Aktuelle Informationen zum möglichen Schulterschluss von BASF und Evonik

In den vergangenen Wochen ist viel über den möglichen Zusammenschluss von BASF und Evonik berichtet worden – gerade auch im Ruhrgebiet, der Heimat von Evonik.

In diesem Video erklärt Markus Kamieth, CEO von BASF, warum BASF den Schulterschluss mit Evonik sucht – und welche Chancen sich aus seiner Sicht daraus ergeben. Dabei richtet er sich vor allem an die Mitarbeitenden von Evonik und die Menschen im Ruhrgebiet.

Transkript des Statements von Markus Kamieth

„Eine starke Chemie in Deutschland ist die richtige Antwort auf den globalen Wettbewerb.“

In diesen Tagen stellen sich viele Menschen Fragen. Zu BASF. Zu Evonik. Zur Zukunft der Chemieindustrie in Deutschland. Und speziell im Ruhrgebiet.

Ich bin in Dinslaken geboren, habe in Essen studiert. Mein Vater hat 35 Jahre lang unter Tage gearbeitet. Ich komme aus Nordrhein-Westfalen und verstehe deshalb die Fragen der Menschen, wenn sie hören, dass BASF den Schulterschluss mit Evonik sucht. Das Wichtigste für die Mitarbeitenden ist natürlich: Was bedeutet das für meinen Arbeitsplatz? Und dazu kann ich versichern: Erstens: BASF würde die bestehenden Standortvereinbarungen übernehmen.

Das heißt: Betriebsbedingte Kündigungen blieben bis 2032 ausgeschlossen. Tarifverträge und Sozialpartnerschaft bleiben unangetastet. Wir würden weiter in die Ausbildung junger Menschen investieren.

Zweitens: Essen und NRW würden als Standort wichtig bleiben. Mit mindestens einem Vorstandsressort und der Leitung von Geschäfts- und Funktionseinheiten. Wir werden prüfen, welche gemeinsamen Aktivitäten wir von Essen aus führen könnten. Wir möchten NRW als Forschungs- und Entwicklungsstandort stärken.

Drittens: Evonik will den Chemieparkbetreiber Syneqt verkaufen. Unser Blick ist dabei offener: Wir glauben, dass wir die Parks in Marl und Wesseling selbst auch weiter betreiben könnten. Von dem aktuell geplanten Verkauf durch Evonik sind rund 3.500 Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen betroffen.

Das Ruhrgebiet hat schon viele Umbrüche erlebt. Die Zechen sind weg. Die Stahlwerke sind kleiner geworden. Und trotzdem hat sich die Region immer neu erfunden. Genau diese Fähigkeit braucht die Chemieindustrie heute und in Zukunft.

Unsere Branche verändert sich so rasant wie noch nie. Insbesondere Wettbewerber aus Asien und dem Mittleren Osten werden immer stärker. Das Team von Evonik leistet hervorragende Arbeit. Aber der Wind bläst seit Jahren von vorne. Und er wird rauer.

Auch wir bei BASF müssen mit diesen schwierigen Bedingungen umgehen. Wir machen selbst unsere Hausaufgaben. Seit zwei Jahren greift unsere „Winning Ways“-Strategie. Und jetzt wollen wir den nächsten Schritt anstoßen. Gemeinsam mit Evonik.

BASF und Evonik sind beide stark in der Spezialchemie. Bei innovativen, kundennahen Lösungen mit globalem Marktzugang. Die Stärken von BASF liegen aber auch im Verbund. In langen Wertschöpfungsketten mit Zugang zu wichtigen Bausteinen in allen Regionen der Welt. Die Produkte und Stärken beider Unternehmen ergänzen sich hervorragend.

Evonik muss heute bestimmte Vorprodukte zukaufen. Über den BASF-Verbund kämen diese günstiger, direkter und sicherer aus dem eigenen Haus. Dazu kommen Vorteile im Einkauf, in der Infrastruktur, in der Forschung. Größe und Finanzkraft sind echte Pluspunkte, auch für die Standorte in Nordrhein-Westfalen.

Die Chemieindustrie konsolidiert sich, so oder so. Die Frage ist: Gestalten wir das selbst? Als deutsche Unternehmen mit unseren Werten, unserem Mitbestimmungsmodell und unserer Sozialpartnerschaft? Oder warten wir bis europäische Chemieunternehmen am Weltmarkt überholt oder weiter von ausländischen Investoren aufgekauft werden? Ein Zusammenschluss von BASF und Evonik wäre eine starke deutsche Antwort auf den globalen Wettbewerb.

Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung steht das Ziel, Deutschland zum innovativsten Chemiestandort der Welt zu machen. Dies ist die Gelegenheit. Eine Gelegenheit ist es auch für die RAG-Stiftung. Sie hat bereits angekündigt, dass sie ihren Anteil an Evonik reduzieren will. Das ist wichtig, um den Stiftungszweck auch in der Zukunft bestmöglich erfüllen zu können.

Die Stiftung trägt die Verantwortung für die langfristige Absicherung der Ewigkeitslasten. Konkret darum, dass auch morgen noch das Wasser aus den alten Stollen abgepumpt wird. Und dass kein Haus im Ruhrgebiet absackt.

Vor allem aber ist dies für Evonik eine Gelegenheit, Wert für alle Aktionäre zu schaffen. Und gemeinsam mit uns ein weltweit erfolgreiches Chemieunternehmen zu bauen, das noch stärker ist. Das deutsche Arbeitsplätze erhält, das dem globalen Wettbewerb besser trotzt.

Wir sind bereit für Gespräche. Denn wir wollen die Zukunft gemeinsam gestalten. Einen Zusammenschluss wird es aber nicht um jeden Preis geben. Das schulden wir auch unseren Aktionären und unseren Mitarbeitenden. Aber wir gehen das an mit der Überzeugung: Gemeinsam können wir etwas aufbauen, das stärker ist als beide Teile für sich.

Jetzt zählt‘s. Alleine kleiner oder gemeinsam größer denken. Eine starke Chemie in Deutschland ist die richtige Antwort auf den globalen Wettbewerb. Packen wir es gemeinsam an. Es wird sich lohnen.

Wichtiger Hinweis

Dieses Video dient ausschließlich zu Informationszwecken. Es stellt weder ein Angebot zum Kauf noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Verkauf von Aktien oder anderen Wertpapieren der Evonik Industries AG ("Evonik") dar. Sollte die BASF SE ("BASF") ein öffentliches Angebot für Wertpapiere der Evonik unterbreiten, würden dessen Bedingungen und weitere Bestimmungen ausschließlich in einem formellen Angebotsdokument dargelegt.

Dieses Video kann zukunftsgerichtete Aussagen enthalten, darunter Aussagen über eine mögliche Transaktion, deren Zeitpunkt und deren erwartete Auswirkungen. Diese Aussagen basieren auf aktuellen Schätzungen und Prognosen des Vorstands der BASF sowie auf derzeit verfügbaren Informationen. Sie stellen keine Garantien für zukünftige Entwicklungen und Ergebnisse dar, hängen von einer Reihe von Faktoren ab, beinhalten verschiedene Risiken und Ungewissheiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als unzutreffend erweisen. Die Informationen und Meinungen in diesem Video können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. BASF übernimmt keine Verpflichtung, das Video über die gesetzlichen Anforderungen hinaus zu aktualisieren.

Letzte Aktualisierung22. Oktober 2026