BASF Stiftung

Unser Engagement in der Türkei und Syrien

Am 6. Februar 2023 erschütterten zwei schwere Erdbeben den Südosten der Türkei und den Nordwesten Syriens; das Epizentrum lag in der Provinz Kahramanmaraş, zahlreiche Nachbeben folgten und erschwerten die Rettungsmaßnahmen.

Die erschütternde Bilanz beträgt nahezu 60.000 Tote – in der Türkei offiziell 53.537, in Syrien je nach Quelle 5.951 bis 8.476 – sowie über 121.000 Verletzte. Wohnhäuser, Schulen und Kliniken wurden beschädigt oder zerstört, Versorgungsinfrastruktur brach vielerorts zusammen. Über 23,8 Millionen Menschen waren direkt betroffen – viele verloren ihr Zuhause und ihre Lebensgrundlage. Besonders hart traf es Kinder und Familien: In Syrien waren mindestens 3,7 Millionen Kinder betroffen, in der Türkei rund 2,5 Millionen.

Neben vielen lokalen Initiativen der Kolleg:innen in der Türkei spendete die BASF SE 500.000 Euro Nothilfe an das Deutsche Rote Kreuz und startete eine Mitarbeiterspendenaktion für mittelfristige Hilfsmaßnahmen. Hier kamen mehr als 844.000 Euro zusammen, die die BASF SE auf 2,1 Mio. Euro verdoppelte. Gemeinsam mit Vertreter*innen der BASF und lokalen Kolleg*innen setzte die BASF Stiftung die Mittel für ein Unterstützungspaket ein, das vor allem zwei Ziele hatte:

  • die Lernkontinuität möglichst vieler Kinder und Jugendlicher zu sichern
  • die Lebensgrundlagen möglichst vieler Betroffener wiederherzustellen

Mehr Details über die Wirkungen unserer Förderprojekte

UNICEF: Lernkontinuität für Kinder in der Türkei

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Mit den Mitteln der BASF Stiftung baute das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) in enger Zusammenarbeit mit dem türkischen Bildungsministerium eine Fertigbauschule im Containerlager in Hatay – mit acht Klassenräumen, WASH‑Infrastruktur und beheizbaren Räumen. So kehrten Struktur, Sicherheit und Alltagsnormalität zurück; insgesamt 1.541 Schüler*innen erhalten über vier Jahre hinweg verlässlich Unterricht in einer geschützten Umgebung.

Grundbedürfnisse sichern – Schule als sicherer Ort in der Krise
Die neu errichtete Schule schuf sofort den Rahmen, in dem Kinder wieder lernen, spielen und einfach Kind sein konnten: ein warmer Raum, sauberes Wasser, intakte Sanitäranlagen, feste Tagesroutinen. Auch wenn das Programm bewusst auf Bildung fokussierte, deckte es damit elementare Bedürfnisse der Kinder – Sicherheit, Hygiene und Stabilität – und machte es Familien leichter, den Alltag zu organisieren und weitere Hilfen wahrzunehmen.

Resilienz & Selbstwirksamkeit stärken – Bildung, die weiter trägt
Über die Akuthilfe hinaus setzte das Programm auf systemische Wirkung: Neben der von der BASF Stiftung finanzierten Schule wurden im Rahmen des UNICEF‑Programms weitere Schulen aufgebaut, ein landesweites Lern‑Aufholprogramm gestartet und 60 neue Arbeitshefte für Kernfächer entwickelt. 195 Trainer wurden qualifiziert und gaben ihr Wissen an rund 6.000 Lehrkräfte weiter; so profitierten etwa 80.000 Schüler*innen landesweit.

Mentale Gesundheit fördern – Gemeinschaft, die trägt
Regelmäßiger Unterricht, Pausen, Hausaufgaben, Freundschaften: Die verlässliche Tagesstruktur half Kindern, Erlebtes zu verarbeiten und neues Vertrauen zu fassen. Lehrkräfte wurden darin unterstützt, auf Lernrückstände und psychosoziale Bedürfnisse einzugehen; Klassenräume entwickelten sich zu Orten von „Freundschaft, Lachen und gegenseitiger Unterstützung“. Das entlastete auch Eltern, die wussten, dass ihre Kinder sicher betreut sind – und wirkte präventiv gegen negative Bewältigungsstrategien wie Kinderarbeit.

Warum das wichtig ist
Das Projekt belegt eindrucksvoll, wie Bildung in humanitären Krisen wirkt: Sie stiftet Normalität, baut Kompetenzen auf und eröffnet Zukunftsperspektiven – unmittelbar für Kinder in Hatay und mittelbar für Zehntausende im ganzen Land durch skalierbare Materialien und trainierte Lehrkräfte. So werden aus Betroffenen Mitgestaltende des Wiederaufbaus.

Support to Life (Hayata Destek): Stärkung lokaler Initiativen

WFP: Wiederaufbau von Lebensgrundlagen im Ernährungssektor

UNHCR: Lebensgrundlagen und Bildungsmaßnahmen in der Türkei

Zeltschule: Bildung und Grundversorgung in syrischen Camps 

UNHCR: Nothilfe und Stabilisierung in Syrien

Drei Jahre nach den Erdbeben in Türkei und Syrien – Wo stehen die Menschen heute? 

Knapp drei Jahre nach den schweren Erdbeben in der Türkei und in Syrien kämpfen Millionen Menschen weiterhin mit den Folgen der Katastrophe. Trotz wichtiger Fortschritte bleibt der Weg zurück in ein sicheres und stabiles Leben noch lang. 

In der Türkei ist der Wiederaufbau sichtbar vorangeschritten:

Schulen öffnen, Infrastruktur wurde repariert und viele Familien leben nicht mehr in Zelten. Dennoch warten Hunderttausende weiterhin in Containerdörfern auf dauerhaften Wohnraum. Wirtschaftliche Not, Arbeitslosigkeit und psychische Belastungen prägen den Alltag vieler Betroffener. Vollständige Normalität wird – nach Einschätzung lokaler Behörden – noch Jahre benötigen. 

In Syrien ist die Lage deutlich prekärer.

Das Erdbeben traf ein Land, das bereits von langjährigem Krieg und humanitären Engpässen geprägt war. Viele Menschen leben weiterhin in Zelten, Ruinen oder überfüllten Unterkünften, während Wasser, Strom und medizinische Versorgung oft nur unzuverlässig zur Verfügung stehen. Steigende Preise und gekürzte Hilfsrationen verschärfen die Krise zusätzlich. Einzelne Fortschritte – etwa bessere humanitäre Zugänge und erste Reparaturen an Infrastruktur – geben Hoffnung, bleiben jedoch fragil. 

Gemeinsam ist beiden Ländern, dass betroffene Gemeinschaften große Widerstandskraft zeigen. Nachbarschaften organisieren sich neu, Helfer*innen sind unermüdlich im Einsatz, und lokale wie internationale Organisationen tragen dazu bei, Perspektiven für Familien und Kinder zu schaffen. 

BASF-Mitarbeitende spendeten mehr als 844.000 Euro für Betroffene des Erdbebens, die von der BASF SE nochmal verdoppelt wurden.
Über den Link erfahren Sie mehr über unseren Besuch des UNICEF-Schulprogramms in Hatay, Türkiye.