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Ausblick 2026
Quartalsmitteilung 3. Quartal 2026
Das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im dritten Quartal 2026 nach aktuellen Schätzungen um knapp 2,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Weltwirtschaft blieb damit insgesamt robust, entwickelte sich regional jedoch sehr uneinheitlich. Belastungen durch hohe Energiepreise und Handelskonflikte standen positive Impulse aus Technologieinvestitionen und einer vergleichsweise stabilen Dienstleistungsnachfrage gegenüber.
In der EU blieb das Wachstum mit etwas mehr als 1 % deutlich unter dem globalen Durchschnitt. In Deutschland ist die Wirtschaft aufgrund einer schwachen Vorjahresbasis voraussichtlich in ähnlichem Tempo wie die gesamte EU gewachsen, obwohl das Niedrigwasser im Rhein die Industrieproduktion gedämpft hat.
Die US-amerikanische Wirtschaft blieb im dritten Quartal 2026 mit einem Wachstum von voraussichtlich mehr als 2 % im Vergleich zum Vorjahr weiterhin dynamisch. Getragen wurde die Expansion vor allem vom privaten Konsum und von Investitionen, vor allem in den IT-Sektor. Die industrielle Entwicklung blieb dagegen uneinheitlich; der Wohnungsbau wurde weiterhin durch hohe Finanzierungskosten gebremst.
In China schwächte sich das Wachstum des BIP im dritten Quartal 2026 mit 4,5 % etwas unter das Tempo des ersten Halbjahres ab. Exporte sowie die Produktion von Technologie- und Elektronikgütern stützten die Konjunktur, während der private Konsum, die Immobilienwirtschaft und private Investitionen schwach blieben.
Die globale Industrieproduktion entwickelte sich im dritten Quartal 2026 insgesamt nur verhalten. Das Wachstum konzentrierte sich auf Elektronik, Halbleiter und KI-Infrastruktur; traditionelle Industriezweige blieben vielfach schwach. In der EU stagnierte die Produktion im Verarbeitenden Gewerbe nach den bislang vorliegenden Daten weitgehend, in den USA konnte sie trotz robuster Gesamtwirtschaft nur geringfügig zulegen. In Asien stützten die IT-nahen Industrien in China, Japan und Südkorea die globale Produktion. In China blieb das Wachstum im Verarbeitenden Gewerbe mit nahezu 6 % insgesamt hoch.
Die globale Automobilproduktion ging insgesamt zurück. In China nahm die Produktion vor dem Hintergrund einer schwachen Inlandsnachfrage trotz starker Exporte spürbar ab, auch in Nordamerika war ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. In der EU stagnierte die Produktion im Vorjahresvergleich nahezu.
Im Bereich der Konsumgüter blieb vor allem die Nachfrage nach langlebigen Gütern gedämpft. Höhere Energiepreise und eine weiterhin vorsichtige Konsumneigung belasteten insbesondere zinssensitive und größere Anschaffungen. Die Produktion von Nahrungsmitteln entwickelte sich vergleichsweise stabil; bei Pflegechemikalien war in den USA ein Rückgang zu verzeichnen, während der Markt in der EU stagnierte und in China wuchs.
In der Bauwirtschaft belasteten steigende Baukosten sowie das anhaltend hohe und weiter steigende Zinsniveau die Nachfrage. In der EU war das Bild heterogen mit zunehmender Bauproduktion in Deutschland im Infrastrukturbereich und im Ausbaugewerbe. In den anderen großen EU-Ländern war die Produktion dagegen rückläufig. In den USA belasteten die hohen Zinsen den privaten Wohnungsbau. In China blieb die Wohnungsbautätigkeit erheblich unter dem Vorjahresniveau.
In der Landwirtschaft zeigte sich ein gemischtes Gesamtbild. Wetter- und geopolitisch bedingte Angebotsrisiken und eine robuste Nachfrage führten zu steigenden Preisen für Agrargüter. Zugleich belasteten steigende Kosten für Energie und Düngemittel die Profitabilität der Landwirte.
Die globale Chemieproduktion stagnierte im dritten Quartal 2026 gegenüber dem starken Vorjahresquartal weitgehend. In China wuchs die Produktion nur geringfügig gegenüber der expansiven Entwicklung im Vorjahresquartal. Außerhalb Chinas war die Entwicklung schwach: In der EU sank die Chemieproduktion, nachdem sie im zweiten Quartal 2026 angestiegen war. In den USA ging die Produktion um 4,5 % zurück.
Der Ölpreis schwankte im dritten Quartal 2026 außergewöhnlich stark. Der Preis für Nordseeöl der Sorte Brent lag zu Beginn des Quartals bei rund 72 US$/Barrel und stieg infolge erneuter militärischer Eskalationen im Nahen Osten, eingeschränkter Lieferungen durch die Straße von Hormus und alternativer Lieferwege auf mehr als 100 US$/Barrel zum Ende des Berichtszeitraums.
Angesichts der fortbestehenden Unsicherheit über die weitere geopolitische und weltwirtschaftliche Entwicklung behalten wir unsere im Halbjahresbericht 2026 publizierten makroökonomischen Annahmen bei:
- Wachstum des Bruttoinlandsprodukts: 2,5 %
- Wachstum der Industrieproduktion: 2,0 %
- Wachstum der Chemieproduktion: 1,8 %
- US-Dollar-Wechselkurs von durchschnittlich 1,17 US$/€
- Ölpreis der Sorte Brent von 80 US$/Barrel im Jahresdurchschnitt
Die im Halbjahresfinanzbericht 2026 veröffentlichte Prognosebandbreite für das EBITDA vor Sondereinflüssen der BASF-Gruppe für das Geschäftsjahr 2026 wurde aufgrund des fortgeschrittenen Geschäftsjahres und der damit gestiegenen Visibilität für die erwartete Ergebnisentwicklung präzisiert. Im Vergleich zu unserer bisherigen Prognose haben wir das untere Ende der Bandbreite für das EBITDA vor Sondereinflüssen angehoben und das obere Ende leicht erhöht (bisherige Prognose aus dem Halbjahresfinanzbericht 2026 in Klammern):
- EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 7,4 Milliarden € und 7,8 Milliarden € (zwischen 6,9 Milliarden € und 7,7 Milliarden €)
- Free Cashflow zwischen 1,5 Milliarden € und 2,3 Milliarden € (unverändert)
- CO2-Emissionen zwischen 17,2 Millionen Tonnen und 18,2 Millionen Tonnen (unverändert)
Im Hinblick auf die Chancen- und Risikofaktoren sind die im BASF-Bericht 2025 getroffenen Aussagen im Wesentlichen weiterhin gültig. Prognostizierte Risiken aus höheren Rohstoffkosten sind in den ersten drei Quartalen des Jahres 2026 teilweise eingetreten, während sich Preis- und Mengenentwicklung positiv darstellten. Risiken bestehen weiterhin insbesondere im Zusammenhang mit der Nachfrage- und Marktentwicklung, Margen, regulatorischen Rahmenbedingungen sowie geopolitischen und handelspolitischen Entwicklungen. Angesichts der anhaltenden Unsicherheit im Zusammenhang mit den geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten können insbesondere Auswirkungen auf Energie- und Rohstoffpreise sowie globale Lieferketten weiterhin nicht abschließend bewertet werden. Chancen können sich insbesondere aus einer stärkeren Nachfrage- und Margenentwicklung als erwartet, zusätzlichen Kosten- und Effizienzverbesserungen sowie einer günstigen Entwicklung der Energie-, Rohstoff- und Währungsmärkte ergeben.
Nach Einschätzung des Unternehmens ist der Fortbestand der BASF-Gruppe weder durch bestehende Einzelrisiken noch durch die Gesamtbetrachtung aller Risiken gefährdet.
BASF-Bericht 2025
Die weltwirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2026 wird durch Veränderungen handelspolitischer Rahmenbedingungen und die anhaltende geopolitische Unsicherheit bestimmt. Temporäre Sondereffekte aus vorgezogenen Bestellungen und einem entsprechenden Lageraufbau, die im Vorjahr unterstützend wirkten, entfallen im Jahr 2026. Die höheren Zölle in den USA führen zur Umlenkung globaler Warenströme und erhöhen den Wettbewerbsdruck in Ländern beziehungsweise Regionen mit geringeren Importbarrieren.
Vor diesem Hintergrund erwarten wir für 2026 eine verhaltenere Entwicklung der Weltwirtschaft sowie der Industrie- und Chemieproduktion. Unsere Prognose für die BASF-Gruppe und die Segmente basiert auf der Annahme, dass das Wachstum des globalen Bruttoinlandprodukts leicht und das der globalen Industrieproduktion deutlich unter Vorjahresniveau liegen werden. Wir gehen von einem weiteren Rückgang der Chemieproduktion in den reifen Volkswirtschaften und von einem schwächeren Wachstum in den Schwellenländern aus. In China wird sich das Wachstum abschwächen, aber dennoch solide bleiben, da die Nachfrage aus chinesischen Kundenindustrien und durch Exporte weiterhin wächst. Insbesondere in der EU und den USA erwarten wir einen weiteren Rückgang der Chemieproduktion aufgrund schwacher Nachfrage und, in Bezug auf die EU, hohem Importdruck. Nachdem die Automobilproduktion 2025 deutlich zulegte, erwarten wir für 2026 einen leichten Rückgang.
In unserer Planung berücksichtigen wir einen durchschnittlichen Ölpreis von 65 US$/Barrel Brent und einen Wechselkurs von 1,20 US$/€.
Ergebnis- und Free-Cashflow-Prognose für die BASF-Gruppe1
Prognose auf Gruppenebene
| Millionen € | 2025 | Prognose 2026 |
| EBITDA vor Sondereinflüssen | 6.554 | 6,2 bis 7,0 Milliarden € |
| Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | 5.610 | 4,9 bis 5,7 Milliarden € |
|
− Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen |
4.267 | 3,4 Milliarden € |
| Free Cashflow | 1.342 | 1,5 bis 2,3 Milliarden € |
Die BASF-Gruppe erwartet im Jahr 2026 ein EBITDA vor Sondereinflüssen zwischen 6,2 Milliarden € und 7,0 Milliarden € (2025: 6,6 Milliarden €). Die Segmente Nutrition & Care und Chemicals werden ihre Ergebnisse vermutlich deutlich steigern, während Industrial Solutions einen leichten Ergebnisanstieg erwartet. Für die Segmente Materials und Agricultural Solutions prognostizieren wir währungsbedingt ein leicht niedrigeres Ergebnis. Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Surface Technologies wird voraussichtlich deutlich unter dem Wert des Jahres 2025 liegen, hauptsächlich aufgrund des Wegfalls von Einmaleffekten im Unternehmensbereich Environmental Catalyst and Metal Solutions (ECMS).
Wir erwarten für die BASF-Gruppe einen Free Cashflow zwischen 1,5 Milliarden € und 2,3 Milliarden € (2025: 1,3 Milliarden €). Dieser ergibt sich aus einem prognostizierten Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit zwischen 4,9 Milliarden € und 5,7 Milliarden € abzüglich der erwarteten Auszahlungen für immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen in Höhe von 3,4 Milliarden €.
Prognose der CO2-Emissionen für die BASF-Gruppe
Die CO2-Emissionen werden sich im Jahr 2026 voraussichtlich zwischen 17,2 Millionen Tonnen bis 18,2 Millionen Tonnen bewegen. Wir erwarten Mehremissionen im Vergleich zum Vorjahr hauptsächlich aufgrund des in Betrieb genommenen Verbundstandortes Zhanjiang/China bei annähernd gleichbleibenden Produktionsvolumen an anderen Produktionsstandorten. Mit gezielten Emissionsminderungsmaßnahmen, wie beispielsweise einer Erhöhung der Energieeffizienz und Prozessoptimierung, sowie mit der weiteren Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energien, werden wir diesem Anstieg entgegenwirken.
1 In Bezug auf das EBITDA vor Sondereinflüssen und den Cashflow entspricht „leicht“ einer Veränderung von 0,1 % bis 10,0 %, während „deutlich“ Veränderungen ab 10,1 % und „auf Vorjahresniveau“ keine Veränderungen (+/-0,0 %) bezeichnet.
Disclaimer
Diese Seite enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Diese Aussagen basieren auf den gegenwärtigen Einschätzungen und Prognosen des Vorstands sowie den ihm derzeit verfügbaren Informationen. Diese sind von einer Vielzahl von Faktoren abhängig; sie beinhalten verschiedene Risiken und Unwägbarkeiten und beruhen auf Annahmen, die sich möglicherweise als nicht zutreffend erweisen. BASF übernimmt keine über die gesetzlichen Anforderungen hinausgehende Verpflichtung, die in dieser Präsentation getroffenen zukunftsgerichteten Aussagen zu aktualisieren.