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Grenzach

Altablagerung Kesslergrube

Bei der Altablagerung Kesslergrube handelt es sich um eine so genannte Mischdeponie, die in ehemaligen Kiesgruben angelegt und zwischen den 1950er Jahren und 1976 betrieben wurde. Darin sind mit Bewilligung der Behörden sowohl Siedlungsabfälle, Aushub und Bauschutt, als auch Industrie-, Gewerbe- und Chemieabfälle deponiert worden. Die Abfälle stammten von ortsansässigen Industriebetrieben, Müllfuhrunternehmen und der Standortgemeinde.

Um langfristige Umweltgefährdungen auszuschließen, hat das Landratsamt Lörrach im Juli 2011 festgelegt, dass die Kesslergrube sanierungsbedürftig ist. Für die Sanierung des östlichen, rund 32.000 m2 umfassenden Areals (2) ist BASF verantwortlich. Aufgrund von Untersuchungen lässt sich der Anteil der Chemierückstände in diesem Bereich auf 2 bis 3 Prozent schätzen.

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Häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Sanierung der Kesslergrube.

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Der BASF-Teil der Kesslergrube ist unter anderem mit einer Kläranlage der Gemeinde Grenzach-Wyhlen sowie der Industriekläranlage der BASF überbaut. Wesentliche Elemente der industriellen Abwasserbehandlungsanlage sind dabei zur Reinigung der kommunalen Abwässer erforderlich.

Im Dezember 2014 hat das Landratsamt Lörrach den Sanierungsplan der BASF für verbindlich erklärt und die Ausführung des Projekts genehmigt. In der Folge sind beim Regierungspräsidium Freiburg verschiedene Widersprüche gegen den Sanierungsplan der BASF und dessen Genehmigung eingegangen. Nach umfassender Prüfung hat das Regierungspräsidium im Februar 2017 seine Bewertung der Widersprüche bekannt gegeben: Es stützt die Genehmigung des Landratsamts Lörrach und stimmt dem Sanierungsplan der BASF zu.

Am 16. Mai 2017 entschieden sich die Widerspruchsführer (darunter die Gemeinden Grenzach-Wyhlen, Muttenz, Riehen), ihren Widerspruch gegen den Sanierungsplan aufrechtzuerhalten. Am 14. September 2017 hat das Regierungspräsidium Freiburg diese Widersprüche abgelehnt.

In der Folge wurde gegen die Verbindlichkeitserklärung zum BASF-Sanierungsplan vom Dezember 2014 eine Sammelklage beim Verwaltungsgericht Freiburg eingereicht. Beklagter ist das Landratsamt Lörrach. An der Sammelklage sind die Gemeinden Grenzach-Wyhlen, Riehen und Muttenz beteiligt sowie der BUND und die Baugenossenschaft Grenzach eG. Die mündliche Verhandlung am Verwaltungsgericht Freiburg hat am 7. August 2019 (Verhandlungsort Grenzach-Wyhlen) stattgefunden. Mit Urteil vom 11. Dezember 2019 wurde die Klage vollständig zurückgewiesen, und zwar aus prozeduralen als auch aus inhaltlichen Gründen. Das heißt, dass einerseits die Kläger nicht klagebefugt sind, und andererseits die gewählte Sanierung nicht beanstandet wird. Der BUND-Landesverband Baden-Württemberg hat gegen das Urteil Berufung am Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, Mannheim (VGH) eingelegt. BASF begrüßt das Urteil und ist zuversichtlich, dass dieses auch vor der nächsthöheren Gerichtsinstanz Bestand haben wird.

Die Methode der Einkapselung ist auf die Altlast Kesslergrube spezifisch zugeschnitten. Der Wahl ging ein Vergleich von neun verschiedenen Varianten voraus. Umfangreiche Untersuchungen sowie eine Vielzahl von Gutachten durch unabhängige Fachleute haben gezeigt, dass die dreifache Sicherung unter den gegebenen Rahmenbedingungen die geeignetste Methode ist. Sie gewährleistet einen dauerhaften Schutz von Mensch und Umwelt, unabhängig von den Kosten.

Die Einkapselung hat folgende Vorteile:

  • Sie ist nach 2 bis 3 Jahren Bauzeit sofort wirksam, stoppt Emissionen bereits kurzfristig und sicher an der Quelle und erreicht die Schutzziele.
  • Sie erfasst nicht nur ausgewählte, sondern sämtliche Schadstoffe - bekannte und unbekannte - sofort und sicher.
  • Die Sanierungsmethode ist bewährt und wird seit Jahrzehnten in Deutschland und weltweit eingesetzt.
  • Sie führt nur zu einer geringen Belastung durch Lärm und Geruchsemissionen.
  • Sie passt zu den Gegebenheiten des BASF-Teils der Kesslergrube (Größe, bebautes Gelände, geringere Belastung des Bodens durch Schadstoffe).
  • Sie ist verhältnismäßig und nachhaltig.

Die auf dem BASF-Teil der Kesslergrube stehenden Abwasserreinigungsanlagen von Grenzach-Wyhlen und der BASF bleiben auch während der Sanierungsarbeiten in Betrieb.

Ist die Sanierung abgeschlossen, steht die übrige Fläche ebenfalls wieder ohne Einschränkung für eine Nutzung bereit.

Zwei Verwendungsarten sind möglich:
- als Industrie- und Gewerbefläche
- als Grünfläche

Die BASF ist auch nach der Sanierung verantwortlich für die Instandhaltung der Dichtwand, der Oberflächenabdichtung sowie der Pump- und Reinigungsanlage. Dies gehört zum normalen Betrieb einer solchen Anlage, ähnlich wie dies auch für andere Bauwerke, beispielsweise von Brücken oder Tunneln gilt.

Für die BASF ist Grenzach-Wyhlen ein wichtiger Standort für die Produktion von Inhaltsstoffen für die Kosmetik- und Körperpflegeindustrie. Das Unternehmen hat auch ein Interesse, weitere Industriebetriebe anzusiedeln. Dadurch könnte das Grundstück besser genutzt, die moderne Infrastruktur stärker ausgelastet und die BASF-Produktion wettbewerbsfähiger betrieben werden. Dies ist Nachhaltigkeit im Sinne einer effizienten Nutzung des bestehenden Areals und Wirtschaftsförderung für die Gemeinde.

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Sanierung des BASF-Teils der Kesslergrube

Die Sanierung des östlichen Teils der Kesslergrube – rund 32.000 m2 und zwei Drittel der Gesamtfläche – liegt in der Verantwortung der BASF.

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Geschichte der Kesslergrube

Ein kurzer historischer Abriss der Kesslergrube.

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Untersuchungen Kesslergrube

Die ehemalige Deponie Kesslergrube zählt zu den bestuntersuchten Altablagerungen in der Region. Durch das konstante Abpumpen von Grundwasser wird eine Verunreinigung der Trinkwasserfassungen zuverlässig verhindert, so dass von den Altablagerungen keine Gefahr für Mensch und Umwelt ausgeht. Dies bestätigen auch umfangreiche und detaillierte Untersuchungen.

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