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Grenzach

Häufig gestellte Fragen zur Sanierung der Kesslergrube

Bei der Altablagerung Kesslergrube handelt es sich um eine so genannte Mischdeponie, in der sowohl Siedlungsabfälle, Aushub und Bauschutt, als auch Industrie-, Gewerbe- und Chemieabfälle deponiert wurden. Die Abfälle stammten von ortsansässigen Industriebetrieben, Müllfuhrunternehmen und der Standortgemeinde. Die Vorgängerfirmen der BASF lagerten Abfälle aus der Produktion ein. Dabei handelte es sich unter anderem um feste, nicht brennbare Rückstände wie Filterhilfsmittel, Metallsalze, Bauschutt, Aschen, Schlacken und Filtrationsrückstände.

Aufgrund von Untersuchungen lässt sich der Anteil an Chemierückständen im BASF-Anteil der Kesslergrube (Perimeter 2) auf 2 bis 3 Prozent abschätzen.

Die Methode der Einkapselung ist auf diese Altlast spezifisch zugeschnitten. Der Wahl ging ein Vergleich von neun verschiedenen Varianten voraus. Umfangreiche Untersuchungen sowie eine Vielzahl von Gutachten durch unabhängige Fachleute haben gezeigt, dass die dreifache Sicherung unter den gegebenen Rahmenbedingungen die geeignetste Methode ist, ganz unabhängig von den Kosten.

Die Einkapselung hat folgende Vorteile:

  • Sie ist wirksam, stoppt Emissionen bereits kurzfristig und sicher an der Quelle und erreicht die Schutzziele.
  • Sie erfasst nicht nur ausgewählte, sondern sämtliche Schadstoffe - bekannte und unbekannte - sofort und sicher.
  • Die Sanierungsmethode ist bewährt und wird seit Jahrzehnten weltweit eingesetzt.
  • Geringe Belastung durch Lärm und Geruchsemissionen.
  • Sie passt zu den Gegebenheiten des BASF-Teils der Kesslergrube (Größe des Perimeters, bebautes Gelände, geringere Belastung des Bodens durch Schadstoffe).
  • Sie ist verhältnismäßig und nachhaltig.

Die gewählte Sanierungsmethode muss immer den Kriterien Eignung, Wirksamkeit, Verhältnismäßigkeit sowie Umweltverträglichkeit gerecht werden. Jede Sanierung muss daher für sich betrachtet werden und erfordert eine maßgeschneiderte Einzelfalllösung.

Die beiden Teilbereiche unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich der Schadstoffmengen sowie der Größe der jeweiligen Perimeter. Der Teil der BASF enthält kleinere Schadstoffmengen und eine geringere Schadstoffintensität als derjenige von Roche. Zugleich umfasst die Fläche des BASF-Teils insgesamt rund 32.000 Quadratmeter und ist damit mehr als doppelt so groß als der Roche-Teil. Zudem wird der BASF-Teil genutzt (industrielle und kommunale Abwasserbehandlungsanlage, industrielle Nutzung) während der Roche-Teil nicht überbaut ist.

Umfangreiche Untersuchungen sowie eine Vielzahl von Gutachten durch unabhängige Experten zeigen, dass die Einkapselung unter den gegebenen Umständen für den BASF-Teil die geeignetste Methode ist, auch unabhängig von den Kosten.

In einem Ideenwettbewerb erfahrener Ingenieurbüros und Gutachter wurden neun Sanierungsvarianten bewertet und miteinander hinsichtlich der Kriterien Eignung, Wirksamkeit, Effektivität und Umweltverträglichkeit verglichen. Anschließend haben umfangreiche Untersuchungen sowie eine Vielzahl von Gutachten durch unabhängige Experten gezeigt, dass die Einkapselung unter den gegebenen Umständen die geeignetste Methode ist. Die Altlastenbewertungskommission des Landes Baden-Württemberg hat im März 2013 der ausgearbeiteten Sanierungsvariante zugestimmt, da diese zielführend, rechtmäßig und genehmigungsfähig ist.

Die Kosten von rund 30 Millionen Euro werden vollumfänglich von BASF getragen.

Umfangreiche Untersuchungen sowie eine Vielzahl von Gutachten durch unabhängige Experten zeigen, dass eine Einkapselung unter den gegebenen Umständen die geeignetste Methode ist, um den dauerhaften Schutz von Mensch und Umwelt zu gewährleisten, unabhängig von den Kosten.

Die BASF setzt sich für eine nachhaltige, wirksame und sichere Sanierung der Deponie ein. Die Einkapselung entspricht voll und ganz den technischen und gesetzlichen Regelungen und gilt als gleichwertiges Sanierungsverfahren wie der Vollaushub. Eine Nachhaltigkeitsbewertung des Landes Baden-Württemberg hat zudem die Einkapselung als nachhaltige Sanierungslösung in allen drei Kategorien Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft bestätigt.

Vertraglich ist sichergestellt, dass die BASF oder deren Rechtsnachfolger ohne zeitliche Begrenzung für entstehende Folgekosten aufkommen wird. Selbstverständlich übernimmt sie auch die Kosten für die Instandhaltung der Dichtwand, der Oberflächenabdichtung sowie der Pump- und Reinigungsanlage. Dies gehört zum normalen Betrieb einer solchen Anlage, ähnlich wie dies auch für andere Bauwerke, beispielsweise von Brücken oder Tunneln gilt. Sollten sich in den nächsten Jahrzehnten aufgrund der technologischen Entwicklung Optimierungsmöglichkeiten ergeben, so wird BASF diese prüfen und gegebenenfalls umsetzen.

Die Qualität des Trinkwassers aus den entsprechenden Fassungen entspricht den gesetzlichen Vorgaben. Es geht keine Gesundheitsgefährdung davon aus. Durch ständiges Abpumpen des Grundwassers wird eine Verunreinigung der Trinkwasserfassungen zuverlässig verhindert.

Sämtliche Sanierungsarbeiten werden so ausgeführt, dass für den Rhein und die Umwelt keine Gefahr besteht.

Die eingesetzten Wände bestehen aus einem Material, das auch nach dem Aushärten weiterhin plastisch bleibt. Damit fängt es Spannungen im Untergrund oder Erschütterungen auf, ohne Risse zu bilden. Zudem wird die Dichtigkeit kontinuierlich überwacht. Sollte es durch Extremereignisse dennoch zu Schäden an der Dichtwand kommen, würden diese unmittelbar festgestellt und repariert werden.

BASF hat mit der Übernahme von Ciba im Jahr 2009 auch die sich aus den Altlasten ergebenden Verpflichtungen übernommen. BASF steht zu ihrer Verantwortung und hat die Altlastenbearbeitung nahtlos weitergeführt und sogar intensiviert. Das Ergebnis ist ein maßgeschneidertes und aufwändiges Sanierungskonzept, das von der zuständigen Behörde genehmigt wurde.

Grenzach-Wyhlen ist seit langem ein Produktionsstandort mit einer chemischen und pharmazeutischen Industrie, von der die Region bis heute in hohem Maße profitiert. Die rasche und sichere Sanierung der belasteten Standorte gewährleistet, dass das betroffene Gelände sofort und ohne Einschränkung als Industrie- oder Gewerbefläche weitergenutzt und gegebenenfalls bebaut werden kann. Bei einem 25 Jahre dauernden Totalaushub der Altablagerung würde das Image der Gemeinde hingegen tatsächlich leiden.

Nach Installation der Einkapselung und Abschluss der Baumaßnahmen kann das Gelände sofort und ohne Einschränkung als Industrie- oder Gewerbefläche weitergenutzt und gegebenenfalls bebaut werden. Die bestehenden Abwasserreinigungsanlagen bleiben während der gesamten Sanierungszeit in Betrieb.

Für die BASF ist Grenzach-Wyhlen ein wichtiger Standort für die Produktion von Inhaltsstoffen für die Kosmetik- und Körperpflegeindustrie. Das Unternehmen hat auch ein Interesse, weitere Industriebetriebe anzusiedeln. Dadurch könnte das Grundstück besser genutzt, die moderne Infrastruktur stärker ausgelastet und die BASF-Produktion wettbewerbsfähiger betrieben werden. Dies ist Nachhaltigkeit im Sinne einer effizienten Nutzung des bestehenden Areals.

Die BASF kommuniziert mit den Bürgerinnen und Bürgern von Grenzach-Wyhlen offen über das Sanierungsprojekt. Sie hat gegenüber der Öffentlichkeit und den Behörden immer die Bereitschaft zum Dialog bekräftigt und vorliegende Ergebnisse zur Verfügung gestellt. Dies wird das Unternehmen auch in Zukunft tun.