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Nachhaltigkeit

Wo wir stehen: Die BASF-CO2-Bilanz 2019

Als weltweit einziges Industrieunternehmen veröffentlicht BASF bereits seit 2008 eine umfassende CO2-Bilanz. Durch die jährlich neu erstellte Bilanz bekommen wir Hinweise darauf, wo die Stellschrauben für die Vermeidung von Treibhausgasemissionen sind. Zudem können wir kontrollieren, ob wir auf dem richtigen Weg sind, um unsere Ziele zur Reduktion von Treibhausgasen einzuhalten.

Wir betrachten die gesamte Wertschöpfungskette der BASF und ermitteln, wie viele Emissionen bei welcher Aktivität von der Bereitstellung von Rohstoffen und Vorprodukten über unsere eigene Produktion und die Nutzung der von uns produzierten Endprodukte bis hin zur Entsorgung all unserer Produkte am Ende ihres Lebens entstehen. Die Analyse folgt exakt den Greenhouse-Gas-Protocol-Standards und dem im Jahr 2013 veröffentlichten sektorspezifischen Standard für die Chemieindustrie, an dessen Entwicklung wir uns beteiligt haben.

Treibhausgasemissionen entlang der BASF-Wertschöpfungskette

Die Bilanzierung unterscheidet drei Emissionsbereiche, die sogenannten Scopes:

  • Scope 1 erfasst die direkten CO2-Emissionen. Sie stammen aus Emissionsquellen an BASF-Standorten. Dazu gehören zum Beispiel unsere eigenen Produktionsanlagen und Anlagen für die Strom- und Dampferzeugung.
  • Scope 2 bezieht sich auf die indirekten CO2-Emissionen, die bei unseren Lieferanten bei der Erzeugung von Energie entstehen, die wir für unsere Produktion zukaufen.
  • Scope 3 umfasst alle anderen CO2-Emissionen, die entlang der Wertschöpfungskette verursacht werden (beispielsweise bei Lieferanten, in der Nutzungsphase der Produkte, bei Entsorgung oder Transport). Diese Emissionen werden in 15 verschiedenen Kategorien erfasst.

 

Die folgende Abbildung zeigt die Treibhausgasemissionen entlang der BASF Wertschöpfungskette im Jahr 2019 (in Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, Scope 3 Kategorien sind in Klammern dargestellt). Emissionen der BASF-Produktion umfassen Scope 1 und Scope 2 (standortbasierter Ansatz).

Treibhausgasemissionen entlang der BASF-Wertschöpfungskette im Jahr 2019 a

a Nach Greenhouse-Gas-Protocol-Standard; Scope 1, 2 und 3; Angaben in Klammern zeigen berichtete Kategorie innerhalb Scope 3 auf. 

Treibhausgasemissionen in der BASF Produktion (GHG Protocol Scope 1 & 2)

Entsprechend dem GHG Protocol Corporate Accounting Standard (auf Englisch) berichten wir die Scope-1- und Scope-2-Emissionen getrennt. Außerdem unterscheiden wir bei den Scope-1-Emissionen, die bei der Erzeugung von Energie entstehen, zwischen Emissionen aus Energieerzeugung für den Eigenverbrauch und Emissionen aus Energieerzeugung für den Verkauf an Dritte. Bei den Scope 2 Emissionen berücksichtigen wir sowohl den standortbasierten Ansatz als auch den marktbasierten Ansatz. Die Datenerhebung erfolgt für alle in der Finanzberichterstattung der BASF konsolidierten Gruppengesellschaften. Die Emissionen konsolidierter gemeinschaftlicher Tätigkeiten (Joint Operations) sind gemäß unserem Anteil berücksichtigt.  

 

Treibhausgasemissionen der BASF-Gruppe nach Greenhouse Gas Protocol a

Millionen Tonnen CO2-Äquivalente

BASF-Geschäft b 2019 2018

Scope 1 c

   

CO2 (Kohlenstoffdioxid)

15,855 17,025

N2O (Lachgas)

0,598 0,677

CH4 (Methan)

0,025 0,027

HFC (Fluorkohlenwasserstoffe)

0,082 0,091

Scope 2 d

   

CO2

3,519 4,067
Summe 20,079 21,887
Kompensation 0 0
Summe nach Kompensation 20,079 21,887
Verkauf von Energie an Dritte (Scope 1) e    

CO2

0,763 0,773
Summe 20,842 22,660
Einsatz von Biomasse f    
CO2 0,004 n.a.

a BASF berichtet direkte und indirekte Emissionen aus dem Zukauf von Energie getrennt. Scope-1-Emissionen erfassen sowohl direkte Emissionen aus der Produktion und aus der Erzeugung von Strom und Dampf als auch direkte Emissionen aus der Erzeugung von Strom und Dampf für den Verkauf. Unter Scope-2-Emissionen fallen indirekte Emissionen aus dem Zukauf von Energie für den Eigenbedarf.
b In 2019 haben wir die Methodik zur Ermittlung der relevanten Umweltberichtsgrößen geändert. Informationen hierzu finden sich im BASF-Onlinebericht 2019. Die Werte für 2018 wurden gemäß der neuen Methodik aktualisiert.
c Die Emissionen von N2O, CH4 und HFC wurden mithilfe des globalen Erwärmungspotenzials (Global Warming Potential, GWP-Faktor) auf CO2-Emissionen umgerechnet. GWP-Faktoren basieren auf dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) 2007, Errata-Tabelle 2012. HFC (Fluorkohlenwasserstoffe) werden berechnet mit GWP-Faktoren ihrer individuellen Komponenten.
d Marktbasierter Ansatz. Gemäß standortbasiertem Ansatz lagen die Scope-2-Emissionen 2018 bei 3,747 Millionen Tonnen CO2 und 2019 bei 3,552 Millionen Tonnen CO2.
e Beinhaltet auch Verkauf an BASF-Gruppengesellschaften. Dadurch werden unter Scope 2 berichtete Emissionen teilweise noch einmal berücksichtigt.
f Die Emissionen werden gemäß Greenhouse-Gas-Protocol-Standard außerhalb von Scope 1 und Scope 2 ausgewiesen.

Treibhausgasemissionen aus der Wertschöpfungskette (GHG Protocol Scope 3)

Unsere Auflistung der Scope-3-Emissionen basiert auf dem GHG Protocol Scope 3 Standard (Corporate Value Chain Accounting and Reporting Standard). Wir haben alle 15 Kategorien dieses Standards auf Relevanz geprüft und berichten die Emissionen für die zwölf relevanten Kategorien.

 

Die Konsolidierung unserer Gruppengesellschaften erfolgt dabei genauso wie in unserer Finanzberichterstattung. Eine Ausnahme bildet die Ermittlung der Emissionen in den Scope-3-Kategorien 3, 5 und 9. Dort haben wir denselben Ansatz wie bei der Berichterstattung zu den Scope-1- und Scope-2-Emissionen gewählt.

Übersicht der Scope 3 Emissionen der BASF Gruppe für 2019 (gemäß GHG Protocol)

Nr.
Kategorie THG Emissionen
[Mio. Tonnen CO2-Äquivalent]
1 Purchased goods and services 50,2
2 Capital goods 1,9
3 Fuel- and energy-related activities 3,1
4 Upstream transportation and distribution 1,9
5 Waste generated in operations 1,4
6 Business travel 0,1
7 Employee commuting 0,2
8 Upstream leased assets 0,2
9 Downstream transportation and distribution 1,7
10 Processing of Sold Products nicht bestimmt1
11 Use of sold products 9,4
12 End-of-life treatment of sold products 25,8
13 Downstream leased assets <0,12
14 Franchises nicht relevantc
15 Investments 3,6

1 Für ein Chemieunternehmen wie die BASF, das am Anfang der Wertschöpfungskette steht, sind die Scope-3-Emissionen aus der Weiterverarbeitung unserer Produkte nicht mit vertretbarem Aufwand zu ermitteln.
2 Expertenschätzung. Die Aktivitäten der BASF als Leasinggeber betragen weniger als 5% unserer Aktivitäten im Bereich Leased Assets Upstream (Kategorie 8).
3 Die BASF betreibt kein Franchisinggeschäft.

Die Vorgehensweise und Annahmen bei der Berechnung der Emissionen in den genannten Kategorien haben wir in unserem Emissionsreport nach Vorlage des Greenhouse Gas Protocol Corporate Value Chain (Scope 3) Accounting and Reporting Standards zusammengefasst.