15. Juli 2026

Medien

Der Ton macht den Unterschied

Ein charmanter Altbau ist für viele ein Traum. Doch ältere Häuser verlieren oft unnötig Wärme – und erhöhen dadurch Energieverbrauch und Kosten. Hier setzt Cavipor® an: ein mineralischer Tonschaum von BASF, der Hohlräume in Wänden, Dächern und Decken dämmen kann. Im Interview erklärt Dr. Frank Reuter, Business Manager für Cavipor bei BASF, was hinter der Innovation steckt – und warum sie für die Sanierung von Bestandsgebäuden ideal ist. Hier gibt es das Interview im Podcast. 

Porträt von Dr. Frank Reuter, Business Manager für Cavipor® bei BASF.
Dr. Frank Reuter ist  Business Manager für Cavipor® bei BASF.

Was ist an Cavipor besonders? 

Dr. Frank Reuter: Cavipor ist ein mineralischer Tonschaum zur Dämmung von Gebäuden. Das ist eine echte Innovation auf dem Dämmstoffmarkt. Wir haben das Material zunächst für die Kerndämmung von Bestandsgebäuden aus zweischaligem Mauerwerk entwickelt: Hier besteht die Wand aus zwei Mauerschalen, die durch einen Zwischenraum voneinander getrennt sind. Da der Schaum gut fließt, lässt sich der Hohlraum zwischen den Steinmauern lückenlos füllen. Inzwischen ist Cavipor auch für weitere Anwendungen am Haus, wie Geschossdecken und Dächer, zugelassen. Damit lässt sich die komplette Gebäudehülle dämmen.

Welche Vorteile bringt das für Hausbesitzer und -bewohner? 

Sie können Energie und Kosten sparen, da durch die Dämmung weniger Wärme verloren geht. Außerdem verbessert sich der Wohnkomfort, es ist im Winter angenehm warm, im Sommer kühl und Cavipor sorgt als Schallabsorber für eine angenehme Raumakustik. Und: Die nachträgliche Dämmung gelingt mit relativ geringem Aufwand. Cavipor lässt sich problemlos transportieren und durch unsere geschulten Fachpartner sauber verarbeiten – ganz ohne Staub oder Fasern.

Bild zeigt einen Raum mit Treppe und einer hohen Decke mit Schallschutz-Elementen.
Innovationsgebäude "NEST" in Zürich: In der Decke wirkt Cavipor® als Schallabsorber.
Cavipor Tonschaum in einem Rührbecher.
Die Konsistenz von Cavipor erinnert an Mousse au Chocolat.

Wie wird Cavipor verarbeitet? 

Das Schaumsystem besteht aus drei wasserbasierten Komponenten. Diese werden direkt am Einsatzort mit Luft aufgeschäumt und dann durch kleine Bohrlöcher in den Hohlraum der Wand eingebracht. Weil der Schaum sehr gut fließt, verteilt er sich gleichmäßig und ‚geliert‘ anschließend. Dann hat er die Konsistenz von Mousse au Chocolat und bleibt am gewünschten Ort, bevor er zu trocknen beginnt. 

Was sind die Vorteile von Tonschaum? 

Das Material ist nicht brennbar, wasserabweisend und gleichzeitig dampfdurchlässig. Das heißt: Es schützt das Gebäude, ohne es „abzudichten“. Außerdem erfüllt Cavipor hohe Emissionsstandards. Auch an den Rückbau haben wir gedacht: Das Material kann bei späteren Bauarbeiten gemäß den lokalen Vorgaben recycelt oder zusammen mit anfallendem Bauschutt entsorgt werden.

Zwei BASF-Mitarbeitende begutachten ein Stück Tonschaum im Labor.
Frank Reuter (links im Bild) hat Cavipor mit seinem Team bei BASF in Ludwigshafen entwickelt. 
Bild zeigt das  Innovationsgebäude NEST der Empa in Zürich, ein Gebäude mit viel Glas.
Zu den Referenz-Objekten von Cavipor gehört das Innovationsgebäude NEST der Empa (Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt) in Zürich. 

Wird Cavipor bereits eingesetzt? 

Gemeinsam mit Vertriebspartnern in Deutschland, den Niederlanden, Irland und dem Vereinigten Königreich wurden bereits rund 2.000 Häuser mit dem Tonschaum gedämmt. Und das Interesse in Europa wächst weiter: In Italien haben wir kürzlich die ersten Objekte gedämmt. Wir sehen ganz deutlich einen Bedarf an einfachen und nachhaltigen Lösungen für die energetische Sanierung.

Warum könnte Cavipor in den nächsten Jahren noch wichtiger werden? 

Ein großer Teil des Gebäudebestands in Europa ist vor der Jahrhundertwende errichtet worden und muss energetisch modernisiert werden. Dafür braucht es leistungsfähige Materialien, die unkompliziert in der Einbringung, effizient in der Nutzphase und am Ende des Lebenszyklus bedenkenlos zu entsorgen sind. Wenn wir Gebäude einfacher und sicherer sanieren können, ist das gut für Klima, Energieverbrauch und Wohnqualität. Genau dazu möchten wir mit Cavipor beitragen.

Man sieht die Hände von Labormitarbeitenden, die Cavipor-Tonschaum begutachten.
Schaubild zur Funktionsweise und zu den Vorteilen von Cavipor®
Dämmend

Der Tonschaum hat eine herausragende Dämmleistung von λN = 0,034 W/m•K
(DIN EN 12667)
Wiederverwertbar

Beim Rückbau kann der Tonschaum problemlos mit Bauschutt deponiert oder als Unterbaumaterial wiederverwendet werden.
Wasserabweisend

Tonschaum ist hydrophob und nimmt kein flüssiges Wasser auf.
wlp = 0,36 kg/m² Wasseraufnahme (DIN EN 12087)
Platzsparend

Durch das physikalische Aufschäumen mit Luft entsteht ein Schaum, der das ursprüngliche Volumen um das Zehnfache übersteigt.

Schnell

Ein Einfamilienhaus kann in der Regel innerhalb eines Tages mit Tonschaum gedämmt werden.

Nicht brennbar

Mit einem Anteil von 90 % anorganischer Bestandteile ist der getrocknete Tonschaum nicht brennbar - ohne den Einsatz zusätzlicher Flammschutzmittel.
Baustoffklasse A2- s1,d0 (DIN EN 13501-1)

Ökonomisch

Die Kerndämmung mit Tonschaum führt zu massiven Einsparungen an Energiekosten.

Lücken füllend

Dank seiner Fließfähigkeit füllt er die Hohlräume lückenlos aus – unabhängig von Fehlstellen oder Hindernissen.

Tonschaum ist selbstabdichtend: kleine Schlitze oder Risse im Mauerwerk dichtet er ab, verhindert Zugluft und macht aufwendige Vor- und Nacharbeiten unnötig.

Dampfdurchlässig

Der Tonschaum ist diffusionsoffen für Wasserdampf. So kann er Feuchtigkeit aufnehmen, abgeben und zur Regulierung des Raumklimas beitragen.
Dampfdurchlässigkeit µ = 3

Unbedenklich

Der Tonschaum besteht aus unbedenklichen Ausgangsstoffen und ist als ‘sehr emissionsarmer Baustoff’ EC1 PLUS nach GEV-EMICODE ® Standards klassifiziert.

Fassaden schonend

Der frische Schaum wird über kleine Einfüllöffnungen in die Hohlschicht eingebracht.

Nicht expandierend

Der Schaum expandiert nicht weiter und erzeugt keinen zusätzlichen Druck.

Schalldämpfend

Der Tonschaum reduziert Umgebungsgeräusche spürbar.
Rw = 14 dB Schalldämmmaß (DIN EN ISO 10140-2)

Dauerhaft

Tonschaum hat eine gute Anhaftung an mineralische Oberflächen.

Sauber verarbeitbar

Die wasserbasierten Komponenten des Tonschaums lassen sich problemlos transportieren und sauber verarbeiten – ganz ohne Staub oder Fasern.

Dr. Frank Reuter ist seit 2022 Business Manager für Cavipor® bei BASF und gehört zu dessen Entwicklern: Das innovative mineralische Tonschaum-System zielt auf die energieeffiziente Dämmung von Bestandsgebäuden ab. Es kann die Energieeffizienz eines Gebäudes erheblich verbessern und zur Einsparung von CO2 beitragen.

Reuter begann 2011 als Laborgruppenleiter bei BASF. Er promovierte an der Universität Mainz in Chemie und studierte ein Semester an der Université de Bourgogne in Dijon, Frankreich.