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25. August 2020
Österreich
Nachhaltigkeit

Die richtige Balance zwischen produktiver Landwirtschaft und der Förderung der Artenvielfalt – „Lerchenbrot“

25.08.2020

Der nachweisliche Rückgang von Biodiversität stellt die moderne Landwirtschaft vor die Herausforderung, eine Balance zwischen hoher Produktivität und dem Schutz der Artenvielfalt zu schaffen. Doch die Umsetzung entsprechender Maßnahmen geht oft mit Ertragsverlusten oder hohem finanziellen Aufwand einher.
 

BASF unterstützt Landwirte beim Schutz von natürlichen Ressourcen und biologischer Artenvielfalt. „Biodiversität und moderne Landwirtschaft können Hand in Hand gehen. Dafür muss der Schutz von Artenvielfalt allerdings auch mit den ökonomischen Anforderungen der Landwirte im Einklang stehen“, erklärt Michael Wagner, Vice President, BASF Agricultural Solutions Europe North, und ergänzt: “Hierfür gehen wir in enger Zusammenarbeit mit Landwirten nun den nächsten Schritt auf dem Weg zu einer produktiven und nachhaltigen Landwirtschaft“. 

Wie Biodiversitätsmaßnahmen für Landwirte geschäftsrelevant werden, zeigt BASF erstmals in einem Pilotprojekt mit Landwirten aus der Südpfalz, der Walter Mühle (Böhl-Iggelheim) und der regionalen Bäckerei Görtz.

Bei dem Projekt geht es um den Schutz der Feldlerche, deren Bestand als ein Indikator für Biodiversität gilt. Hierzu haben vier Landwirte aus dem BASF FarmNetzwerk Nachhaltigkeit mit Unterstützung der digitalen Saatkarten von xarvioTM Digital Farming Solutions auf insgesamt 40 Hektar Weizenfläche so genannte „Lerchenfenster“ angelegt – mindestens zwei pro Hektar. 

Bei den „Lerchenfenstern“ handelt es sich um circa 20m² große Freiflächen im Getreide, die Feldlerchen als „Start- und Landebahn“ dienen, während sie in den Feldern brüten und auf Nahrungssuche gehen. Die angebauten 40 Hektar Winterweizen werden nach der Ernte zu Mehl gemahlen und anschließend zu „Lerchenbrot“ verarbeitet. Dieses wird schließlich mit einem Aufschlag von 10 Cent verkauft, welcher an die Mühle und Landwirte weitergegeben wird. Diesen Aufschlag erhalten die beteiligten Landwirte als Kompensation für das Anlegen weiterer Biodiversitätsmaßnahmen, wie zum Beispiel mehrjährige Blühflächen und Hecken, und die damit verbundenen Ertragsausfälle. 

 „Ziel von BASF ist es, Biodiversitätsmaßnahmen breiter in der Landwirtschaft zu etablieren und dabei so viel Ackerfläche wie möglich zu erhalten. Daher setzen wir uns seit Jahren aktiv für ihre Förderung ein“, erklärt Markus Röser, Leiter Kommunikation und Nachhaltigkeit bei BASF Agricultural Solutions Europe North, die Grundidee hinter dem Projekt. 

„Mit diesem Lerchenbrot wollen wir die Artenvielfalt gezielt fördern“, so Peter Görtz, Inhaber der Bäckerei Görtz. „Es zeigt aber auch, dass hinter all dem regionales Handwerk steckt – der Weizen kommt von Landwirten aus der Region, wird separat gemahlen und in der Backstube zu Lerchenbrot verarbeitet. Und zwar mit Lerchenmehl von diesen Feldern“, erklärt Peter Görtz. Die regionale Bäckerei Görtz übernimmt in diesem Projekt von der Namensgebung bis hin zum Verkauf alles rund ums „Lerchenbrot“ und stellt den direkten Kontakt zum Verbraucher sicher.

„Biodiversität ist ein gesellschaftliches Thema. Das geht uns alle an. Wir Landwirte tun dafür schon sehr viel. Und das soll in diesem Projekt auch rauskommen. Jetzt muss sich aber auch zeigen, ob der Verbraucher bereit ist, dafür ein klein wenig mehr auszugeben“, beschreibt Dominik Bellaire, Landwirt aus Neupotz, seine Beweggründe an dem Pilotprojekt teilzunehmen. 

Um dies zu erreichen, plant BASF nicht nur das Anlegen von Feldlerchenfenstern in 10.000 Hektar Winterweizen ab September 2020, sondern auch die deutschlandweite Vermarktung des Lerchenbrots im nächsten Jahr. Weiterhin wird mit Landwirten und Partnern entlang der gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette intensiv an ähnlichen Projekten in anderen Kulturen wie Hafer, Roggen, Raps, Zuckerrübe, Kartoffeln, Hopfen und Äpfeln gearbeitet. 

„Das Pilotprojekt ist nur ein erster Schritt, wenn es darum geht, Artenschutz für Landwirte auch ökonomisch relevant zu machen“, so Markus Röser. „In Zukunft müssen solche Initiativen zum Standard werden. Dafür entwickeln wir zurzeit mit externen Experten aus dem Natur- und Umweltschutz und mit Landwirten aus unserem BASF FarmNetzwerk Nachhaltigkeit einen breiten Maßnahmenkatalog“. So wird BASF ab dem Jahr 2021 mit Rapsanbauern Biodiversitäts-Honig und -Öl herstellen und damit das Anlegen von Blühflächen fördern. Weitere Projekte sind bereits in Planung. 

Birgit Hellmann
Global Sustainability Communications
Letzte Aktualisierung 28. August 2020