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Nachhaltigkeit

Wo wir stehen: Die BASF-CO2-Bilanz 2018

Als weltweit einziges Industrieunternehmen veröffentlicht BASF bereits seit 2008 eine umfassende CO2-Bilanz. Durch die jährlich neu erstellte Bilanz bekommen wir Hinweise darauf, wo die Stellschrauben für die Vermeidung von Treibhausgasemissionen sind. Zudem können wir kontrollieren, ob wir auf dem richtigen Weg sind, um unsere Ziele zur Reduktion von Treibhausgasen einzuhalten.

Die Basis unserer Klimaschutzaktivitäten ist ein umfassendes Emissionscontrolling. Dabei führen wir zwei getrennte Analysen durch:

  • Wir ermitteln, welche Produkte in unserem Portfolio zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen beitragen. Für diese Klimaschutzprodukte berechnen wir, um wie viele Tonnen CO2 die Emissionen im Vergleich zu einer marktrelevanten alternativen Technologie reduziert werden. Bei der Berechnung haben wir den im Jahr 2013 veröffentlichten chemiesektorspezifischen Standard von ICCA und dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) berücksichtigt. Die Basis für die Berechnungen bilden individuelle Lebenszyklusanalysen (LCAs), die wir mit Hilfe der geprüften Ökoeffizienz-Analyse Methodik der BASF durchführen.
  • Wir betrachten die gesamte Wertschöpfungskette der BASF und ermitteln, wie viele Emissionen bei welcher Aktivität von der Bereitstellung von Rohstoffen und Vorprodukten über unsere eigene Produktion und die Nutzung der von uns produzierten Endprodukte bis hin zur Entsorgung all unserer Produkte am Ende ihres Lebens entstehen. Die Analyse folgt exakt den Greenhouse-Gas-Protocol-Standards und dem im Jahr 2013 veröffentlichten sektorspezifischen Standard für die Chemieindustrie, an dessen Entwicklung wir uns beteiligt haben.

Vermeidung von Treibhausgasemissionen durch die Nutzung von BASF-Produkten

Die im Jahr 2018 verkauften BASF-Produkte für den Klimaschutz reduzieren bei ihrer Nutzung die Emissionen unserer Kunden von 1.000 auf 360 Millionen Tonnen CO2, 640 Millionen Tonnen CO2-Emissionen können vermieden werden. Jedes Produkt leistet dabei einen individuellen Beitrag in der Wertschöpfungskette. Die Wertschöpfungsketten werden hinsichtlich des ökonomischen Anteils der BASF am jeweiligen Klimaschutzprodukt evaluiert. Dabei konnten 2018 durchschnittlich 5% der ver­miedenen Emissionen der BASF zugewiesen werden. Weitere Informationen zur Vorgehensweise und den Ergebnissen der Berechnung der vermiedenen Emissionen haben wir in einer Übersicht des Ansatzes sowie zwei Fallstudien (Green Sense® Concrete Technologie, Wärmedämmverbundsystem, auf Englisch) zusammengefasst.

Vermiedene Emissionen 2018

Treibhausgasemissionen entlang der BASF-Wertschöpfungskette

Die Bilanzierung unterscheidet drei Emissionsbereiche, die sogenannten Scopes:

  • Scope 1 erfasst die direkten CO2-Emissionen. Sie stammen aus Emissionsquellen an BASF-Standorten. Dazu gehören zum Beispiel unsere eigenen Produktionsanlagen und Anlagen für die Strom- und Dampferzeugung.
  • Scope 2 bezieht sich auf die indirekten CO2-Emissionen, die bei unseren Lieferanten bei der Erzeugung von Energie entstehen, die wir für unsere Produktion zukaufen.
  • Scope 3 umfasst alle anderen CO2-Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette verursacht werden (beispielsweise bei Lieferanten, in der Nutzungsphase der Produkte, bei Entsorgung oder Transport). Diese Emissionen werden in 15 verschiedenen Kategorien erfasst.

Die folgende Abbildung zeigt die Treibhausgasemissionen entlang der BASF Wertschöpfungskette im Jahr 2018 (in Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, Scope 3 Kategorien sind in Klammern dargestellt). Emissionen der BASF-Produktion umfassen Scope 1 und Scope 2 (standortbasierter Ansatz).

Treibhausgasemissionen entlang der BASF Wertschöpfungskette im Jahr 2018

CO2-Emissionen BASF Produktion (GHG Protocol Scope 1 & 2)

Entsprechend dem GHG Protocol Corporate Accounting Standard (auf Englisch) berichten wir die Scope-1- und Scope-2-Emissionen getrennt. Außerdem unterscheiden wir bei den Scope-1-Emissionen, die bei der Erzeugung von Energie entstehen, zwischen Emissionen aus Energieerzeugung für den Eigenverbrauch und Emissionen aus Energieerzeugung für den Verkauf an Dritte. Bei den Scope 2 Emissionen berücksichtigen wir sowohl den standortbasierten Ansatz als auch den marktbasierten Ansatz.

Die Datenerhebung erfolgt für alle in der Finanzberichterstattung der BASF konsolidierten Gruppengesellschaften. Die Emissionen konsolidierter gemeinschaftlicher Tätigkeiten (Joint Operations) sind gemäß unserem Anteil berücksichtigt. Die Tabelle zeigt die Entwicklung der Treibhausgasemissionen der BASF-Gruppe seit 2002.

 

Treibhausgasemissionen der BASF-Gruppe nach Greenhouse Gas Protocol1

Millionen Tonnen CO2-Äquivalente

BASF-Geschäft inklusive nicht fortgeführten Öl-und-Gas-Geschäfts 2 2002 2017 2018

Scope 1 3

     

CO2 (Kohlenstoffdioxid) 4

14,634 16,813 16,956

N2O (Lachgas)3

6,407 0,747 0,740

CH4 (Methan)

0,244 0,048 0,064

HFC (Fluorkohlenwasserstoffe)

0,061 0,081 0,091

Scope 2 (standortbasiert)

     

CO2 4

5,243 3,796 3,361
Summe 26,589 21,485 21,212
       
Verkauf von Energie an Dritte (Scope 1) 5      
CO2 4 0,347 1,086 0,567
Summe 26,936 22,571 21,779
       
Scope 2 (marktbasiert)      
CO2   4,517 3,657
1 BASF berichtet direkte und indirekte Emissionen aus dem Zukauf von Energie getrennt. Scope-1-Emissionen erfassen sowohl direkte Emissionen aus der Produktion und aus der Erzeugung von Strom und Dampf als auch direkte Emissionen aus der Erzeugung von Strom und Dampf für den Verkauf. Unter Scope-2-Emissionen fallen indirekte Emissionen aus dem Zukauf von Energie für den Eigenbedarf.
2 Von Bayer akquirierte Vermögenswerte und Geschäfte sind in den berichteten Treibhausgasemissionen der BASF-Gruppe 2018 noch nicht enthalten.
3 Die Emissionen von N2O, CH4 und HFC wurden mithilfe des globalen Erwärmungspotenzials (Global Warming Potential, GWP-Faktor) auf CO2-Emissionen umgerechnet. GWP-Faktoren basieren auf dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) 1995 (Emissionen 2002) beziehungsweise IPCC 2007, Errata-Tabelle 2012 (Emissionen 2017, 2018). HFC (Fluorkohlenwasserstoffe) werden berechnet mit GWP-Faktoren ihrer individuellen Komponenten.
4 2018 haben wir die Emissionszuweisung von zwei in Abhängigkeit voneinander operierenden BASF-Gruppengesellschaften geändert. Ein Teil der Scope-2-Emissionen wird so dem Scope 1 zugerechnet; die Summe der Emissionen (ohne Verkauf von Energie an Dritte) bleibt konstant. Da Doppelzählung vermieden wird (vgl. Fußnote 5), reduzieren sich direkte Emissionen aus dem Verkauf von Energie an Dritte entsprechend.
5 Beinhaltet auch Verkauf an BASF-Gruppengesellschaften. Dadurch werden unter Scope 2 berichtete Emissionen teilweise noch einmal berichtet.

CO2-Emissionen aus der Wertschöpfungskette (GHG Protocol Scope 3)

Unsere Auflistung der Scope-3-Emissionen basiert auf dem GHG Protocol Scope 3 Standard (Corporate Value Chain Accounting and Reporting Standard). Wir haben alle 15 Kategorien dieses Standards auf Relevanz geprüft und berichten die Emissionen für die zwölf relevanten Kategorien.

Die Konsolidierung unserer Gruppengesellschaften erfolgt dabei genauso wie in unserer Finanzberichterstattung. Eine Ausnahme bildet die Ermittlung der Emissionen in den Scope-3-Kategorien 3, 5 und 9. Dort haben wir denselben Ansatz wie bei der Berichterstattung zu den Scope-1- und Scope-2-Emissionen gewählt.

Übersicht der Scope 3 Emissionen der BASF Gruppe für 2018 (gemäß GHG Protocol)

Nr.
Kategorie THG Emissionen
[Mio. Tonnen CO2-Äquivalent]
1 Purchased goods and services 48,6
2 Capital goods 1,9
3 Fuel- and energy-related activities 2,9
4 Upstream transportation and distribution 1,9
5 Waste generated in operations 0,7
6 Business travel 0,2
7 Employee commuting 0,2
8 Upstream leased assets 0,3
9 Downstream transportation and distribution 1,8
10 Processing of Sold Products nicht bestimmt1
11 Use of sold products 41,5
12 End-of-life treatment of sold products 16,0
13 Downstream leased assets <0,12
14 Franchises nicht relevant3
15 Investments 1,9
1 Für ein Chemieunternehmen wie die BASF, das am Anfang der Wertschöpfungskette steht, sind die Scope-3-Emissionen aus der Weiterverarbeitung unserer Produkte nicht mit vertretbarem Aufwand zu ermitteln.
2 Expertenschätzung. Die Aktivitäten der BASF als Leasinggeber betragen weniger als 5% unserer Aktivitäten im Bereich Leased Assets Upstream (Kategorie 8).
3 Die BASF betreibt kein Franchisinggeschäft.

Die Vorgehensweise und Annahmen bei der Berechnung der Emissionen in den genannten Kategorien haben wir in unserem Emissionsreport nach Vorlage des Greenhouse Gas Protocol Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting and Reporting Standards zusammengefasst.