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Nachhaltigkeit

Product Carbon Footprint

Welche Mengen an Treibhausgasemissionen sind mit einem Produkt über dessen gesamten Lebenszyklus hinweg verbunden? Diese Frage hat in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Der Product Carbon Footprint (PCF) kann dabei helfen, die erforderlichen Antworten zu liefern. 

Der PCF umfasst die gesamten Treibhausgasemissionen, die von einem Produkt in den verschiedenen Phasen seines Lebenszyklus verursacht werden. Ein Cradle-to-Gate („von der Wiege bis zum Werkstor“) PCF berücksichtigt beispielsweise alle Prozesse von der Gewinnung der Ressourcen über die Herstellung der Vorprodukte und die Herstellung des Endprodukts selbst bis zu dem Punkt, an dem es das Unternehmen verlässt. Ein Cradle-to-Grave PCF („von der Wiege bis zur Bahre“) umfasst den gesamten Lebenszyklus des Produkts, einschließlich der Emissionen aus der Nutzungsphase und dem Ende der Lebensdauer des Produkts.

Während BASF kontinuierlich daran arbeitet, ab 2050 klimaneutral zu sein, treffen immer mehr Kunden umweltbewusste Kaufentscheidungen. Deshalb hat BASF eine digitale Lösung zur Berechnung der Cradle-to-Gate PCFs für ihre 45.000 Verkaufsprodukte entwickelt. Damit ist BASF in der Lage, PCFs für ihr globales Portfolio bereitzustellen. Kunden erhalten so wertvolle Informationen darüber, in welchem Umfang die BASF-Materialien zum Carbon Footprint ihrer Geschäftsaktivitäten und ihrer eigenen Endprodukte beitragen.

Die PCF-Berechnung der BASF basiert auf THG-Emissionen der eigenen Anlagen und hochwertigen Durchschnittsdaten für zugekaufte Rohstoffe sowie zugekaufte Energie. Die BASF wird die Durchschnittsdaten schrittweise durch lieferantenspezifische Daten für zugekaufte Rohstoffe ersetzen, sobald diese von unseren Lieferanten verfügbar sind.

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Möglichkeiten zur Reduzierung von PCFs

PCFs liefern unseren Kunden wertvolle Informationen über Hebel zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen. Bereits heute bieten wir ihnen einen Mehrwert durch den Einsatz alternativer Rohstoffe. Auf diese Weise helfen wir unseren Kunden, den CO2-Fußabdruck ihrer Produkte zu reduzieren.

Ein Beispiel ist der Biomassenbilanzansatz der BASF, bei dem im Produktionsverbund fossile Ressourcen durch nachwachsende Rohstoffe aus organischen Abfällen und Pflanzenölen ersetzt und dem Verkaufsprodukt rechnerisch zugeordnet werden. Ein weiteres Beispiel für die Anwendung des Massenbilanzansatzes ist das Projekt ChemCyclingTM. Seit 2020 bietet die BASF ihren Kunden die ersten kommerziellen Mengen von Produkten an, für die bei Produktionsbeginn chemisch rezyklierte Kunststoffabfälle eingesetzt werden. Die BASF-Verkaufsprodukte aus beiden Ansätzen haben die gleichen Eigenschaften wie Produkte, die auf rein fossilen Rohstoffen basieren - allerdings mit einem geringeren Carbon Footprint.

Mehr Informationen zu Netto-Null- und Low-PCF-Produkten

BASF bietet zunehmend Produkte mit reduziertem CO2-Fußabdruck (Product Carbon Footprint, PCF) an.

Die Berechnung des partiellen CO2-Fußabdrucks erfolgt in der Regel mittels der vom TÜV Rheinland zertifizierten digitalen Anwendung, die den CO2-Fußabdruck für fast das gesamte BASF-Portfolio und somit nahezu 45.000 Produkte ermittelt. Zur Berechnung werden Primärdaten und Sekundärdaten verwendet. Sekundärdaten sind beispielsweise Rohstoffdaten aus kommerziellen Datenbanken. 

Die Methode zur Berechnung des PCF beruht auf den Standards ISO 14040, ISO 14044 und ISO 14067 und ist mit dem Greenhouse Gas Protocol Product Standard konform. Der partielle CO2-Fußabdruck berücksichtigt die Treibhausgasemissionen, die bei der Extraktion der Rohstoffe (Wiege) bis zum Verlassen des BASF-Werksgeländes (Werkstor) entstehen. Die Betrachtung von der Wiege bis zum Werkstor (cradle-to-gate) umfasst somit nur einen Teilbereich und einen Teilaspekt einer vollständigen Lebenszyklus-Analyse (cradle-to-grave).

Auf Kundenwunsch kann bei der Herstellung vieler dieser Produkte eine Minderung des PCFs erreicht werden, indem zum Beispiel grüner Strom oder Biomasse (siehe Biomassenbilanzierung) eingesetzt wird. Zum Teil unterscheidet sich der PCF der BASF-Produkte bereits durch den Einsatz effizienterer Herstellverfahren (Verbundstrukturen mit hocheffizienter Energieversorgung) und vorteilhafter Rohstoffe von den entsprechenden marktgängigen Benchmark-Werten.

Produkte, die auf dezidierten Kundenwunsch hin oder im Vergleich zu einem Referenzwert einen signifikant reduzierten CO2-Fußabdruck aufweisen, werden von BASF als Low-PCF-Produkte gekennzeichnet.

Kommt beispielsweise Biomasse bei der Erzeugung von Produkten zum Einsatz, reduziert der in der Biomasse gebundene Kohlenstoff den partiellen CO2-Fußabdruck. Der ursprünglich ermittelte CO2-Fußabdruck kann durch Einbeziehen des biogenen Kohlenstoffs im Produkt auf null oder sogar unter null reduziert werden.

BASF-Produkte mit einem CO2-Fußabdruck von Null (oder kleiner Null) werden als Netto-Null-Produkte gekennzeichnet.

Generell ist bei der Berechnung des partiellen CO2-Fußabdrucks die Nutzung externer Kompensationsmaßnahmen ausgeschlossen.

Für internationale Normen und Regeln

Die PCFs der BASF werden nach den allgemeinen Standards für Ökobilanzen (ISO 14044) und Carbon Footprints von Produkten (ISO 14067) sowie nach dem Greenhouse Gas Protocol Product Standard berechnet.

Diese Normen enthalten jedoch keine konkreten Vorgaben, wie genau der PCF für einzelne Produkte zu bestimmen ist. In Ermangelung solcher Regeln sind die PCFs gleicher Produkte verschiedener Unternehmen noch nicht vollständig vergleichbar. BASF setzt sich für die Einführung produktspezifischer Vorgaben für die Berechnung von PCFs in der chemischen Industrie ein, um industrieweit gleiche Grundlagen für die Berechnung und somit eine Vergleichbarkeit für Produkte zu schaffen. 
 

Wie man eine ganzheitlichere Nachhaltigkeitsbewertung erhält

PCFs schaffen Transparenz über die mit unseren Produkten verbundenen Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig sind sie nur ein Teil eines größeren Nachhaltigkeitsbildes. Umfassende Nachhaltigkeitsbewertungen von Produkten umfassen ökologische, wirtschaftliche und soziale Kriterien. Wenn Kunden sich ein ganzheitlicheres Bild machen wollen, empfehlen wir Bewertungsinstrumente, bei denen mehrere Kriterien berücksichtigt werden, wie unsere Ökoeffizienz-Analyse.