Nachhaltigkeit

Kreislaufwirtschaft

Mehr Kreislaufwirtschaft, weniger Verbrauch fossiler Rohstoffe

Rohstoffe – ob fossil oder nachwachsend – sind essenziell für unsere Produktion und müssen effizient und verantwortungs­voll eingesetzt werden. Idealerweise halten wir sie so lange wie möglich im Produktions­kreislauf, um den Verbrauch natürlicher Ressourcen zu verlangsamen und damit die Umwelt zu schonen.

Mit innovativen Technologien und der Entwicklung von Kreis­lauf­lösungen wollen wir weniger Abfall verursachen und damit auch weniger fossile Rohstoffe verbrauchen. Zudem wollen wir bis 2030 den Jahres­umsatz mit diesen Kreis­lauf­lösungen, wir nennen sie Loop Solutions, von aktuell 5 Milliarden auf 10 Milliarden Euro erhöhen.

Kreislauflösungen umfassen dabei Produkte, die vollständig oder teilweise auf nach­wachsenden oder recycelten Rohstoffen basieren oder Recycling­prozesse unterstützen („close the loop“), sowie Produkte, die Haltbarkeit von Materialien erhöhen oder deren Lebens­dauer verlängern („extend the loop“).

Wir streben den Übergang zu einer Kreislauf­wirts­chaft an, indem wir uns auf die Verwendung größerer Mengen an zirkulären Roh­stoffen (sowohl recycelte als auch nach­wachsende) konzentrieren sowie neue Stoff­kreis­läufe und neue Geschäfts­modelle aufbauen. Dafür brauchen wir ein neues Denken: Weg von Wert­schöpfungs­ketten – gemeint sind die linearen Prozesse von der Idee über die Produktion bis zur Bereit­stellung beim Kunden – hin zu Wertschöpfungs­kreis­läufen, also zyklischen, geschlossenen Prozessen. Dafür arbeiten BASF-Teams an aktuell mehr als 50 Lösungen.

Loop Solutions nennen wir bei BASF Produkte, die Kreis­läufe schließen oder erweitern und somit einen positiven Beitrag zur Kreis­lauf­wirt­schaft leisten.

Man stelle sich seine Lieblings­jacke vor, die irgend­wann kaputtgeht. Normaler­weise würde man sie wegwerfen. Aber was wäre, wenn man daraus etwas Neues machen könnte? Genau darum geht es bei „Kreis­läufe erweitern, also extend the loop“: Sachen und Materialien sollen nicht einfach nach dem Gebrauch im Müll landen, sondern so lange wie möglich benutzt und immer wieder verwandt werden – zum Beispiel, indem man aus alten Jacken neue Jacken macht.

Ähnlich verhält es sich mit einem Pullover beispiels­weise, der nicht mehr passt oder kaputt ist. Statt ihn wegzu­werfen, kann man ihn sammeln, aus­einander­nehmen und aus dem Material einen neuen Pullover machen. Das nennt man „Kreislauf schließen, also close the loop“. Es bedeutet: Dinge werden nicht einfach zu Müll, sondern bekommen ein neues Leben. So spart man Rohstoffe und tut der Umwelt etwas Gutes.

Alles in allem clevere Ideen, die dafür sorgen, dass unsere Sachen so lange wie möglich in einem Kreislauf bleiben, statt zu Abfall zu werden.

Je nach Verfügbarkeit und Nachfrage speisen wir nachwachsende oder recycelte Rohstoffe in unseren Produktions­prozess ein und können ihren Anteil an einem bestimmten Produkt ausrechnen und zuordnen. Das nennt man Massenbilanzansatz. Damit man diesen Zuordnungen vertrauen kann, zertifizieren dies unabhängige Dritte.

Projekte wie das loopamid®-Textilrecycling zeigen, dass zirkuläre Geschäfts­modelle möglich sind. Was in einzelnen Projekten gelingt, muss allerdings auch im großen Maßstab wirtschaft­lich sein, damit wir von einer linearen zu einer Kreis­lauf­wirtschaft kommen.

Beispiel 1: Renewable Carbon – Einsatz nachwachsender Rohstoffe

Bei BASF wollen wir nicht nur unsere Treibhaus­gas­emissionen, sondern auch die Abhängig­keit von fossilen Roh­stoffen verringern. Die Einbe­ziehung von erneuer­barem, organischem Kohlen­stoff in unsere Geschäfts­modelle und unser Produkt­portfolio ist ein wichtiger Hebel für den Fort­schritt beim Klima­schutz. 

Von Pflanzen und Tieren bis hin zu Mikro­organismen und land­wirts­chaftl­ichen Rest­stoffen kann dieser Kohlenstoff zur Herstellung etwa von Kunst­stoffen, Fasern und Chemikalien verwendet werden. Das ersetzt traditionelle fossile Kohlen­stoff­quellen wie das auf Rohöl basierende Naphtha.

Hier eine Illustration dieses Prinzips:

Beispiel 2: Neuer Materialkreislauf mit loopamid® 

Mit loopamid® haben wir eine Lösung gefunden, um aus alten polyamid-, auch nylonhaltigen Textilien neue Kleidung zu machen. So entsteht ein neuer Materialkreislauf.

Unser Partner Inditex hat mit unserer Hilfe eine Jacke hergestellt, die vollständig aus Altkleidern besteht, recyclingfähig ist und 2024 von dem Modeunternehmen Zara als Pilot auf den Markt gebracht wurde.

Eine erfolgreiche Transformation hin zu einer Kreislaufwirtschaft ist nur möglich, wenn wir zusammen mit Partnern in den verschiedenen Industrien neue Wirtschaftssysteme aufbauen. Dafür brauchen wir ein neues Mindset – vom Denken in Wertschöpfungsketten hin zum Handeln in Wertschöpfungskreisläufen. 

René Bethmann

Senior Material Innovation Manager, VAUDE Sport GmbH & Co. KG 

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