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Investoren

Unser Steuerungskonzept

Langfristig Wert schaffen bedeutet für ein Unterneh­men mehr als ein Ergebnis zu erwirt­schaften, das die Kosten für das eingesetzte Kapital deckt. Im Rahmen unseres Steuerungs­konzepts fördern und fordern wir unterneh­merisches Denken und Handeln aller Mitarbei­tenden. Unsere zentrale finanzielle Steuerungs­größe ist der Return on Capital Employed – kurz ROCE. Gleichzeitig sind die CO2-Emissionen und der Umsatz mit Accelerator-Produkten zentrale und damit bedeutsamste nicht­finanzielle Leistungs­indikatoren der BASF-Gruppe.

Mit unseren finanziellen Zielgrößen verfolgen wir ein an unseren Werten ausgerichtetes Steuerungskonzept. Die zentrale Ziel- und Steuerungsgröße für die BASF-Gruppe stellt die Rendite auf das betriebsnotwendige Kapital (Return on Capital Employed) – kurz ROCE – dar. Entsprechend unserer strategischen Zielsetzung wollen wir jährlich eine Rendite auf das betriebsnotwendige Kapital erzielen, die deutlich über dem Kapitalkostensatz liegt. Mit ROCE wird die gleiche Logik und Datengrundlage für unser Wertmanagement, die externe Kommunikation an die Kapitalmärkte sowie für die variable Vergütung genutzt. Damit verwenden wir den gleichen Maßstab für die interne Geschäftssteuerung, die Incentivierung unserer Mitarbeitenden sowie die Erwartungen unserer Aktionäre.

Im Rahmen unserer Unternehmensstrategie und der daraus abgeleiteten Nachhaltigkeitsziele haben wir seit dem Geschäftsjahr 2020 zudem CO2-Emissionen und Umsatz mit Accelerator-Produkten als bedeutsamste nichtfinanzielle Leistungsindikatoren etabliert. Auf diesen Kenngrößen basiert sowohl unser Ziel zur nachhaltigkeitsorientierten Portfoliosteuerung mit unserer Methode Sustainable Solution Steering als auch die Steuerung unseres Ziels, die absoluten CO2-Emissionen zu senken. Unser Ziel zum Umsatz mit Accelerator-Produkten haben wir 2021 früher als geplant erreicht. Im Laufe des Jahres 2022 passen wir daher unsere Zielsetzung zur Portfoliosteuerung an.

Zur Berechnung von ROCE wird das EBIT der Segmente auf die durchschnittliche Kapitalkostenbasis bezogen.

Um das EBIT der Segmente zu errechnen, bereinigen wir das EBIT der BASF-Gruppe um das EBIT der unter Sonstige erfassten, den Segmenten nicht zuordenbaren Aktivitäten.

Die Kapitalkostenbasis wird anhand der jeweiligen Monatsendwerte errechnet und ergibt sich aus dem operativen Vermögen der Segmente. Dieses umfasst die kurz- und langfristigen Vermögenspositionen der Segmente. Dazu zählen Sachanlagevermögen, immaterielles Vermögen, integrale at Equity bilanzierte Beteiligungen, Vorräte, Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, durch das Kerngeschäft entstehende Übrige Forderungen und sonstiges Vermögen sowie gegebenenfalls das Vermögen von Veräußerungsgruppen. In der Kapitalkostenbasis sind außerdem Kunden- und Lieferantenfinanzierungen enthalten.

Den Kapitalkostensatz haben wir als Vergleichsgröße in unsere ROCE-Zielsetzung integriert. Er leitet sich aus den gewichteten Kapitalkosten von Eigen- und Fremdkapital ab (Weighted Average Cost of Capital; WACC). Um analog zum EBIT zu einer Vorsteuergröße zu gelangen, wird der Kapitalkostensatz um den für das Geschäftsjahr für die BASF-Gruppe erwarteten Steuersatz angepasst. Zudem wird der geplante Nettoaufwand von Sonstige durch einen Zuschlag auf den Kapitalkostensatz abgedeckt. Die Eigenkapitalkosten werden mithilfe des Capital Asset Pricing Model berechnet. Die Fremdkapitalkosten orientieren sich an den Finanzierungskosten der BASF-Gruppe. Für das Jahr 2022 verwenden wir einen Kapitalkostensatz von 9 % (2021: 9 %).

Unsere absoluten CO2-Emissionen errechnen wir auf Basis der Treibhausgasemissionen, die sich aus direkten Emissionen aus Produktionsprozessen und der Erzeugung von Strom und Dampf (Scope 1) sowie den indirekten Emissionen aus dem Zukauf von Energie (Scope 2) zusammensetzen. Direkte Emissionen für die Erzeugung von Energie für Dritte bleiben hierbei unberücksichtigt. Die relevanten Emissionen umfassen weitere Treibhausgase gemäß Greenhouse Gas Protocol, die in CO2-Äquivalente umgerechnet werden.

Mit unserem im März 2021 präsentierten Fahrplan zur Klimaneutralität haben wir uns noch anspruchsvollere Ziele gesetzt:
Verglichen mit dem Basisjahr 2018 wollen wir die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 25 % senken. 1 Bis 2050 streben wir Netto-Null-Emissionen an (Scope 1 und Scope 2).

1 Unser bisheriges Ziel, bis 2030 CO2-neutral zu wachsen (Basisjahr 2018: 21,9 Mio. t CO2e), haben wir im März 2021 in ein neues, ambitionierteres Klimaschutzziel zur Reduktion der absoluten CO2-Emissionen um 25 % im Vergleich zum Jahr 2018 überführt (neue Zielgröße: 16,4 Mio. t CO2e).

Der Umsatz mit Accelerator-Produkten umfasst Umsätze der BASF-Gruppe, die mit dem Verkauf von Produkten unseres strategischen Portfolios an Dritte im jeweiligen Geschäftsjahr erwirtschaftet wurden. Accelerator-Produkte leisten einen substanziellen Beitrag zur Nachhaltigkeit in der Wertschöpfungskette. Unserer Unternehmensstrategie folgend haben wir uns das globale Ziel gesetzt, den Umsatz mit Accelerator-Produkten bis zum Jahr 2025 auf 22 Milliarden € zu erhöhen. Dieses Ziel wurde bereits 2021 erreicht. Im Laufe des Jahres 2022 passen wir daher unsere Zielsetzung zur Portfoliosteuerung an.

1 Die Definition und weiterführende Informationen finden Sie im „Sustainable Solution Steering“-Handbuch unter basf.com/de/sustainable-solution-steering

Ein wichtiger Bestandteil unseres Wertmanagements ist der Zielvereinbarungsprozess, welcher die Ziele von BASF mit den individuellen Zielen der Mitarbeitenden verknüpft. Oberste finanzielle Zielebene in den operativen Einheiten ist ROCE. In den anderen Einheiten wird der Wertbeitrag auch an Effektivität und Effizienz unter Verwendung von Qualitäts- und Kostenzielen gemessen. Hierzu nutzen wir unter anderem einen BASF-internen Service Score in den Serviceeinheiten.

Neben ROCE als zentralem und damit bedeutsamstem finanziellen Leistungsindikator der BASF-Gruppe verwenden wir das EBIT vor Sondereinflüssen sowie die Sachinvestitionen als bedeutsame Leistungsindikatoren, die unmittelbar auf ROCE wirken und damit
dessen Steuerung unterstützen:

  • Das EBIT vor Sondereinflüssen dient der Steuerung der Profitabilität auf Gruppen- und Segmentebene. Es ergibt sich durch
    die Bereinigung des im Konzernabschluss berichteten EBIT um Sondereinflüsse und eignet sich damit besonders für die Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung im Zeitablauf. Sondereinflüsse resultieren aus der Integration akquirierter Geschäfte, aus Restrukturierungen, bestimmten außerplanmäßigen Abschreibungen, dem Veräußerungsergebnis bei Devestitionen und Beteiligungsverkäufen sowie sonstigen Aufwendungen und Erträgen außerhalb der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit.
  • Die Steuerung des Kapitaleinsatzes in der BASF-Gruppe erfolgt anhand der Sachinvestitionen. Diese umfassen Zugänge zu Sachanlagen ohne Zugänge aus Akquisitionen, aus IT-Investitionen, aus Rückbauverpflichtungen und aus Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen. Das Management der Investitionen ist nicht nur für die Steuerung von ROCE relevant, sondern unterstützt auch unser langfristiges Ziel, basierend auf einem starken Free Cashflow jährlich die Dividende zu steigern. umfassen Zugänge zu Sachanlagen ohne Zugänge aus Akquisitionen, aus IT-Investitionen, aus Rückbauverpflichtungen und aus Nutzungsrechten aus Leasingverhältnissen. Sie dienen der Steuerung des Kapitaleinsatzes in der BASF-Gruppe. Das Management der Investitionen ist nicht nur für die Steuerung von ROCE relevant, sondern unterstützt auch unser langfristiges Ziel, basierend auf einem starken Free Cashflow jährlich die Dividende zu steigern.

In der Finanzberichterstattung kommentieren und prognostizieren wir darüber hinaus auf Gruppen- und Segmentebene den Umsatz als wesentlichen Treiber für das EBIT vor Sondereinflüssen und damit ROCE.

Letzte Aktualisierung 25. Februar 2022