TOP
13. März 2019
Österreich
Nachhaltigkeit

Den Kreislauf schließen: BASF-Standort in Frankreich heizt mit Biomasse

13.03.2019

Eine umfassende Renovierung der Energieversorgung im Jahr 2016 hatte gleich zwei große Vorteile für den BASF-Agrarstandort in Marchélepot in Nordfrankreich: Da das durch Pflanzenschutzmittel-Tests verunreinigte Getreide nun als Ausgangsmaterial für eine CO2-neutrale Energiegewinnung verwendet wird, spart der Standort sowohl Entsorgungs- als auch Stromkosten.

 

Der BASF-Agrarstandort zur Untersuchung von Pflanzenschutzmitteln befindet sich in Marchélepot in Nordfrankreich. Hier werden jährlich bis zu 20 Tonnen Getreide für das Testen und die Zertifizierung von Pflanzenschutzlösungen angebaut. Im Rahmen einer umfassenden Gebäuderenovierung, die 2015 begann, ergriff Projektleiter Henrik Meyer-Hoffmann vom Facility-Management die Gelegenheit, den Standort grundlegend nachhaltiger zu machen. Mit der Unterstützung des gesamten Teams (mit Mitgliedern des Standorts, FM und des Managements), fand er einen Weg, den verunreinigten Getreideabfall für das Heizen des Standorts zu verwenden und dadurch die hohen Entsorgungskosten einzusparen. Die innovative Lösung stellte sich als gewinnbringend und nachhaltig zugleich heraus. 

Erneuerung hin zu einem nachhaltigeren Standort

Während der zwei Renovierungsphasen wurden auch andere bewährte Maßnahmen getroffen, um die Energieeffizienz der Gebäude zu erhöhen: Konventionelle Glühbirnen wurden mit LEDs ersetzt, Fenster mit Doppelverglasung wurden installiert und Dämm-Materialien vom Unternehmensbereich Performance Materials für die Wärmeisolierung verwendet. Dies verbesserte die energetischen Eigenschaften der Fassaden, der Bodenplatten und der Dächer.

Mit dem nationalen „Energiewendegesetz für grünes Wachstum“ hat die französische Regierung das Ziel gesetzt, den Anteil der Kernenergie bis 2025 auf 50 Prozent zu senken und Kernkraftanlagen mit erneuerbaren Energiequellen zu ersetzen. Bezüglich des Heizsystems entschied das Team daher, die energieaufwändigen elektrischen Heizkörper in allen Räumen – eine relativ preiswerte, aber nicht nachhaltige Heizmethode, die in Frankreich häufig genutzt wird – zu ersetzen.

„Bei der Erarbeitung der Idee zur Wiederverwendung des Bioabfalls als Heizmasse hatten wir den Nachhaltigkeitsaspekt und das Konzept der Kreislaufwirtschaft klar im Blick. Ebenso spielten der wirtschaftliche Aspekt und die Perspektive auf den französischen Energiemarkt eine wichtige Rolle bei der Entscheidungsfindung,“ erklärt Henrik Meyer-Hoffmann. Nach umfangreichen Berechnungen und gestützt auf die Ergebnisse mehrerer Machbarkeitsstudien, wurde die Errichtung des Biomassen-basierten zentralen Heizsystems 2017 genehmigt und umgesetzt.

Birgit Hellmann
Global Sustainability Communications

Bestätigt nachhaltig: Marchélepot ein Jahr danach

Die Machbarkeitsstudien sagten voraus, dass sich die Investitionen in Maßnahmen zur Errichtung und Instandhaltung der Anlage rasch auszahlen würden. Nach dem ersten Jahr im Einsatz konnten Monitoring-Ergebnisse mit den ursprünglichen Prognosen verglichen werden. Sie bestätigten den beträchtlichen Rückgang der Stromnutzung im Jahr 2018.

Durch die positive Entwicklung und den spürbaren Komfortzuwachs mit der Zentralheizung ermutigt, wurde das Interesse geweckt, weitere BASF-Gebäude in Frankreich mit einem Biomassen-basierten Heizsystem zu renovieren. Das Projekt erhielt auch starke Unterstützung durch die BASF-Kollegen vor Ort: „Die Mitarbeiter und das Management standen überzeugt hinter dem Projekt. Sie sind stolz, an einem Standort zu arbeiten, wo Nachhaltigkeit eine so wichtige Rolle spielt,“ so Meyer-Hoffmann. „Mit diesem Projekt trug das Facility and Real Estate Management dazu bei, mehrere Kernziele der BASF zu erreichen,“ betont Caroline Petigny, Sustainability Manager, BASF Frankreich. „Diese sind ein profitables und CO2-neutrales Wachstum sowie der Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Das Projekt ist ein großartiges Beispiel, das zeigt, wie jede Abteilung bei BASF Herausforderungen der Nachhaltigkeit begegnen und zu deren Lösung beitragen kann.“ 

Letzte Aktualisierung 13. Jänner 2020