TOP
15. August 2018
Österreich
Nachhaltigkeit

Stakeholder-Dialog zur Aflatoxin-Minderung in Tansania

15.08.2018

Sarah Mshiu vom Büro des tansanischen Premierministers präsentiert den Stand der Aflatoxin-Minderung in Tansania.

BASF und die Global Alliance for Improved Nutrition (GAIN) veranstalten gemeinsam einen Workshop, der Interessenvertreter im Bereich des Aflatoxin-Managements zusammenbringt. Sie wollen über mögliche Lösungen zur Verringerung von Aflatoxin in Tansania diskutieren. Dies soll eine landesweite Strategie zur Beseitigung von Aflatoxinen voranbringen. Die Ergebnisse können auch anderen Ländern der Region zugutekommen.

Der Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO) zufolge stellen Aflatoxine ein wesentliches Risiko für Ernährungs- und Lebensmittelsicherheit in Entwicklungsländern dar. Aflatoxine sind natürliche Verbindungen, die durch Schimmelpilze entstehen. Sie sind für Mensch und Tier extrem giftig und verursachen Durchfall, Lebererkrankungen und Krebs. Fehlerhafte Handhabungen bei der Ernte sowie beim Transport und der Lagerung sind Hauptauslöser für vermehrten Aflatoxinbefall. Weltweit besteht für vier bis fünf Milliarden Menschen das Risiko, giftigen Aflatoxinen ausgesetzt zu sein. Kinder sind besonders gefährdet, da Aflatoxine Nährstoffmangel sowie eine gehemmte und verlangsamte Entwicklung verursachen.

Um Nachernteverluste zu verringern und die Lebensmittelsicherheit zu erhöhen, müssen unterschiedliche Beteiligte über verschiedene Wertschöpfungsketten hinweg eingreifen. Der Workshop ermöglicht es den Interessenvertretern, Informationen auszutauschen und optimale Vorgehensweisen zu besprechen, um innovative Lösungen gegen den Nahrungsmittelverlust zu finden. Nahrungsmittelverluste verringern das Einkommen von schätzungsweise 470 Millionen Landwirten und anderen Beteiligten der Wertschöpfungskette um bis zu 15 Prozent. Aflatoxine sind die Ursache für bis zu 30 Prozent des Nahrungsmittelverlustes in Afrika.

„Mit den wachsenden Herausforderungen rund um die Ernährungssicherheit ist es unerlässlich, angemessene Maßnahmen zu ergreifen, um Nachernteverluste zu vermeiden und Gesundheitsrisiken für Menschen einzudämmen. Dies erfordert eine integrierte Innovationsstrategie, die Technologien und den Aufbau von Kapazitäten entlang der Wertschöpfungskette umfasst, um eine Wirkung in großem Umfang zu erreichen,“ sagte hierzu Enock Musinguzi, Landesvertreter der Global Alliance for Improved Nutrition (GAIN).

Birgit Hellmann
Global Sustainability Communications

Gruppenfoto der Workshop-Teilnehmer.

Dr. Andreas Bluethner, Leiter Food Fortification and Partnerships, BASF Human Nutrition, dazu: “Getreu unserem Bekenntnis zu den UN Sustainable Development Goals (SDGs), arbeiten wir kontinuierlich mit den wichtigsten Akteuren entlang der Lebensmittel-Wertschöpfungskette zusammen, um innovative Lösungen zu entwickeln. Diese sollen Nahrungsmittelverluste verringern und im Gegenzug Ernährungs- und Lebensmittelsicherheit erhöhen, um das SDG2-Ziel „Keine Hungersnot“ zu erreichen. Dafür haben BASF und ihre Partner einen Ton (NutraClay) entwickelt, der Aflatoxine bindet und der Nahrung zugefügt werden kann, um die Aufnahme von Aflatoxinen deutlich zu verringern.“

Aufgrund der hohen Aflatoxinbelastung, besonders in der östlichen und westlichen Region, wurde Tansania als Modellprojekt für den Testlauf des neuen Aflatoxin-Bindemittels ausgewählt. Zusammen mit lokalen und internationalen Partnern, die ein breites Spektrum an Fachwissen und technischen Lösungen für die Anwendung des Aflatoxin-Bindemittels mitbringen, wird ein Testlauf durchgeführt. Dabei erhält eine Gemeinde im ländlichen Tansania Mehl, das mit NutraClay angereichert ist. Hier wird erwartet, dass sich die Auswirkungen von Aflatoxin bei den Anwendern des angereicherten Mehls verringern.

Interessenvertreter unterschiedlicher Sektoren, darunter Wissenschaft, Regierung internationale Akteure und die Privatwirtschaft werden ihr Fachwissen vereinen, um innovative Lösungen bereitzustellen. Dadurch unterstützen sie die Bemühungen der Regierung, die Auswirkungen von Aflatoxin auf die breite Bevölkerung zu verringern.

Die Food Fortification Initiative der BASF ist ein Shared-Value-Geschäftsmodell, das innovative Produktlösungen, technische Unterstützung und wissenschaftliche Leistungen zur Verringerung des Mangels an Mikro-Nährstoffen bietet. BASF unterstützt in über 40 Ländern Bündnisse unterschiedlicher Interessenvertreter und öffentlich-private Partnerschaften, die sich gemeinsam für die nachhaltige Verbesserung von Ernährung und eine positive Wirkung auf die Gesellschaft engagieren. Seit 2008 bringt BASF technisches Know-How zur Anreicherung von Hauptnahrungsmitteln in Tansania ein, beispielsweise bei der Produktion von Nahrungsmittelölen mit Vitamin A.

Letzte Aktualisierung 13. Jänner 2020