Nachhaltigkeit

Ökoeffizienz-Analyse

Ökonomie und Ökologie miteinander in Einklang zu bringen – das ist das Ziel der Ökoeffizienz-Analyse. Produkte oder Verfahren, die denselben Kundennutzen erfüllen können, werden hierbei verglichen. Dabei wird eine ganzheitliche Betrachtung entlang des gesamten Lebensweges der Lösungsalternativen durchgeführt.

Die Ökoeffizienz-Analyse setzt die Wirtschaftlichkeit eines Produkts oder eines Verfahrens ins Verhältnis zu den Auswirkungen auf die Umwelt. Sie hilft der BASF und ihren Kunden zu entscheiden, welche Alternative sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch am besten zur Erfüllung des geforderten Nutzens geeignet ist.

Bereits 1996 hat die BASF als eines der ersten Unternehmen der chemischen Industrie diese ganzheitliche Methode etabliert. Die BASF SE in Ludwigshafen hat als erstes Unternehmen der chemischen Industrie diese Methode für interne Geschäftsaktivitäten verwendet. Die BASF Ökoeffizienz-Analyse wurde zuletzt in 2016 durch die NSF International validiert. Die Ökoeffizienz-Analyse basiert auf der DIN EN ISO 14040 und 14044 für ökologische Bewertungen. Für die ökonomische Bewertung und die Aggregation zur gesamten Ökoeffizienz-Analyse liegt seit 2012 die ISO Norm 14045 als Grundlage vor.

Mit Hilfe der Ökoeffizienz-Analyse werden beispielsweise Kunden dabei unterstützt, ihren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung entlang der Wertschöpfungskette zu erhöhen, indem der Verbrauch von Energie oder Ressourcen gesenkt wird.

Kosten und Umweltwirkung ganzheitlich betrachten

Bei der Ökoeffizienz-Analyse wird der Lebensweg von Produkten oder von Herstellungsverfahren ganzheitlich betrachtet. Dabei werden Prozesse und Verfahren von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung und Verwendung des Produkts bis zur Entsorgung oder zum Recycling, verglichen. So wird zum Beispiel die Belastung der Umwelt durch die von der BASF eingesetzten Produkte, aber auch Ausgangsstoffe, die andere herstellen, erfasst. Ebenfalls analysiert werden das Gebrauchsverhalten der Endabnehmer sowie die verschiedenen Möglichkeiten der Wiederverwendung und Entsorgung.

Ökologischer Fingerabdruck

Wie funktioniert die Ökoeffizienz-Analyse?

Die Umweltwirkung wird anhand einer Reihe von Umweltindikatoren ermittelt. Zur genauen Festlegung der Umweltindikatoren wird eine Relevanzuntersuchung durchgeführt. Die relevanten Umweltindikatoren werden dabei in die Analyse einbezogen, wobei mindestens 80% der relevanten Umweltindikatoren, bezogen auf die gesamte Umweltwirkung, einbezogen werden müssen. Alle Umweltindikatoren des Product Environmental Footprint (PEF) können dabei prinzipiell in die Berechnungen einbezogen werden. Am häufigsten betrachtet werden dabei:

  • Abiotischer Rohstoffverbrauch
  • Konsumptiver Wasserverbrauch (Wasser)
  • Flächenbedarf (Fläche)
  • Humantoxizität (Humantox.)
  • Eutrophierung (EP süss, EP mar)
  • Versauerungspotenzial (AP)
  • Ozonzerstörungspotenzial (ODP)
  • Photochemisches Ozonbildungspotenzial (POCP)
  • Treibhausgaspotenzial (GWP)

Aus der Zusammenführung dieser Einzeldaten ergibt sich die Gesamtumweltbelastung eines Produktes oder Verfahrens.

Parallel hierzu werden die ökonomischen Daten zusammengetragen. Alle Kosten, die bei der Produktherstellung oder -verwendung auftreten, gehen in die Rechnung ein. Diese ökonomische Analyse bildet dann zusammen mit der Gesamtumweltbelastung die Grundlage für Ökoeffizienzvergleiche.

Ökonomische und ökologische Daten werden dann in eine zweiachsige Grafik übertragen. Auf der horizontalen Achse werden die Kosten und auf der vertikalen Achse wird die Umweltbelastung dargestellt. Mit dieser Grafik lässt sich die Ökoeffizienz eines Produktes oder Verfahrens im Vergleich zu dessen Alternativen erkennen. Und sie ermöglicht auch einen Blick in die Zukunft: Denn die Ökoeffizienz-Analyse wird bei strategischen Entscheidungen herangezogen und hilft somit auch, Verbesserungspotenziale in der Ökologie und in der Ökonomie zu erkennen und zu nutzen.

Ökoeffizienz-Portfolio und Ökoeffizienz-Index

BASF's Ökoeffizienz-Analyse beruht in der ökologischen Bewertung auf den ISO Normen 14040 und 14044. Die ökonomische Bewertung wird nach den Grundsätzen der Lebenswegkosten bilanziert und mit den ökologischen Informationen zur Gesamtaussage der Ökoeffizienz verknüpft. Dabei wird die ISO 14045 angewendet.

Die aktuelle Validierung der Methode wurde durch NSF (USA) im Jahr 2019 erstellt.

Die Ökoeffizienz-Analyse von BASF identifiziert die Nachhaltigkeitstreiber von Produkten (Video auf Englisch)

20 Jahre Ökoeffizienz-Analyse

Das Jubiläumsbuch „The BASF Eco-Efficiency Analysis – A 20-year success story“ berichtet neben einer Vielzahl von Beispielstudien über die Anfänge der Methode und ihre Weiterentwicklung über zwei Jahrzehnte. Das Buch können Sie hier bestellen.

Fragen & Antworten

Was ist Ökoeffizienz-Analyse?

Die Ökoeffizienz-Analyse ist ein Instrument zur ganzheitlichen, vergleichenden Beurteilung von Produkten und Prozessen. Die Ökoeffizienz-Analyse überprüft den Lebensweg eines Produktes/ Prozesses von der Wiege bis zur Bahre, also von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung und Verwendung des Produkts bis zur Entsorgung.

In der Betrachtung werden sowohl ökonomische als auch ökologische Vor- und Nachteile von mehreren vergleichbaren Lösungen gegenübergestellt. Dabei geht es nicht um den abstrakten Vergleich von Produkten oder Prozessen, sondern um konkrete Anwendungen. So werden beispielsweise verschiedene Möglichkeiten für die „Lackierung eines Quadratmeters Möbelfront“ verglichen.

Wozu dient die Ökoeffizienz-Analyse?

Die Ökoeffizienz-Analyse hilft, Nachhaltigkeit messbar zu machen: Bei der Methode handelt es sich um ein umfassendes, modernes, strategisches Werkzeug für Entscheidungsträger und Kunden. Sie betrachtet sowohl Umwelteffekte als auch ökonomische Faktoren und gewährleistet so eine Balance zwischen Ökologie und Ökonomie. So ist es möglich, wirklich nachhaltige Lösungen zu finden.

Wie funktioniert die Ökoeffizienz-Analyse und welche Kriterien werden angelegt?

Im Fokus steht immer der konkrete Kundennutzen. Dieser wird am Anfang jeder Analyse definiert, zusammen mit den möglichen Produkten oder Prozessen (Alternativen), die diesen Kundennutzen erfüllen. Danach werden die Systemgrenzen (die Untersuchungsrahmen) der Studie definiert und für alle relevanten Stoffe und Prozesse innerhalb der Systemgrenzen werden Ökoprofile berechnet. Damit ist es möglich, die Umweltauswirkung jeder einzelnen Alternative unter Berücksichtigung einer Vielzahl von detaillierten Einzelkriterien zu berechnen (Ökobilanz).

Ein Beispiel: Bei einer Ökoeffizienz-Analyse zu Geschirrspültabletten mit Inhaltsstoffen der BASF wurde ein neues Produkt mit Produkt-Neuentwicklungen und weiteren Wettbewerbstechnologien verglichen. Die Frage lautete: Welche Alternative ist die nachhaltigere Lösung um 100 Geschirrspülgänge durchzuführen (Kundennutzen)? Mittels der Analyse kann man beispielsweise folgende Fragen beantworten: Welche Energie ist notwendig, welche Emissionen und Abfälle entstehen und wie sind die Spülergebnisse vergleichbar?

Ökoeffizient sind Problemlösungen, die diesen Kundennutzen aus Kosten- und Umweltsicht besser erfüllen als andere. Prozessstufen, die vor oder nach der eigenen Produktion liegen, werden gleichrangig mit den unternehmensinternen Prozessen untersucht. So wird untersucht, welche Belastungen für die Umwelt bei der Herstellung eines Produktes entstehen. Ebenfalls analysiert werden das Gebrauchsverhalten der Konsumenten sowie die verschiedenen Möglichkeiten der Wiederverwendung und Entsorgung.

Die Analyse zeigte, dass die neuen von der BASF entwickelten Aminocarboxylate als Inhaltsstoff eine niedrigere Umweltbelastung aufweisen, als die Alternativen, die Phosphate einsetzen. Die schlechtere Umweltbilanz von Phosphat resultiert aus dem höheren Rohstoffverbrauch und den größeren Emissionen (Wasseremissionen und fester Abfall).

Die Umwelteinwirkung wird anhand von folgenden Kategorien beschrieben, die den sogenannten "ökologischen Fingerabdruck" ergeben:

  • Abiotischer Rohstoffverbrauch
  • Konsumptiver Wasserverbrauch
  • Flächenbedarf
  • Humantoxizität
  • Eutrophierung (EP)
  • Versauerungspotenzial (AP)
  • Ozonzerstörungspotenzial (ODP)
  • Photochemisches Ozonbildungspotenzial (POCP)
  • Treibhausgaspotenzial (GWP)

Der "ökologischen Fingerabdruck" zeigt, an welcher Stelle welche Alternative (Produkt oder Prozess) Stärken und Schwächen hat. Auf diese Weise beschreibt die Ökoeffizienz-Analyse nicht nur den Ist-Zustand, sondern legt auch die entscheidenden Einflussfaktoren offen.

Die Gesamtumweltbelastung der Alternativen berechnet sich anschließend aus dem "ökologischen Fingerabdruck" mittels Gewichtungsfaktoren. Diese wurden durch Umfragen erhoben, die TNS Infratest im Auftrag der BASF durchgeführt hat.

Parallel hierzu werden Daten zur Wirtschaftlichkeit eines Produkts oder Prozesses zusammengetragen: Zunächst erfolgt für die alternativ einsetzbaren Produkte eine Gesamtkostenrechnung. Kostentreibende Schwachstellen und Potentiale für Kostensenkungen lassen sich auf diese Weise leicht erkennen.

Die beiden Werte für die Gesamtumweltbelastung und die Gesamtkosten werden im Anschluss in einem einfach verständlichen Ökoeffizienz-Portfolio aufgeführt. Daraus lassen sich die ökoeffizientesten Produkte sowie Aussagen über die relative Kosten- und Umweltbelastung leicht ablesen. Außerdem können Szenarien erstellt werden.

Was ist der Unterschied der Ökoeffizienz-Analyse zu weiteren Konzepten wie Ökoprofil, Ökobilanz und Carbon Footprint?

Im Ökoprofil (Life Cycle Inventory) werden relevante Emissionen, Stoff- und Energieströme (Inputs und Outputs) entlang des Lebensweges der Produkte systematisch in einer Sachbilanz zusammengetragen (cradle-to-grave). Bei Einzelprodukten oder Prozessschritten können die Systemgrenzen auch enger gezogen werden, man erhält dann Aussagen zum Bilanzraum „Cradle-to-gate“.

Eine Ökobilanz (Life Cycle Assessment) erfasst im Anschluss die Wirkung auf die Umwelt mit Hilfe der durch das Ökoprofil ermittelten Sachbilanz. Damit werden die Umwelteinflüsse von Produkten über den gesamten Lebenszyklus (Herstellung, Nutzung und Entsorgung) berechnet.

Die Normenreihe DIN EN ISO 14040 und 14044 legt allgemeine Grundsätze für die Durchführung von Ökobilanzen fest.

Die CO2-Bilanz (oder Carbon Footprint) ist Teil der Ökobilanz eines Produktes und umfasst nur die Wirkungsabschätzung bezüglich des Treibhausgaspotenzials.

Ökoprofile und Ökobilanzen sind die Basis jeder Ökoeffizienz-Analyse. Die Ökobilanz analysiert den ökologischen Einfluss eines Produktes und liefert als Ergebnis eine Vielzahl von Einzeldaten. Die Ökoeffizienz-Analyse unterscheidet sich dadurch, dass die Vielzahl der Einzeldaten so verdichtet wird, dass daraus eine einfach verständliche Darstellung hervorgeht, deren Ergebnisse klar und eindeutig abzulesen sind.

Zudem bildet die Ökoeffizienz-Analyse neben ökologischen auch ökonomische Faktoren ab, sorgt damit also für eine ganzheitliche Bewertung.

Ökoprofile und Ökobilanzen können auch für einzelne Produkte oder Prozesse ermittelt werden. Die Ökoeffizienz-Analyse dagegen ist immer eine vergleichende Methode.

Wie werden die Kriterien gewichtet?

Die verschiedenen Kriterien werden in einem Normalisierungsprozess bewertet und mit einer anschließenden Zusammenfassung mit spezifischen Wichtungsfaktoren gewichtet. Diese Wichtungsfaktoren drücken aus, wie stark einzelne Kriterien in die Gesamtumweltbelastung eingehen - wie also beispielsweise der Rohstoffbedarf gegenüber den Klimagasemissionen die Gesamtumweltbelastung beeinflusst. Die Wichtungsfaktoren entstammen dem PEF (Product Environmental Footprint) Projekt und spiegeln die Relevanz wider, die Experten des Projektes den verschiedenen Kategorien der Umweltauswirkung beimessen.

Welche Konsequenzen kann der Verbraucher aus der Ökoeffizienz-Analyse ziehen?

Die Ökoeffizienz-Analyse kann nicht nur zum Vergleich unterschiedlicher Produktlösungen für den gleichen Kundennutzen herangezogen werden, sondern es können auch verschiedene Generationen von Produkten gegenübergestellt werden. Damit kann die nachhaltige Weiterentwicklung dieser Produkte und die daraus resultierenden Vorteile für den Konsumenten sichtbar gemacht werden.

Welche Produkte wurden mit der Ökoeffizienz-Analyse untersucht?

Bislang wurden mehr als 700 Analysen durchgeführt. Es wurden unter anderem Verbraucherprodukte wie Fußbodenbeläge, Verpackungsarten, Dämmstoffe, Herrenoberhemden oder Geschirrspültabs untersucht.

  • Es wurde nachgewiesen, dass unsere biologisch abbaubaren Polymere in Bioabfall-Sammelsystemen klare Vorteile haben.
  • Eine Verpackungsstudie, die BASF zusammen mit dem Land Rheinland-Pfalz, und den Partnerunternehmen Gerolsteiner Sprudel, Hochwald-Sprudel und dem Verpackungsunternehmen Schmalbach-Lubeca durchgeführt hat, zeigt, dass bei Mineralwasserverpackungen PET-Mehrwegflaschen ökoeffizienter sind als Glasflaschen.
  • Außerdem konnte nachgewiesen werden: Die Dämmung eines Hauses lohnt sich sowohl für den Geldbeutel des Verbrauchers als auch für die Umwelt.
  • Es wurde berechnet, dass Autobauteile aus Polyamid (z.B. Saugrohre) helfen, Kraftstoff zu sparen. Sie sind ökoeffizienter als Aluminium-Teile.

Wie entstand die Ökoeffizienz-Analyse?

Die Analysemethode wurde im Jahr 1996 von BASF und der Unternehmensberatung Roland Berger zusammen mit anderen Partnern entwickelt. Die BASF setzte das Verfahren zunächst nur intern ein und benutzte es bei einer Vielzahl von Produkten und Verfahren als Entscheidungshilfe, bevor es extern zugänglich gemacht wurde. Das Verfahren wurde 2017 erneuert, indem neue Entwicklungen und Standardmethoden des PEF-Projektes einbezogen wurden. Die Wirkungskategorien und Bewertungsmethoden wurden anhand der PEF-Methode harmonisiert.

Ist das Verfahren validiert?

Ja, das Gesamtverfahren der Ökoeffizienz-Analyse der BASF wurde zuerst in 2002 vom TÜV Rheinland validiert. Seitdem gab es nach methodischen Anpassungen mehrmals Validierungen seitens TÜV und der NSF International. 2015 wurde die BASF Ökoeffizienz-Analyse grundsätzlich überarbeitet und zuletzt 2019 durch NSF validiert. NSF hat gemeinsam mit unterschiedlichen Stakeholdern sowie Fachleuten der BASF Standard-Anforderungen für Ökoeffizienz-Analysen definiert. Ziel des so genannten NSF Protocol 352 ist es, Schlüssigkeit, Objektivität und Transparenz von Nachhaltigkeitsbewertungen sicherzustellen.

Soll die Ökoeffizienz-Analyse nicht lediglich dazu dienen, das Image der BASF zu verbessern?

Die BASF wendet das Verfahren intern bereits seit 1996 an und benutzte es für eine Vielzahl von Produkten und Verfahren als Entscheidungshilfe, bevor sie damit an die Öffentlichkeit ging.

Nachhaltige Entwicklung ist wichtig für BASF. Das Unternehmen bekennt sich in seinen Leitlinien dazu, Sicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz ständig zu verbessern. Die Ökoeffizienz-Analyse liefert hierzu einen Beitrag. Die strategische und organisatorische Verankerung von Nachhaltigkeit hilft uns, Risiken frühzeitig zu erkennen und gleichzeitig neue Geschäftsmöglichkeiten für BASF zu erschließen.

Welche Konsequenzen können aus der Ökoeffizienz-Analyse gezogen werden?

Typischerweise treten folgende Fälle auf:

  • Die Analyse bestätigt, dass ein Produkt oder Verfahren bereits eine hohe Ökoeffizienz aufweist. Das bedeutet, dass sowohl Kosten als auch Umweltbelastung sehr niedrig sind. In diesem Fall wird das Unternehmen beobachten, ob sich weitere Verbesserungsmöglichkeiten ergeben und versuchen, die Marktanteile weiter auszubauen. Außerdem prüft die BASF / der Auftrageber, ob die Analyse-Ergebnisse in Kundengesprächen sinnvoll als Verkaufsargument eingesetzt werden können.
  • Ein Produkt oder Verfahren besitzt eine ungünstige Ökoeffizienz, die sich optimieren lässt. Nun reagiert das Unternehmen: Aus dem Ökoeffizienz-Portfolio kann leicht abgelesen werden, ob und in welchem Maße die ökonomische oder die ökologische Komponente verbessert werden muss. Aufgabe ist es nun, das vorhandene Produkt oder Verfahren zu optimieren, um eine höhere Ökoeffizienz zu erzielen. Die Identifikation von relevanten Stellschrauben zur Verbesserung des betrachteten Prozesses / Produktes ist eine der Hauptaufgaben der Ökoeffizienz-Analyse. Hierbei werden die Details der Kostenzusammensetzung und die Beiträge einzelner Prozesschritte zur Umweltbelastung geprüft.
  • Ein Produkt oder Verfahren hat eine niedrige Ökoeffizienz und kann nicht optimiert werden, bzw. die damit verbundenen Aufwendungen wären zu hoch. In diesem Fall wird sich das Unternehmen möglicherweise von dem Produkt oder Verfahren trennen, bzw. es durch ein Alternativprodukt ersetzen.
  • Ein in der Forschung befindliches Produkt kann auf verschiedenen Wegen weiterentwickelt werden. Mit einer Ökoeffizienz-Analyse werden außer den standardmäßig abgeschätzten Kosten eines neuen Produktes oder Verfahrens Parameter zur Verbesserung des Umwelteinflusses ermittelt und so auf eine ganzheitliche Verbesserung hingewirkt.

Was steckt hinter dem Ökoeffizienz-Analyse Label und wie wird es verliehen?

Ökoeffizienz-Analyse Label

Die BASF SE hat ein Label für Produkte entwickelt, für die eine Ökoeffizienz-Analyse durchgeführt worden ist. Die Vergabe des Zeichens ist an strenge Anforderungen geknüpft: Nach Durchführung der Analyse muss ein kritisches Gutachten unabhängiger Dritter vorgelegt und die Ergebnisse der Ökoeffizienz-Analyse im Internet publiziert werden.

Das Label kann drei Jahre lang geführt werden, dann ist eine Überprüfung der Analyse erforderlich, um die Neuentwicklungen des Marktes berücksichtigen zu können.

Anforderungen

  1. Durchgeführte Ökoeffizienz-Analyse nach der von NSF International (USA) beschriebenen Methodik.
  2. Durch die Ökoeffizienz-Analyse Nachweis des untersuchten Produktes in der untersuchten Anwendung als ökoeffizienter im Vergleich zu anderen untersuchten Alternativen.
  3. Vorlage eines Kritischen Gutachtens (sog. Peer Review analog Ökobilanzierungen ISO 14040 ff.), das von unabhängigen Gutachtern durchgeführt worden ist.
  4. Veröffentlichung der Ergebnisse auf der Internetseite, auf die durch das Kennzeichen verwiesen wird: www.oeea.de
  5. Entrichtung der Lizenzgebühr für die Dauer von drei Jahren.