22. Mai 2026

Grenzach

Sanierung Kesslergrube: BASF nimmt Grundwasserreinigungsanlage in Betrieb

BASF hat einen wichtigen Meilenstein bei der Sanierung ihres Anteils der Altablagerung Kesslergrube in Grenzach‑Wyhlen erreicht und mit den detaillierten Untersuchungen des Grundwassers begonnen. Dazu wird das Grundwasser an verschiedenen Stellen im Perimeter abgepumpt, analysiert und anschließend in eine im März 2026 in Betrieb genommene Grundwasserreinigungsanlage geführt.
Projektleiter Livio Ulmann bei einem Funktionstest der Grundwasserreinigungsanlage.

Grundwasseruntersuchungen liefern wichtige Entscheidungsgrundlagen

Die Untersuchungen liefern wichtige Erkenntnisse für die weitere Planung und sollen zeigen, ob sich die als vorläufige Vorzugsvariante definierte thermische Behandlung als geeignete Sanierungsmethode bestätigt. Die Untersuchungen sind auf einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren angelegt.

„Unsere bisherigen Erkenntnisse werden nun durch weiterführende Untersuchungen vertieft; das Grundwasser wird dabei von erfahrenen Labors genau analysiert“, erklärt Livio Ulmann, Projektleiter für die Sanierung der Kesslergrube bei BASF. Hierfür wurden auf dem BASF-Perimeter insgesamt 15 neue Entnahmebrunnen eingerichtet. „Das Vorgehen bietet einen zusätzlichen Vorteil“, ergänzt Ulmann: „Für die Messungen wird das Grundwasser abgepumpt und anschließend gereinigt. Auf diese Weise werden bereits Schadstoffe aus dem Perimeter entfernt.“ 

Die Grundwasserreinigungsanlage wird temporär für die Dauer der Untersuchungen eingesetzt und ist in einer eigens errichteten Leichtbauhalle untergebracht.

Mehrstufige Reinigung in temporärer Anlage 

Die Grundwasserreinigungsanlage wird temporär für die Dauer der Untersuchungen eingesetzt und ist in einer eigens errichteten Leichtbauhalle untergebracht. Das geförderte Grundwasser wird dort in einem mehrstufigen, bewährten Verfahren gereinigt. Zunächst erfolgt eine Vorbehandlung, anschließend werden Feststoffe und Schwebstoffe herausgefiltert, bevor organische Schadstoffe mithilfe von Aktivkohle aus dem Wasser entfernt werden. Die bei der Behandlung entstehende Abluft wird kontinuierlich erfasst und ebenfalls gefiltert. 

Die Grundwasserreinigungsanlage ist so ausgelegt, dass bei Bedarf zusätzliche Behandlungsschritte zugeschaltet werden können, etwa zur biologischen Reinigung. Der Betrieb erfolgt automatisiert und wird laufend überwacht, um die Einhaltung aller Sicherheits- und Umweltauflagen zu gewährleisten. Das gereinigte Wasser wird schließlich der industriellen Kläranlage von BASF zugeführt.

Im März 2026 hat die Grundwasserreinigungsanlage die behördliche Betriebsbewilligung erhalten. Nach einer Testphase soll voraussichtlich ab Juni 2026 der reguläre Betrieb für die Grundwasseruntersuchungen aufgenommen werden.

Gezielte Analysen zur Eingrenzung des Belastungsschwerpunkts

Das bisherige Grundwasser-Monitoring hat – nach Abschluss der Sanierung des Roche-Anteils der Kesslergrube – insgesamt eine abnehmende Tendenz bei der Belastung sowie Hinweise auf einen Belastungsschwerpunkt im BASF-Perimeter ergeben. Dieser liegt in der Nähe der industriellen Klärbecken von BASF sowie teilweise darunter, während die Belastung in den übrigen Bereichen des Perimeters deutlich geringer ist.

Die nun beginnenden vertieften Grundwasseruntersuchungen helfen dabei, die räumliche Ausdehnung dieses Belastungsschwerpunkts genauer zu bestimmen und sind Bestandteil der Sanierungsuntersuchung. Sie bilden eine wichtige Grundlage, um die vorläufige Vorzugsvariante für die Sanierung – die thermische Behandlung – fachlich zu beurteilen und anschließend einen Sanierungsplan mit dem weiteren Sanierungsvorgehen und den konkreten Maßnahmen auszuarbeiten.

Weitere Informationen zum BASF-Anteil der Kesslergrube finden Sie unter:    Altablagerung Kesslergrube: BASF Perimeter

Letzte Aktualisierung22. Mai 2026