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04. Juni 2018
Österreich
Nachhaltigkeit

“Blockchain ermöglicht uns Vertrauen aufzubauen”

04.06.2018

Die Veranstaltungsreihe “Talk Sustainability – Nachhaltigkeit im Dialog” gibt BASF-Mitarbeitern regelmäßig die Gelegenheit, sich mit externen Gastrednern über aktuelle Nachhaltigkeitsthemen auszutauschen. Am 25. April diskutierte Jessi Baker, Gründerin und Geschäftsführerin des Start-ups Provenance aus Großbritannien, bei „Talk Sustainability“ mit rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über Blockchain und Nachhaltigkeit. Wir sprachen mit Ihr über die Möglichkeiten, die sich durch diese neue Technologie für BASF und die Gesellschaft bietet.

Worum geht es bei Blockchain und Provenance?

Blockchain ist eine gemeinsame globale Datenbank, die für viele Teilnehmer als Quelle der Wahrheit dient und innerhalb eines Netzwerks Vertrauen aufbaut. Wir schauen uns an, warum man in Zukunft einer Marke vertraut, und wir wollen diese Zukunft auf Transparenz aufbauen. Was wir vorhaben ist, zugängliche, vertrauenswürdige Information über jedes Produkt bereit- zustellen – über seine Herkunft, seinen Transportweg und seinen Einfluss auf die Gesell- schaft und die Umwelt – sei es ein Inhaltsstoff oder ein Bestandteil oder das fertige Produkt in Ihrer Hand, das Sie im Supermarkt kaufen.

Wie und warum hatten Sie die Idee, Provenance zu gründen?

Zuerst war es die persönliche Frustration darüber, wie wenig wir über die Dinge wissen, die wir kaufen. Zweitens die Liebe zur Technologie. Wir glauben, dass Käufer in der Zukunft viel mehr datenbasierte Entscheidungen treffen werden, und dass der Markenfaktor eher von diesen Daten beeinflusst wird als von dem Vertrauen durch die Wahrnehmung einer Marke.

Birgit Hellmann
Global Sustainability Communications

Jessi Baker während ihres Vortrags bei “Talk Sustainability- Nachhaltigkeit im Dialog" in Ludwigshafen.

Was sind die Vorteile der Blockchain-Technologie?

Die Information in der Blockchain ist nicht beeinflussbar und kann nicht verändert werden. Sie ist dezentralisiert und wird geteilt und nicht durch eine einzige Person kontrolliert; das macht sie demokratisch. Die Vererbung der Information macht sie robust und nachprüfbar.

Wie trägt Blockchain zu nachhaltigeren Prozessen und Lösungen bei?

Wir haben eine Anwendung auf eine öffentliche Blockchain aufgesetzt, die es uns ermöglicht, über Lieferkettennetzwerke hinweg Vertrauen aufzubauen, indem wir Informationen über Produkte bereitstellen: woher sie kommen, wer sie erzeugt hat, und einige der geprüften Schlüsselkriterien dieser Produkte. Damit erlauben wir es Firmen, mit einer öffentlichen Blockchain zu arbeiten, die es Leuten erlaubt, geprüfte Aussagen über dieses Produkt zu speichern – und viele dieser geprüften Aussagen beziehen sich auf Nachhal- tigkeit, zum Beispiel „das ist biologisch“ oder „die Arbeiter in dieser Fabrik wurden gerecht entlohnt“. Wir erzeugen ein Token, also eine virtuelle Kopie oder einen Ausweis des Produkts, das diese geprüften Aussagen enthält. Diese Information kann dann von anderen Leuten geöffnet werden.

Was kann BASF von einem Start-up wie Provenance lernen und umgekehrt?

Ein Start-up kennt die Kunst des Scheiterns, das bedeutet, schnell zu scheitern und keine Angst zu haben, wenn es passiert. Wir denken unkonventionell, nicht in kleinen Schritten. Man sollte nicht unterschätzen, wie eine kleine Technologie einen Markt komplett umkrempeln kann.

BASF ist andererseits phantastisch aufgestellt hinsichtlich gründlicher Prozesse bei Innovation und Produktion. Von Ihrer Materialexpertise können wir eine Menge lernen. Wir lernen auch, was ein Geschäft wie Ihres antreibt und wie unsere Innovationen zu denjenigen von BASF passen.

Letzte Aktualisierung 13. Jänner 2020