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Nachhaltigkeit

Unser Carbon Management

2018 haben wir ein globales Carbon Management gestartet, welches uns hilft, unser neues Klimaziel 2030 zu erreichen und darüber hinaus eine weitere Reduktion der Treibhausgasemissionen langfristig zu ermöglichen.

Seit 1990 haben wir unsere Treibhausgasemissionen auf die Hälfte reduziert – und konnten dennoch unsere Produktion verdoppeln. Aufgrund des bereits erreichten hohen Effizienzgrades unserer Prozesse wird die weitere Einsparung von Treibhausgasemissionen jedoch zunehmend schwieriger. Dennoch wollen wir die weltweit steigende Nachfrage nach Produkten der Chemie nicht auf Kosten des Klimas bedienen. Wir haben uns daher zum Ziel gesetzt, bis 2030 CO2-neutral1 zu wachsen, also ohne, dass unsere Treibhausgasemissionen insgesamt steigen.

Um in der chemischen Industrie langfristig in größerem Umfang Treibhausgase einsparen zu können, werden grundlegend neue Technologien gebraucht, mit deren Entwicklung wir uns schon heute befassen.

 

1 Dieses Ziel umfasst weitere Treibhausgase, die in CO2-Äquivalente umgerechnet werden. Mehr Informationen dazu finden Sie im Geschäftsbericht.  

Unser Carbon Management

Unser Carbon Management

Emissionsentwicklung BASF

Basischemikalien im Fokus des F&E-Programms

Das Carbon Management Forschungs- und Entwicklungsprogramm konzentriert sich auf die Basischemikalien: Sie sind für rund 70% der Treibhausgasemissionen der gesamten Chemieindustrie verantwortlich – aber sie sind unverzichtbarer Startpunkt für die Wertschöpfungskette und all unsere Innovationen. Durch Elektrifizierung und neue Prozesse könnten Basischemikalien nahezu ohne Treibhausgasemissionen erzeugt werden. Derzeit sind rund 100 Mitarbeiter am Carbon Management F&E-Programm beteiligt.

Ein zentraler Baustein ist die Methanpyrolyse: hier wird Wasserstoff CO2-frei erzeugt auf Basis von (fossilem) Methan. Im Vergleich zur Wasserelektrolyse kann die Methanpyrolyse mit nur einem Fünftel des zum Methan zusätzlichen Energieaufwands die gleiche Menge Wasserstoff erzeugen.


Auch andere wesentliche petrochemische Grundstoffe wollen wir weiterhin aus fossilem Naphtha produzieren. Dafür werden die dazu benötigten Steam Cracker mit einem weltweit ersten elektrischen Heizkonzept betrieben. Steam Cracker benötigen eine Temperatur von 850°C, um Rohbenzin zur Weiterverarbeitung aufzuspalten. Könnte diese Temperatur mit regenerativem Strom erreicht werden, anstelle des bisher üblichen Erdgases, wäre eine deutliche Reduktion der CO2-Emissionen von bis zu 90 Prozent möglich.

 

Weiterhin wird auf Basis innovativer Katalysatorsysteme ein CO2-freier Syntheseweg für Olefine, dem mengenmäßig größten Zwischenprodukt der Chemieindustrie, entwickelt.

 

Neue Technologien brauchen erneuerbare Energie zu wettbewerbsfähigen Preisen und global vergleichbare CO2-Bepreisung


Neben der technischen Machbarkeit ist die größte Herausforderung der neuen Technologien der steigende Bedarf an Strom – schätzungsweise insgesamt rund dreimal so viel wie heute im Fall unseres größten Verbundstandorts in Ludwigshafen. Sinnvollerweise sollte dieser Strom aus erneuerbaren Energien kommen, damit die angestrebte Emissionsminderung auch vollumfänglich stattfindet. Die Praktikabilität und Wirtschaftlichkeit dieser Technologien ist also eng verknüpft mit der Frage, ob und zu welchen Preisen Strom aus erneuerbarer Energie stabil zur Verfügung steht.


Ob CO2-arme Produktionsweisen zum Einsatz kommen, hängt damit auch von den politischen Rahmenbedingungen ab. Branchen wie die chemische Industrie, die im internationalen Wettbewerb stehen, können durch CO2-arme Technologien verursachte Mehrkosten nicht an ihre Kunden weitergeben. Eine global – mindestens jedoch auf G20 Ebene – vergleichbare CO2-Bepreisung ist die beste Lösung, um eine klimafreundliche und international wettbewerbsfähige Chemieproduktion voranzubringen.