Global
Nachhaltigkeit

Internationale Entwicklungsprojekte und Katastrophenhilfe – Amerika

Community Development
UN-HABITAT, 2009, Brasilien

Vila Brasilandia ist eines der ärmsten Viertel in Sao Paulo. Fast 250.000 Bewohner leben dort unter schwierigen Lebensbedingungen auf engstem Raum. Fast zwei Drittel der Slum-Bewohner in Vila Brasilandia sind nicht älter als 24 Jahre. Doch die Kinder und Jugendlichen bleiben meist chancenlos. Für bessere Perspektiven der Einwohner haben sich im Rahmen der BASF-Weihnachtsspendenaktion 2008 BASF Brasilien, sowie die BASF Stiftung engagiert.
Die BASF Stiftung wurde dabei mit Spenden von BASF Mitarbeitern in Deutschland und der BASF SE unterstützt. Das Projekt der BASF Stiftung wird mit dem Siedlungsprogramm der Vereinten Nationen, UN-HABITAT, umgesetzt. Jugendlichen sollen neue Chancen eröffnet und durch Schulungen und Weiterbildungsangebote der Weg in die Selbständigkeit ermöglicht werden.

Sichere Schulen in El Salvador
UNICEF, 2014, El Salvador

El Salvador ist das kleinste und gleichzeitig das am dichtesten besiedelte der zentralamerikanischen Länder. 40 Prozent der rund 6,2 Millionen Einwohner sind jünger als 18 Jahre. El Salvador ist aber auch eines der gewalttätigsten Länder des amerikanischen Kontinents. Vor allem kriminelle Jugendbanden, die sogenannten „Maras“, führen Raubüberfälle, Erpressung, Körperverletzung, Drogenhandel oder Entführungen durch. Zwischen 2005 und 2011 sind 5.300 Kinder und Jugendliche ermordet worden.

Mit dem Projekt in der Gemeinde Santo Tomas in der Nähe der Hauptstadt San Salvador möchte UNICEF Jugendliche davor schützen, in den Sog von Gewalt und Kriminalität zu geraten. Gleichzeitig sollen sie durch bessere Schulbildung neue Perspektiven für ihre Zukunft erhalten. Daher hat sich die BASF Stiftung entschieden UNICEF zu unterstützen, an fünf Schulen in Santo Tomas circa 5.000 Kinder und Jugendliche zu erreichen und fördern. Zum einen werden die Schulen renoviert, damit sich die Schüler sicher und wohl fühlen. Zusätzlich werden Möglichkeiten geschaffen, um Sport- oder kulturelle Veranstaltungen durchzuführen. Zum anderen unterstützt UNICEF die Bildung von Schülerinitiativen, die sich für die Instandhaltung ihrer Schulen einsetzen, Veranstaltungen wie Sportfeste oder Konzerte planen oder Kampagnen umsetzen. Damit alle Kinderschutz-Programme, die in der Gemeinde durchgeführt werden, koordiniert und untereinander abgestimmt werden können, richtet UNICEF ein lokales Kinderrechte-Komitee ein.

Regenwasseraufbereitung und Wassermanagement
UNEP, 2009, Guatemala

Die Menschen im ländlichen Bezirk Chiquimula, ca. 180 km östlich von Guatemala-Stadt in der Nähe der Grenze zu El Salvador und Honduras, haben nur bedingt Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die BASF Stiftung fördert dort deshalb den Bau von Anlagen, mit denen Regenwasser gesammelt und aufbereitet wird.

Gleichzeitig wird im Rahmen des UNEP-Projekts ein Schulungszentrum eingerichtet. Dort lernt die Bevölkerung, wie sie selbst weitere Anlagen aufbauen und bestehende instand halten kann. UNEP arbeitet dabei mit verschiedenen lokalen Partnern zusammen: dem Umweltministerium, den lokalen Gemeindevertretern, der Entwicklungsagentur von Chiquimula und der Universität San Carlos. Das Trinkwasser wird kostendeckend verkauft, damit die Menschen in Chiquimula die Anlagen auf Dauer selbständig und unabhängig betreiben können. Somit wird langfristig eine umweltfreundliche und kostengünstige Trinkwasserversorgung gesichert.

Canstruction site
Das Musterhaus zum Trainings­zweck (Dieses Bild wurde von UN-Habitat Haiti zur Verfügung gestellt.)

Erdbebenhilfe
UN-HABITAT, 2010, Haiti

Das Erdbeben auf Haiti im Januar 2010 gilt als eines der schwersten Beben des amerikanischen Kontinents. Schätzungen gehen von mehr als 200.000 Toten und 300.000 Verletzten aus. Die Instabilität vieler Gebäude trug dazu bei, dass über 2 Millionen Menschen nach dem Erdbeben heimatlos waren. Geschäfte, Schulen, Straßen und elektrische Versorgung wurden zerstört. Der wirtschaftliche Schaden überstieg das Bruttoinlandsprodukt und festigt den Platz des Inselstaats in der Liste der am wenigsten entwickelten Staaten, „least developed countries“.

Der BASF war es wichtig, in dieser Situation zum einen kurzfristig die akute Not zu lindern, zum anderen langfristige Wirkung zu erreichen. Die BASF Corporation USA finanzierte zunächst lebensrettende Maßnahmen wie Nahrungsmittel, Wasser und Zelte über das Amerikanische Rote Kreuz. Die BASF SE spendete an die BASF Stiftung. Diese fördert zusammen mit ihrem Partner UN-HABITAT den Bau eines Shelter Resource Centers in der Hauptstadt Port-au-Prince.

Children watch a demonstration on block
Schulkinder bei einem Vortrag über die Qualität von Bau­steinen (Dieses Bild wurde von UN-Habitat Haiti zur Verfügung gestellt.)

Das Center dient als Ausgangspunkt für den Wiederaufbau der Stadt. Es sichert die Ausbildung von Handwerkern und die Bereitstellung von Baumaterial, koordiniert Lieferanten und bietet Weiterbildungen zur Risikominimierung im Bausektor an.

Im Jahr 2012 wurden 50 lokale Handwerker zum Thema sichere Gebäudekonstruktion ausgebildet. Mit mehr als 150 Community-Meetings und 2000 Besuchern leistete das Center einen wichtigen Beitrag zum Zusammenhalt der Gemeinschaft. Zahlreiche Kampagnen erreichten neben zentralen Akteuren der lokalen Gemeinschaft auch über 400 Schulkinder. Die Unterstützung der BASF trägt auf diese Weise dazu bei, die Not der Menschen zu lindern und vermittelt Hilfe zur Selbsthilfe, die langfristig wirkt.

Schaffung von Schulgärten
Welternährungsprogramm, UN World Food Programme, 2016, Kolumbien

Zusammen mit dem UN World Food Programme (WFP) fördert die BASF Stiftung ein Programm zur Schaffung von Schulgärten in Putumayo, Kolumbien. Dazu werden Capacity Building-Workshops für Eltern, Lehrer und lokal ansässige Kleinbauern durchgeführt. In den Workshops geht es um Themen wie Verwaltung von Geldern, Erhaltung von Gärten, Diversifizierung der Schulessen sowie Ernährung und gesunder Lebensstil. Damit sollen Grundlagen geschaffen werden, um das Nahrungsangebot in den Schulen zu erweitern, die Schulgärten nachhaltiger zu bewirtschaften und die Ernährungsgewohnheiten der Region nicht zuletzt durch das Ansprechen ernährungswissenschaftlicher Themen im Unterricht langfristig verbessern zu können. Zudem sollen Transport- und Beschaffungskosten für gesunde und abwechslungsreiche Nahrung durch die Einbindung lokal ansässiger Kleinbauern in die Beschaffungskette reduziert werden.

Kinder in armen, abgelegenen Gebieten des Landes sind besonders von den Folgen des Bürgerkriegs betroffen, bis hin zur Rekrutierung als Kindersoldaten. Für diese Kinder vermitteln die staatlich geförderten Internate nicht nur Bildung, sondern bieten auch Schutz vor Gewalt. Das UN World Food Programme hat seine Anstrengungen auf die Region Putumayo konzentriert, eine der vom Konflikt am schlimmsten betroffenen Regionen. Insgesamt 10.700 Kinder und Jugendliche erhalten dort in 41 Internaten Unterstützung. Wegen Putumayos Abgeschiedenheit ist die Anlieferung von Nahrung in den von WFP unterstützten Schulen sehr kostenintensiv und logistisch herausfordernd.

Am 24. November 2016 unterzeichneten die kolumbianische Regierung und die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) nach 52 Jahren Bürgerkrieg einen Friedensvertrag in Havanna, Kuba. Dieser verspricht einen anhaltenden Frieden, jedoch haben Jahrzehnte des Bürgerkriegs zu einer Hinterlassenschaft von Vertreibung, Nahrungsmittelunsicherheit, Verlust von Menschenleben und Spannungen in Familien und Gemeinden geführt. Geschätzt 5,9 Mio. Menschen befanden sich 2014 in Kolumbien auf der Flucht oder waren bereits vertrieben. 43% der Kolumbianer geben an, wegen des mangelnden Zugangs zu Grundnahrungsmitteln und nährstoffreichem Essen unter Nahrungsmittelunsicherheit zu leiden.

STEP – Förderung von Unternehmertum bei Studenten
Deutsche UNESCO-Kommission e.V., 2015, Mexiko

Jugendarbeitslosigkeit stellt viele Gesellschaften der Welt vor enorme Herausforderungen. So auch in Mexiko, wo Untersuchungen der Weltbank (2013) zufolge die Jugendarbeitslosigkeit mit 9,4% signifikant höher ist, als die Arbeitslosenrate der Gesamtbevölkerung von 4,9%.

Um die Beschäftigungschancen junger Menschen in Mexiko zu verbessern, fördert die BASF Stiftung an zwei Universitäten in Mexiko-Stadt das von der Deutschen UNESCO-Kommission e.V. in Zusammenarbeit mit der Mexikanischen UNESCO-Nationalkommission durchgeführte und auf drei Jahre ausgelegte STEP-Projekt (Student Training for Entrepreneurial Promotion).

Ziel von STEP ist es, das Unternehmertum durch die Vermittlung unternehmerischer Qualifikationen und die Steigerung des unternehmerischen Selbstbewusstseins der Studenten zu fördern. Damit soll die Anzahl der Unternehmensgründungen in Mexiko signifikant steigen, wodurch zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Das Programm umfasst die Ausbildung mehrerer STEP-Lehrer im Rahmen eines Train-the-Trainers Workshops, welcher von der Leuphana Universität Lüneburg organisiert wird. Diese werden dadurch befähigt, den Studenten in zwölf Modulen die relevanten theoretischen und praktischen Kenntnisse zur Unternehmensgründung zu vermitteln. Mithilfe eines Startkapitals können die Teilnehmer während des Trainings ihre ersten eigenen Geschäftsideen verwirklichen. Hierbei ist es besonders wichtig, dass die jungen Unternehmensgründer durch die ausgebildeten Trainer beraten und für nachhaltiges Wirtschaften und nachhaltige Geschäftsideen sensibilisiert werden. Die mexikanische UNESCO-Nationalkommission ist als Teil des mexikanischen Bildungsministeriums ein geeigneter Partner, um eine langfristige Institutionalisierung des STEP-Programms im universitären Bildungssystem zu gewähren. Eine wissenschaftliche Evaluation der Leuphana Universität Lüneburg begleitet das Projekt und misst so die auf das STEP-Training zurückzuführende Gründungsrate von Unternehmen und die Schaffung neuer Arbeitsplätze.

 

Wassermanagement an Schulen
UN-HABITAT, 2011, Mexico

Mexiko-Stadt ist von einer schleichenden Wüstenbildung betroffen. Bevölkerungswachstum, Abholzungen und Smog haben das ökologische Gleichgewicht ins Wanken gebracht. Vorhandene Infrastruktur ist oft nicht in bestem Zustand. Das Wasser reicht nicht das ganze Jahr für alle.

Die Folge: Kinder gehen in Schulen, in denen sanitäre Anlagen nicht funktionieren. Krankheiten breiten sich aus, weil selbst zum Händewaschen Wasser fehlt. Unregelmäßiger Schulbesuch ist die Folge.

Die BASF und ihre Mitarbeiter unterstützen mit ihren Spenden an die BASF Stiftung ein Projekt, das dauerhaft helfen soll: In Chalco, einer Ansiedlung an den Ausläufern von Mexiko-Stadt, werden Regenwasseraufbereitungsanlagen in Zusammenarbeit mit UN-HABITAT errichtet. Sie sorgen dafür, dass künftig rund 2.000 Schüler zuverlässig mit sauberem Wasser versorgt werden. Kinder und Lehrer lernen außerdem, die Anlagen zu bedienen und zu warten, so dass sie unabhängig von der mangelnden Wasserversorgung sind. Eine lokale Umweltorganisation wird in die Projektumsetzung miteinbezogen. So kann sie künftig eigenständig ähnliche Vorhaben an weiteren Schulen umsetzen.

Errichtung von Schulgärten in Nicaragua
UN World Food Programme, 2014, Nicaragua

Schulmahlzeiten sind eine gute Möglichkeit, um gesunde und ausgewogene Ernährung mit einem Schulbesuch zu verknüpfen. Durch Schulmahlzeiten erhalten Kinder eine regelmäßige Mahlzeit und verbessern ihren Gesundheitszustand. Außerdem motivieren Schulmahlzeiten Eltern, ihre Kinder in die Schule zu schicken und bieten den Kindern die Chance auf Bildung. Da viele Kinder in Nicaragua an Mangelernährung leiden, möchte das nationale Schulernährungsprogramm in Nicaragua die Schulmahlzeiten erweitern.

Gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) unterstützt die BASF Stiftung das School Gardening Projekt in Nicaragua. Die Errichtung von Schulgärten soll den Schülern aufzeigen, welche Nahrungsmittel ganz einfach angebaut werden können und wie sie dann in der Schulmahlzeit verarbeitet werden. Für die Errichtung der Schulgärten werden die Schulen mit den nötigen Materialien wie Schaufeln, Schubkarren oder Samen ausgestattet und die Schulen haben Zugriff auf Aufklärungs- und Anleitungsmaterial zum Thema Gartenbau und Nährwert von eigens angebauten Nahrungsmitteln. Zusätzlich werden Schulkomitees gewählt, die in verschiedenen Workshops in Gartenpflege erlernen, die eigenständige Betreuung der Schulgärten zu übernehmen.

Weihnachtsspendenaktion 2018 - Bildungschancen für Kinder mit Behinderungen

Mit den Spendengeldern der Weihnachtsspendenaktion 2018 unterstützt die BASF Stiftung ein Projekt des Kinderhilfswerks UNICEF zur Förderung von inklusiver Bildung in Peru. 

In Peru besuchen viele Kinder mit Behinderungen keinen Schulunterricht. Vor allem in den ländlichen Gegenden in den Anden oder in der Amazonas Region gibt es für sie keine Bildungschancen, da der Großteil der Schulen keinen inklusiven Unterricht anbieten können. 

Das Projekt schult Grundschullehrer im Bezirk Carabayllo in der Region Lima und in den Bezirken Calleria und Masisea in der Region Ucayali im Umgang mit Kindern mit Behinderungen. Sie werden dazu befähigt, inklusive Unterrichtsmethoden einzusetzen. Darüber hinaus hat sich das Projekt zum Ziel gesetzt, lokale Behörden dabei zu unterstützen, betroffene Familien direkt anzusprechen und das gesellschaftliche Bewusstsein für die gezielte Förderung von Kindern mit Behinderungen zu stärken. UNICEF arbeitet mit dem peruanischen Bildungsministerium zusammen, um die langfristige Wirkung des Projekts sicherzustellen. Die Ergebnisse des Projekts werden so aufgearbeitet, dass diese an weiteren Schulen umgesetzt werden können.