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23. September 2019
Österreich
Nachhaltigkeit

BASF schließt sich der Circular Plastics Alliance an

23. September 2019

BASF ist Mitglied der Circular Plastics Alliance (CPA) der EU. Am Freitag, 20. September, unterzeichneten Wolfgang Weber, Leiter des Brüsseler Büros, und Vertreter von rund 60 weiteren Unternehmen und Verbänden eine Erklärung in Brüssel, in der sie sich verpflichten zu handeln, damit bis zum Jahr 2025 zehn Millionen Tonnen rezyklierte Kunststoffe ihren Weg in neue Produkte finden.

Wolfgang Weber (BASF), Leiter des Brüsseler Büros unterzeichnet die Erklärung beim Treffen der Circular Plastics Alliance in Brüssel.

Unter der Federführung der Europäischen Kommission verpflichtete sich die Industrie entlang der gesamten Wertschöpfungskette von den Kunststoffherstellern bis zu Markenherstellern, freiwillig die Nutzung von mehr recycelten Kunststoffen in Europa zu fördern. BASF schätzt diese Initiative der EU-Kommission sehr und erwartet eine technologieoffene Zusammenarbeit in der Kunststoff-Wertschöpfungskette und der Politik für Maßnahmen zur Verbesserung einer recyclingorientierten Gestaltung, wo angemessen, sowie der Sammlung und Trennung von Kunststoffmüll, von Überwachungssystemen und der Unterstützung von Forschung und Entwicklung.

Der Beitrag von BASF zum Erreichen des CPA-Recyclingziels wird das ChemCycling-Projekt sein, das sich derzeit in der Pilotphase befindet. BASF entwickelt chemisches Recycling von Kunststoffen, um eine Lösung für Materialien anzubieten, die derzeit nicht recycelt werden, beispielsweise gemischte Kunststoffe, Kunststoffe mit Zusatzstoffen oder solche, die nach vorherigem mechanischem Recycling nicht mehr nutzbar sind. Erste Mengen abfallbasierten Pyrolyseöls, das von Partnern bezogen wurde, sind in den Steamcracker der BASF in Ludwigshafen eingespeist worden. Dort wurde es hauptsächlich in Ethylen und Propylen aufgespalten. Diese Chemikalien wiederum bildeten die Grundlage für die Produktion neuer Kunststoffe. Erste Prototypen umfassen Lebensmittelverpackungen, Kühlschrankelemente und Transportboxen. Der Anteil des recycelten Rohstoffs wird den Endprodukten mithilfe eines zertifizierten Massenbilanzansatzes zugeordnet.

Bis zur Marktreife müssen jedoch noch verschiedene Aspekte geklärt werden. Damit chemisches Recycling im Markt Akzeptanz findet, müssen Regulierungsbehörden das Verfahren offiziell als Recycling anerkennen. In diesem Rahmen müssen sie definieren, wie chemisches Recycling und Massenbilanzansätze zur Erfüllung von gesetzlichen Recyclingquoten beitragen können. Die existierenden Technologien zur Umwandlung von Kunststoffabfällen in Recycling-Rohstoffe müssen weiterentwickelt und für die Nutzung im großindustriellen Maßstab angepasst werden, um eine durchgängig hohe Qualität des Pyrolyseöls sicherzustellen. BASF prüft derzeit verschiedene Optionen, wie der Produktionsverbund des Unternehmens langfristig mit kommerziellen Mengen an Pyrolyseöl versorgt werden kann. Dabei spielen neben technologischen auch wirtschaftliche Aspekte eine Rolle.

Hartwig Michels, President Petrochemicals, BASF: „Um das Ziel der Circular Plastics Alliance zu erreichen, muss die gesamte Kunststoff-Wertschöpfungskette aktiv werden. Daher hoffen wir, dass sich noch mehr Unternehmen der CPA anschließen.“

Birgit Hellmann
Global Sustainability Communications

Letzte Aktualisierung 13. Jänner 2020