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Ausblick 2026

1. Quartal 2026

Nach dem schwachen Jahresende 2025 war in der Chemieproduktion in den ersten beiden Monaten des ersten Quartals des Jahres 2026 zunächst eine Stagnation in der EU, eine moderate Aufwärts­bewegung in den USA sowie eine Fortsetzung des dynamischen Wachstums in China zu verzeichnen. Seit März ist die Entwicklung durch die kriegerischen Auseinander­setzungen im Nahen Osten und die weitgehende Sperrung der Straße von Hormus für Seetransporte von Öl, Gas und Chemikalien geprägt.

Auch nach Beginn des Kriegs im Nahen Osten signalisieren die konjunkturellen Frühindikatoren und die bereits vorliegenden Produktions­daten einen weiteren Zuwachs der globalen Chemie­produktion. Allerdings wird die Entwicklung zunehmend durch die sprunghaft gestiegenen Öl- und Gaspreise beeinflusst. Hinzu kommen physische Knappheiten bei Lieferungen von Rohstoffen aus dem Nahen Osten, insbesondere nach Asien.

Die weitere konjunkturelle Entwicklung ist geprägt von einer hohen Unsicherheit über den Verlauf des Konflikts, insbesondere hinsichtlich einer Öffnung der Straße von Hormus und die Auswirkungen auf die Produktion sowie den Export von energetischen und petro­chemischen Rohstoffen aus dem Nahen Osten, sowie hinsichtlich der weltweiten Nachfrage.

Angesichts der hohen Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts im Nahen Osten verändert BASF die im Geschäfts­bericht 2025 getroffenen Einschätzungen zu den weltweiten wirtschaftlichen Rahmen­bedingungen im Jahr 2026 derzeit nicht:

  • Wachstum des Bruttoinlandsprodukts: +2,7 %
  • Wachstum der Industrieproduktion: +2,3 %
  • Wachstum der Chemieproduktion: +2,4 %
  • US-Dollar-Wechselkurs von durchschnittlich 1,20 US$/€
  • Ölpreis der Sorte Brent von 65 US$/Barrel im Jahresdurchschnitt

Aus heutiger Sicht könnten sich unsere im Februar getroffenen Annahmen für das Wachstum des globalen Bruttoinlands­produkts, der Industrie­produktion und der Chemie­produktion als zu optimistisch erweisen. Der Ölpreis könnte aufgrund der Beeinträchtigungen bei Förderung und Export durch den Konflikt im Nahen Osten höher sein als bisher von uns angenommen. Der US-Dollar könnte gegenüber dem Euro aufwerten.

Die im BASF-Bericht 2025 veröffentlichte Prognose der BASF-Gruppe für das Geschäftsjahr 2026 wird beibehalten:

  • EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 Milliarden € und 7,0 Milliarden €
  • Free Cashflow zwischen 1,5 Milliarden € und 2,3 Milliarden €
  • CO2-Emissionen zwischen 17,2 Millionen Tonnen und 18,2 Millionen Tonnen

Im Hinblick auf die Chancen- und Risikofaktoren sind die im BASF-Bericht 2025 getroffenen Aussagen im Wesentlichen weiterhin gültig. Prognostizierte Risiken aus niedrigeren Preisen sind im ersten Quartal 2026 teilweise eingetreten und haben die Marge im Vergleich zum Vorjahresquartal negativ beeinflusst, während sich die Mengen­entwicklung positiv darstellte. Die Chancen und Risiken aus dem Konflikt im Nahen Osten werden von uns genau beobachtet, genutzt beziehungsweise mitigiert. Angesichts der dynamischen Entwicklung der Lage – insbesondere mit Blick auf Energie- und Rohstoffpreise sowie mögliche Störungen globaler Lieferketten – können die daraus resultierenden Effekte jedoch derzeit nicht zuverlässig quantifiziert oder bewertet werden.

Nach Einschätzung des Unternehmens ist der Fortbestand der BASF-Gruppe weder durch bestehende Einzelrisiken noch durch die Gesamt­betrachtung aller Risiken gefährdet.

BASF-Bericht 2025

Die weltwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2026 wird durch Veränderungen handelspolitischer Rahmenbedingungen und die anhaltende geopolitische Unsicherheit bestimmt. Temporäre Sondereffekte aus vorgezogenen Bestellungen und einem entsprechenden Lageraufbau, die im Vorjahr unterstützend wirkten, entfallen im Jahr 2026. Die höheren Zölle in den USA führen zur Umlenkung globaler Warenströme und erhöhen den Wettbewerbsdruck in Ländern beziehungsweise Regionen mit geringeren Importbarrieren.

Vor diesem Hintergrund erwarten wir für 2026 eine verhaltenere Entwicklung der Weltwirtschaft sowie der Industrie- und Chemieproduktion. Unsere Prognose für die BASF-Gruppe und die Segmente basiert auf der Annahme, dass das Wachstum des globalen Bruttoinlandprodukts leicht und das der globalen Industrieproduktion deutlich unter Vorjahresniveau liegen werden. Wir gehen von einem weiteren Rückgang der Chemieproduktion in den reifen Volkswirtschaften und von einem schwächeren Wachstum in den Schwellenländern aus. In China wird sich das Wachstum abschwächen, aber dennoch solide bleiben, da die Nachfrage aus chinesischen Kundenindustrien und durch Exporte weiterhin wächst. Insbesondere in der EU und den USA erwarten wir einen weiteren Rückgang der Chemieproduktion aufgrund schwacher Nachfrage und, in Bezug auf die EU, hohem Importdruck. Nachdem die Automobilproduktion 2025 deutlich zulegte, erwarten wir für 2026 einen leichten Rückgang.

In unserer Planung berücksichtigen wir einen durchschnittlichen Ölpreis von 65 US$/Barrel Brent und einen Wechselkurs von 1,20 US$/€.

Ergebnis- und Free-Cashflow-Prognose für die BASF-Gruppe1

Prognose auf Gruppenebene

Millionen € 2025 Prognose 2026
EBITDA vor Sondereinflüssen 6.554 6,2 bis 7,0 Milliarden €
  
Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit 5.610 4,9 bis 5,7 Milliarden €

− Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

4.267 3,4 Milliarden 
Free Cashflow 1.342 1,5 bis 2,3 Milliarden €

Die BASF-Gruppe erwartet im Jahr 2026 ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 Milliarden € und 7,0 Milliarden € (2025: 6,6 Milliarden €). Die Segmente Nutrition & Care und Chemicals werden ihre Ergebnisse vermutlich deutlich steigern, während Industrial Solutions einen leichten Ergebnisanstieg erwartet. Für die Segmente Materials und Agricultural Solutions prognostizieren wir währungsbedingt ein leicht niedrigeres Ergebnis. Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Surface Technologies wird voraussichtlich deutlich unter dem Wert des Jahres 2025 liegen, hauptsächlich aufgrund des Wegfalls von Einmaleffekten im Unternehmensbereich Environmental Catalyst and Metal Solutions (ECMS).

Wir erwarten für die BASF-Gruppe einen Free Cashflow zwischen 1,5 Milliarden € und 2,3 Milliarden € (2025: 1,3 Milliarden €). Dieser ergibt sich aus einem prognostizierten Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit zwischen 4,9 Milliarden € und 5,7 Milliarden € abzüglich der erwarteten Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 3,4 Milliarden €.

Prognose der CO2-Emissionen für die BASF-Gruppe

Die CO2-Emissionen werden sich im Jahr 2026 voraussichtlich zwischen 17,2 Millionen Tonnen bis 18,2 Millionen Tonnen bewegen. Wir erwarten Mehremissionen im Vergleich zum Vorjahr hauptsächlich aufgrund des in Betrieb genommenen Verbundstandortes Zhanjiang/China bei annähernd gleichbleibenden Produktionsvolumen an anderen Produktionsstandorten. Mit gezielten Emissionsminderungsmaßnahmen, wie beispielsweise einer Erhöhung der Energieeffizienz und Prozessoptimierung, sowie mit der weiteren Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energien, werden wir diesem Anstieg entgegenwirken.

1 In Bezug auf das EBITDA vor Sondereinflüssen und den Cashflow entspricht „leicht“ einer Veränderung von 0,1 % bis 10,0 %, während „deutlich“ Veränderungen ab 10,1 % und „auf Vorjahresniveau“ keine Veränderungen (+/-0,0 %) bezeichnet.

Umsatz- und Ergebnis­pro­gnose für die Segmente

Disclaimer

Diese Seite enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Diese Aussagen basieren auf den gegenwärtigen Einschätzungen und Prognosen des Vorstands sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen. Diese sind von einer Vielzahl von Faktoren abhängig; sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. BASF übernimmt keine über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Verpflichtung, die in dieser Präsentation getroffenen zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren.

Letzte Aktualisierung30. April 2026