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Ludwigshafen

Im Rheinwasser auf Spurensuche

Jeden Tag werden große Mengen von Produkten am Standort Ludwigshafen produziert. Und sei es zum Kühlen, zum Spülen oder als Ausgangsstoff - Wasser spielt dabei immer eine Rolle. Wenn plötzlich etwas im Wasser auftaucht, das dort nicht hineingehört, geht das Team des Störungsmanagements auf Spurensuche.

Circa fünf Millionen Kubikmeter Rheinwasser fließen pro Tag durch die Kühlwasserrohre. Zum Vergleich: ein olympisches Schwimmbecken fasst „nur“ 2.500 m³. Dieses Kühlwasser ist nicht verschmutzt und wird wieder zurück in den Fluss geleitet. Dass es nicht verunreinigt oder zu warm ist, wird an über 30 Messstationen auf dem Werksgelände überprüft.

Auch Abwässer werden geprüft

Auch die Abwässer, die in der BASF-Kläranlage aufbereitet werden, müssen genau untersucht werden und dürfen keine Substanzen in Mengen enthalten, die die Kläranlage schädigen könnten. Täglich sind das rund 300.000 Kubikmeter. Der Großteil stammt von BASF, der Rest kommt von den Städten Ludwigshafen und Frankenthal. „Wir stellen sicher, dass wir Störungen möglichst schnell finden und beheben können“, sagt Harald Elpel, vom Störungsmanagement (ESE/MW). „Finden wir eine Abweichung, beginnt für uns die Spurensuche.“

Eine erste Warnung liefert das Online-Monitoring im Zulauf zur Kläranlage, weitere Hinweise geben die Probennehmer am sogenannten Längssammler, dem Hauptabwasserkanal, der längs des Werkes parallel zum Rhein verläuft. Werden dort mögliche Störungen entdeckt, nimmt das Team sofort Wasserproben, die anschließend im Labor untersucht werden. Sobald klar ist, um welchen Stoff es sich handelt, kann eingegrenzt werden, welche Betriebe im betreffenden Abschnitt des Werks als Verursacher in Frage kommen. Diese stellen zusätzlich immer Proben ihrer Abwässer zurück. So kann geklärt werden, über welchen Betrieb welche Substanz ins Abwasser gekommen ist. „Hier kommt es auf die gute Zusammenarbeit zwischen Betrieben und Störungsmanagement an“, sagt Elpel. „Wir haben je nach Lage des Betriebs nur ein bis drei Stunden Zeit, bis das Abwasser im Klärwerk ankommt.“ Ist nicht sofort klar, welcher Betrieb verantwortlich ist, muss die Quelle eingegrenzt werden, indem von Kanalschacht zu Kanalschacht geprüft wird, ob hier bereits eine Verunreinigung vorliegt – eine richtige Detektivarbeit, die besonders zeitkritisch ist.

Denn ist das Klärwerk nicht vorbereitet, könnten bestimmte Stoffe in zu hohen Konzentrationen die Mikroorganismen in der Kläranlage schädigen. Elpel erklärt: „Umso wichtiger ist es, dass schnell entdeckt wird, dass etwas kommt. Die Kollegen in der Kläranlage können dann die betroffenen Abwässer in Speicherbecken umleiten und sobald klar ist, um welchen Stoff es sich handelt, gesondert behandeln oder in verträglichen Dosen in die Anlage einleiten. Damit kann die Kläranlage weiter sicher arbeiten“.