unterstreicht dies unseren Einsatz für noch nachhaltigeres Wirtschaften. "Wir wollen weitere Schritte in Richtung einer Kreislaufwirtschaft gehen", sagt Shankara Keelapandal, Business Management Isocyanate in Europa. 

Das BASF-Verfahren zerlegt das flexible Polyurethan und liefert das ursprünglich verwendete Polyol. Daraus kann BASF neuen Schaum mit einem deutlich geringerem CO2-Fußabdruck herstellen, da weniger fossile Ressourcen verbraucht werden. "Der Zeitpunkt für das Projekt ist günstig. Denn obwohl die Sammlung und die Sortierung von gebrauchten Matratzen relativ einfach ist, landen die meisten aktuell in der Müllverbrennung oder auf der Deponie", erklärt Arno Volkmann, technischer Projektmanager. Erste Mengen des recycelten Materials werden noch in diesem Jahr an Projektpartner geliefert, um gemeinsam Pilotprojekte zu entwickeln. „Das Projekt ist technisch sehr komplex, aber die Einsparpotenziale bei Müll und Ressourcen sind es mehr als wert“, so Keelapandal.

Vorteile des Matratzenrecyclings

  • Matratzen sind leicht einzusammeln und zu sortieren

  • Material, das bisher nach dem Gebrauch weggeworfen oder verbrannt wurde, wird wiederverwertet

  • Die recycelten Materialien können für die Herstellung neuer Matratzen verwendet werden

  • Produktion von neuem Schaumstoff mit deutlich geringerem CO2-Fußabdruck, da insgesamt weniger fossile Ressourcen verbraucht werden

  • Qualität vergleichbar mit der von Matratzen aus nicht recycelten Rohstoffen

Das Konzept der Kreislaufwirtschaft (Circular Economy, CE) zielt darauf ab, Wirtschaftswachstum von der Nutzung endlicher Ressourcen zu entkoppeln. Neue Recyclingtechnologien werden benötigt, um diejenigen Materialien zurückgewinnen zu können, die heute nicht recycelt werden. Wir suchen für unsere Kunden nach Lösungen entlang der Wertschöpfungskette, um Abfälle in den Produktlebenszyklus zurückzuführen. BASF investiert in moderne Technologien und setzt das Kreislaufwirtschaftskonzept bereits auf vielfältige Weise um, um den Übergang zu beschleunigen.

Wir werfen einen neuen Blick auf das chemische Recycling, bei dem fossile Rohstoffe für die chemische Produktion durch recyceltes Material ersetzt werden können, das aus Kunststoffabfällen, z.B. bei einem Pyrolyseverfahren oder durch nass-chemisches Recycling, gewonnen wird.