Ludwigshafen
Das aktuelle Foto: Auschwitzüberlebende Eva Szepesi und Tochter Anita Schwarz zu Besuch bei BASF
Am 12. Mai 2026 kam die Auschwitzüberlebende Eva Szepesi gemeinsam mit ihrer Tochter Anita Schwarz für ein Zeitzeugengespräch zur BASF nach Ludwigshafen. Vor 60 Gästen erzählten sie ihre Lebensgeschichte und berichteten von den aktuellen Herausforderungen durch den erstarkenden Antisemitismus. Das Gespräch wurde aufgezeichnet und Mitarbeitenden im gesamten deutschsprachigen Raum zugänglich gemacht.
Eva Szepesi wurde 1932 als Eva Diamant in Ungarn geboren. Sie verbrachte dort eine sorgenfreie Kindheit, bis antisemitische Gesetze, Ausgrenzung und Entrechtung den Alltag jüdischer Familien in Ungarn immer stärker einschränkten. Die Situation eskalierte, als am 19. März 1944 deutsche Truppen in Ungarn einmarschierten und das Land faktisch unter nationalsozialistische Kontrolle geriet. In der Folge begannen Deportationen und systematische Verfolgung der jüdischen Bevölkerung.
In dieser lebensbedrohlichen Lage traf Eva Szepezis Mutter eine verzweifelte Entscheidung: Sie schickte ihre elfjährige Tochter gemeinsam mit einer Tante auf die Flucht. 1944 wurde Eva Szepesi, nachdem sie zwischenzeitlich von verschiedenen Personen und Familien versteckt worden war, entdeckt und in einem der letzten Deportationszüge nach Auschwitz-Birkenau gebracht. Als sie am 2. November 1944 in Auschwitz ankam, war sie zwölf Jahre alt. Sie überlebte Auschwitz nur knapp und wurde am 27. Januar 1945 von der Roten Armee befreit.
Erst im hohen Alter erfuhr sie, dass ihre Mutter und ihr jüngerer Bruder 1944 in Auschwitz vergast worden waren. Ihr Vater war zuvor in den ungarischen Arbeitsdienst eingezogen worden, zu dem jüdische Männer zwangsverpflichtet wurden; er kehrte nie zurück.
Über ihre Erlebnisse in Auschwitz schwieg Eva Szepesi fast 50 Jahre lang – auch, um ihre Kinder zu schützen. Erst Mitte der 1990er Jahre begann sie darüber zu sprechen und wurde so zu einer der eindrucksvollsten Zeitzeuginnen der Gegenwart.
Anita Schwarz, Evas Szepesis jüngere Tochter, wuchs in Frankfurt am Main auf und gehört zur sogenannten zweiten Generation. Sie beschreibt eine Kindheit im Schatten eines unausgesprochenen Traumas – geprägt von Verantwortung, Fürsorge und dem Gefühl, die Eltern emotional schützen zu müssen. Ohne lange Zeit zu wissen, warum oder wovor. Heute tritt sie gemeinsam mit ihrer Mutter auf und trägt ihre gemeinsame Geschichte in die Gegenwart.
Das Zeitzeugengespräch war eine Veranstaltung der BASF-Initiative „Gedenken, Nachdenken. Umdenken.“ am Standort Ludwigshafen. Dr. Katja Scharpwinkel, Mitglied des Vorstands der BASF und Standortleiterin Ludwigshafen hat zusammen mit dem Betriebsratsvorsitzenden Sinischa Horvat die Schirmherrschaft für die Gedenkinitiative inne.
Weitere Informationen finden Sie unter: Erinnerungskultur
P-26-101
Eva Szepesi wurde 1932 als Eva Diamant in Ungarn geboren. Sie verbrachte dort eine sorgenfreie Kindheit, bis antisemitische Gesetze, Ausgrenzung und Entrechtung den Alltag jüdischer Familien in Ungarn immer stärker einschränkten. Die Situation eskalierte, als am 19. März 1944 deutsche Truppen in Ungarn einmarschierten und das Land faktisch unter nationalsozialistische Kontrolle geriet. In der Folge begannen Deportationen und systematische Verfolgung der jüdischen Bevölkerung.
In dieser lebensbedrohlichen Lage traf Eva Szepezis Mutter eine verzweifelte Entscheidung: Sie schickte ihre elfjährige Tochter gemeinsam mit einer Tante auf die Flucht. 1944 wurde Eva Szepesi, nachdem sie zwischenzeitlich von verschiedenen Personen und Familien versteckt worden war, entdeckt und in einem der letzten Deportationszüge nach Auschwitz-Birkenau gebracht. Als sie am 2. November 1944 in Auschwitz ankam, war sie zwölf Jahre alt. Sie überlebte Auschwitz nur knapp und wurde am 27. Januar 1945 von der Roten Armee befreit.
Erst im hohen Alter erfuhr sie, dass ihre Mutter und ihr jüngerer Bruder 1944 in Auschwitz vergast worden waren. Ihr Vater war zuvor in den ungarischen Arbeitsdienst eingezogen worden, zu dem jüdische Männer zwangsverpflichtet wurden; er kehrte nie zurück.
Über ihre Erlebnisse in Auschwitz schwieg Eva Szepesi fast 50 Jahre lang – auch, um ihre Kinder zu schützen. Erst Mitte der 1990er Jahre begann sie darüber zu sprechen und wurde so zu einer der eindrucksvollsten Zeitzeuginnen der Gegenwart.
Anita Schwarz, Evas Szepesis jüngere Tochter, wuchs in Frankfurt am Main auf und gehört zur sogenannten zweiten Generation. Sie beschreibt eine Kindheit im Schatten eines unausgesprochenen Traumas – geprägt von Verantwortung, Fürsorge und dem Gefühl, die Eltern emotional schützen zu müssen. Ohne lange Zeit zu wissen, warum oder wovor. Heute tritt sie gemeinsam mit ihrer Mutter auf und trägt ihre gemeinsame Geschichte in die Gegenwart.
Das Zeitzeugengespräch war eine Veranstaltung der BASF-Initiative „Gedenken, Nachdenken. Umdenken.“ am Standort Ludwigshafen. Dr. Katja Scharpwinkel, Mitglied des Vorstands der BASF und Standortleiterin Ludwigshafen hat zusammen mit dem Betriebsratsvorsitzenden Sinischa Horvat die Schirmherrschaft für die Gedenkinitiative inne.
Weitere Informationen finden Sie unter: Erinnerungskultur
P-26-101
Katja Krauser
Standortpresse Ludwigshafen
Corporate History, Feuerwehr, Umweltüberwachung, Sicherheit, Gesundheit

