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Ludwigshafen

"Our logistics colleagues virtually performed miracles"

The low level of the Rhine in 2018 clearly demonstrated just how significant Germany’s most important water transport route is when it comes to supplying the Ludwigshafen site with raw materials. In the future, the BASF site on the Rhine will be more robustly equipped to deal with extreme climate conditions and their consequences. Site Manager Uwe Liebelt (ES) already has specific plans.

Herr Liebelt, das Rhein-Niedrigwasser von 2018 war beispiellos in den vergangenen Jahrzehnten. Mit welchen Folgen für das Werk?

Von Ende Juli bis Mitte August 2018 musste die Produktion am Standort Ludwigshafen zunächst wegen Kühlwassereinschränkungen zurückgefahren werden. Einschränkungen beim Transport gab es von September bis Dezember, bedingt durch das extreme Rheinniedrigwasser. In diesem Zeitraum fehlten uns bis zu 10.000 Tonnen Rohstoff pro Arbeitstag, die im Normalfall über Binnenschiffe zu BASF geliefert werden. Nur etwa ein Drittel konnten wir durch alternative Transportmittel wie Lkw, Bahn oder Pipeline decken. Unsere Logistiker haben während dieser Zeit schier Unglaubliches möglich gemacht. Trotzdem belief sich der Schaden aus Produktionsverlusten und Zusatzkosten in der Logistik auf etwa 250 Millionen Euro.

Dr. Uwe Liebelt
Werksleiter BASF-Standort Ludwigshafen

Gibt es besondere Maßnahmen, um das Werk künftig widerstandsfähiger zu machen? 

Bereits im November 2018, also noch während der Niedrigwasserphase, haben wir einen neuen Sub-Hebel ins Projekt „Zukunftsbild Werk Ludwigshafen“ (ZWL) aufgenommen. Er trägt den Titel ‚Enhanced Climate Resilience‘. Das Projektteam arbeitet an zwei Arbeitssträngen mit den Schwerpunkten Kühlwasser und Logistik. Beim Kühlwasser-Projektstrang reicht das Themenspektrum von der Leistungssteigerung bestehender Rückkühlwerke über intelligente Kühlsysteme und -netze bis hin zu neuen Ansätzen, den Verbund zur Reduzierung des Kühlbedarfs zu nutzen. Wir gehen im Moment davon aus, dass wir durch ein Paket aus kurzfristigen Maßnahmen bereits in diesem Jahr gut gerüstet sein werden, um eine Wetterperiode wie 2018 beim Kühlwasser beherrschen zu können.

Im Zentrum des Logistik-Schwerpunkts betrachten wir die Themenfelder Lagerreichweiten, Transport und Umschlagseinrichtungen. Wir wollen mit Hilfe von Big-Data-Analysen Niedrigwasserereignisse genauer und früher vorhersagen. Das hilft uns, die Lagerbestände entsprechend flexibel und rechtzeitig auf Extremsituationen auszurichten. Be- und Entladevorrichtungen werden ausgebaut, um flexibler bei der Wahl des Transportmittels sein zu können, beispielsweise um die neuen BASF-Tankcontainer nutzen zu können. Weiter werden wir schon für diesen Sommer Binnenschiffe reservieren, die bis zu sehr niedrigen Pegelständen fahren können. Der Begriff heißt „Time-Charter“. Wir zahlen eine Risikoprämie, um uns so schon lange vor Eintreten eines potenziellen Niedrigwassers geeigneten Schiffsraum zu sichern. Das wird eine Versorgungslücke wie 2018 allerdings nicht ganz schließen können. Zum einen kann keines der existierenden Niedrigwasser-Schiffe bei „Pegel Kaub Null“ fahren, zum anderen gibt es nur fünf Schiffe dieses Typs überhaupt. Deshalb haben wir die Entwicklung eines neuen Schiffstyps für extreme Niedrigwasser in Auftrag gegeben. Langfristig schauen wir uns auch den Ausbau von Pipelines beispielsweise in Zusammenarbeit mit der Miro (Mineralölraffinerie Oberrhein) in Karlsruhe an.

Dr. Uwe Liebelt
Werksleiter BASF-Standort Ludwigshafen