Karriere

Harald Winsel - Ein spannender Ausflug in die Produktionswelt.

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Dem Ruf zurück in die Forschung bin ich gefolgt, weil ich jetzt das Netzwerk und Wissen, das ich Jahrzehnte lang aufgebaut habe, mit anderen teilen kann und weiß, wie es in der Produktion läuft.

Harald Winsel

Principal Scientist

Nach seinem Einstieg in der Forschung war Harald längere Zeit in der Produktion tätig. Heute arbeitet er wieder in der Forschung. Als Experte für Verfahrensentwicklung profitiert er von seiner Expertise und Erfahrung aus der Produktionszeit und kann so bestens die Verfahrensentwicklung von Produkten vorantreiben, die in den Betrieben eingesetzt werden.

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Ich arbeite seit 2000 bei BASF und stieg als Laborleiter in der Synthese für Zwischenprodukte ein. Nach 5 Jahren Forschung wollte ich unbedingt in der Produktion weitere Erfahrungen sammeln und bewarb mich auf eine Stelle als stellvertretender Betriebsleiter in der Indolfabrik. Die Umgebungsbedingungen waren rustikal und das Betriebsklima einfach klasse. Die Mannschaft und ich haben zusammen viel erreicht und 2007 bekam ich sogar den Business Excellence Award verliehen, dieser Preis wird für mich für immer etwas Besonderes bleiben. Ich wechselte einige Jahre später als Prozessmanager in eine Fabrik, die Spezialamine produzierte und hatte die Gelegenheit, mich richtig in die Destillation hineinzufuchsen, sonst eher ein Thema der Verfahrenstechnik. Nach vier Jahren wurde ich Prozessmanager in der Hydraminfabrik und Leiter des Zwipro Technikums, diesmal mit Pflichtenübertragung, also der vollen Betreiberverantwortung. Im Oktober 2018 sprach meine jetzige Führungskraft mich schließlich an, ob ich nicht Interesse hätte, als Experte zurück in die Forschung zu kommen. Ich sollte mein Wissen einbringen für die Verfahrensentwicklung von Produkten, die in die Betriebe kommen, und um die nächste Generation zu fachlich zu betreuen. Und so arbeite ich immer noch mit den Leuten zusammen, mit denen ich früher im Betrieb war, nur wieder von der anderen Seite der Forschung aus - und es macht immer noch Spaß.

Schon nach 2-3 Jahren hatte ich für mich herausgefunden, was ich nicht machen will, nämlich Marketing oder Kommunikation. Mein erster Entwicklungsschritt ging deshalb sehr gezielt in einen Produktionsbetrieb. Die Wechsel innerhalb der Produktionsbetriebe waren jedoch durch meine damalige Führungskraft gesteuert. Es hat aber im Nachhinein alles Sinn ergeben, da ich verschiedene Stadien der Prozesse kennenlernte. Dem Ruf zurück in die Forschung bin ich gefolgt, weil ich jetzt das Netzwerk und Wissen, das ich Jahrzehnte lang aufgebaut habe, mit anderen teilen kann und weiß, wie es in der Produktion läuft. 

Ich war bereit, mir auch mal die Hände schmutzig zu machen und das sollte man auch sein, wenn man in die Produktion möchte. Man muss seinen Leuten einen Vertrauensvorschuss geben können, sich selbst ausprobieren lassen. Das Schlimmste ist, keine Entscheidung zu treffen, weil man Angst vor seinem Chef hat. Dafür braucht es Vertrauen und Freiraum und beides muss man geben können. Und man muss die Chemie lieben, wenn man diesen Weg gehen will. Chemie macht mir Spaß. Auch nach über 20 Jahren in der BASF kann ich das
noch sagen.