Grenzach
Sanierung der Kesslergrube: BASF nimmt Grundwasserreinigungsanlage in Betrieb
BASF hat einen wichtigen Meilenstein bei der Sanierung ihres Anteils der Altablagerung Kesslergrube in Grenzach‑Wyhlen erreicht und mit den detaillierten Untersuchungen des Grundwassers begonnen. Dazu wird das Grundwasser an verschiedenen Stellen im Perimeter abgepumpt, analysiert und anschließend in eine im März 2026 in Betrieb genommene Grundwasserreinigungsanlage geführt.
Grundwasseruntersuchungen liefern wichtige Entscheidungsgrundlagen
Die Untersuchungen liefern wichtige Erkenntnisse für die weitere Planung und sollen zeigen, ob sich die als vorläufige Vorzugsvariante definierte thermische Behandlung als geeignete Sanierungsmethode bestätigt. Die Untersuchungen sind auf einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren angelegt.
„Unsere bisherigen Erkenntnisse werden nun durch weiterführende Untersuchungen vertieft; das Grundwasser wird dabei von erfahrenen Labors genau analysiert“, erklärt Livio Ulmann, Projektleiter für die Sanierung der Kesslergrube bei BASF. Hierfür wurden auf dem BASF-Perimeter insgesamt 15 neue Entnahmebrunnen eingerichtet. „Das Vorgehen bietet einen zusätzlichen Vorteil“, ergänzt Ulmann: „Für die Messungen wird das Grundwasser abgepumpt und anschließend gereinigt. Auf diese Weise werden bereits Schadstoffe aus dem Perimeter entfernt.“
Mehrstufige Reinigung in temporärer Anlage
Die Grundwasserreinigungsanlage wird temporär für die Dauer der Untersuchungen eingesetzt und ist in einer eigens errichteten Leichtbauhalle untergebracht. Das geförderte Grundwasser wird dort in einem mehrstufigen, bewährten Verfahren gereinigt. Zunächst erfolgt eine Vorbehandlung, anschließend werden Feststoffe und Schwebstoffe herausgefiltert, bevor organische Schadstoffe mithilfe von Aktivkohle aus dem Wasser entfernt werden. Die bei der Behandlung entstehende Abluft wird kontinuierlich erfasst und ebenfalls gefiltert.
Die Grundwasserreinigungsanlage ist so ausgelegt, dass bei Bedarf zusätzliche Behandlungsschritte zugeschaltet werden können, etwa zur biologischen Reinigung. Der Betrieb erfolgt automatisiert und wird laufend überwacht, um die Einhaltung aller Sicherheits- und Umweltauflagen zu gewährleisten. Das gereinigte Wasser wird schließlich der industriellen Kläranlage von BASF zugeführt.
Im März 2026 hat die Grundwasserreinigungsanlage die behördliche Betriebsbewilligung erhalten. Nach einer Testphase soll voraussichtlich ab Juni 2026 der reguläre Betrieb für die Grundwasseruntersuchungen aufgenommen werden.
Gezielte Analysen zur Eingrenzung des Belastungsschwerpunkts
Das bisherige Grundwasser-Monitoring hat – nach Abschluss der Sanierung des Roche-Anteils der Kesslergrube – insgesamt eine abnehmende Tendenz bei der Belastung sowie Hinweise auf einen Belastungsschwerpunkt im BASF-Perimeter ergeben. Dieser liegt in der Nähe der industriellen Klärbecken von BASF sowie teilweise darunter, während die Belastung in den übrigen Bereichen des Perimeters deutlich geringer ist.
Die nun beginnenden vertieften Grundwasseruntersuchungen helfen dabei, die räumliche Ausdehnung dieses Belastungsschwerpunkts genauer zu bestimmen und sind Bestandteil der Sanierungsuntersuchung. Sie bilden eine wichtige Grundlage, um die vorläufige Vorzugsvariante für die Sanierung – die thermische Behandlung – fachlich zu beurteilen und anschließend einen Sanierungsplan mit dem weiteren Sanierungsvorgehen und den konkreten Maßnahmen auszuarbeiten.
Hintergrundinformationen zur Sanierung des BASF-Anteils der Kesslergrube
Die Sanierung des östlichen Teils der Kesslergrube in Grenzach-Wyhlen – rund 32.000 Quadratmeter und zwei Drittel der Gesamtfläche – liegt in der Verantwortung von BASF. Bei der Kesslergrube handelt es sich um eine Mischdeponie, die mit Bewilligung der Behörden vor rund siebzig Jahren angelegt worden ist. Dabei wurden in der Deponie Erdaushub, Bauschutt, Hausmüll und Abfälle der chemisch-pharmazeutischen Industrie in unterschiedlichen Anteilen abgelagert. Der Anteil an Abfällen aus der chemischen Produktion lässt sich im BASF-Anteil aufgrund historischer Recherchen und Untersuchungen auf zwei bis drei Prozent abschätzen. Verfüllt wurden die Gruben durch ortsansässige Industriebetriebe, Müllfuhrunternehmen und die Standortgemeinde.
Von der Kesslergrube geht keine unmittelbare Gefährdung aus. Das Areal befindet sich außerhalb der Trinkwassergewinnung. Der Abstrom des Grundwassers wird seit vielen Jahren sehr genau überwacht und wird zudem durch den Betrieb eines nahegelegenen Werksbrunnens so abgelenkt, dass das Grundwasser nicht in Richtung Rhein abfließen kann.
Nach Abschluss der Roche-Sanierung im westlichen Teil der Kesslergrube im Jahr 2023 ist es erstmals möglich, spezifische, auf den BASF-Anteil der Kesslergrube ausgerichtete Sanierungsuntersuchungen durchzuführen und eine ausschließlich auf den BASF-Anteil fokussierte Gefährdungsbeurteilung vorzunehmen. So zeigten zusätzliche Analysen des Grundwassers, dass die Belastung eine abnehmende Tendenz aufweist. Auch geben die Analysen Hinweise auf einen Belastungsschwerpunkt, der sich in einem Teilbereich des BASF-Perimeters in der Nähe der industriellen Klärbecken von BASF und teilweise darunter befindet, während die Belastung in den übrigen Bereichen des Perimeters wesentlich geringer ausfällt.
BASF hat deshalb entschieden, die ursprünglich geplante Einkapselung ihres Anteils der Kesslergrube zu stoppen und eine ergebnisoffene Neubewertung des Sanierungsvorgehens durchzuführen. Auf Basis der nach Abschluss der Roche-Sanierung gewonnenen Erkenntnisse wurde ein Ideenwettbewerb durchgeführt. Experten unterschiedlicher, auf Altlasten spezialisierter Ingenieurbüros haben mögliche, teils neue und fortschrittliche Sanierungsmaßnahmen vorgeschlagen. Eine intensive Prüfung ergab die thermische Behandlung zur Entfernung von Schadstoffen aus Boden und Grundwasser als vorläufige Vorzugsvariante für die Sanierung. Diese ist in Fachkreisen auch als thermische Dekontamination bekannt. Die vorläufige Vorzugsvariante wird vom Landratsamt Lörrach als zuständiger Genehmigungsbehörde unterstützt.
Weitere Informationen zum BASF-Anteil der Kesslergrube unter: https://basf-grenzach.de/kesslergrube
Über BASF
BASF steht für Chemie für eine nachhaltige Zukunft. Unser Anspruch: Wir wollen das bevorzugte Chemieunternehmen sein, um die grüne Transformation unserer Kunden zu ermöglichen. Wir verbinden wirtschaftlichen Erfolg mit dem Schutz der Umwelt und gesellschaftlicher Verantwortung. Rund 108.000 Mitarbeitende in der BASF-Gruppe tragen zum Erfolg unserer Kunden aus nahezu allen Branchen und in fast allen Ländern der Welt bei. Unser Portfolio umfasst als Core Businesses die Segmente Chemicals, Materials, Industrial Solutions und Nutrition & Care; die Standalone Businesses sind in den Segmenten Surface Technologies und Agricultural Solutions gebündelt. BASF erzielte 2025 weltweit einen Umsatz von rund 60 Milliarden €. BASF-Aktien werden an der Börse in Frankfurt (BAS) sowie als American Depositary Receipts (BASFY) in den USA gehandelt. Weitere Informationen unter www.basf.com.

